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Dax aktuell Oster-Rally führt Dax Richtung 12.200 Punkte – Wirecard-Aktie gewinnt über vier Prozent

Anleger hatten heute offenbar Angst, weitere Gewinne zu verpassen. Der Dax stieg weiter. Aber von den nächsten oberen Zielmarken ist der Index noch weit entfernt.
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Dax: Positive Signale im Handelsstreit lassen die Anleger hoffen Quelle: dpa
Dax-Kurve

Der verfremdete Dax-Chart im Handelssaal der Börse Frankfurt.

(Foto: dpa)

FrankfurtSeit Jahresanfang ist der Dax um mehr als 18 Prozent gestiegen. Und die Rally ging am heutigen Mittwoch weiter: Der deutsche Leitindex erreichte mit 12.195 Punkten ein neues Jahreshoch. Zu Börsenschluss lag der Index gegenüber dem Vortag noch rund 0,4 Prozent mit 12.153 Punkten im Plus. Den bisherigen höchsten Kurs des Börsenjahres 2019 hatte das deutsche Börsenbarometer am gestrigen Handelstag mit 12.116 Zählern markiert. „Es herrscht nach wie vor ein latentes Kaufinteresse jener, die Angst haben, etwas zu verpassen“, meinen die Experten des Brokers CMC Markets. „Wer rein will in Aktien, muss am Hoch kaufen, da Korrekturen nicht kommen.“

Eine ähnliche Meinung zum Kaufverhalten äußerte bereits Börsenexperte Stephan Heibel am vergangenen Montag nach Auswertung der Handelsblatt-Umfrage Dax-Sentiment. Privatanleger hatten sich zu diesem Zeitpunkt viele Absicherungspositionen in Depot gelegt, um sich vor fallenden Kursen zu schützen.

„Sollte der Dax aber in Richtung 12.500 Punkte steigen, müssen sie den Kursen hinterherlaufen und würden diesen Trend dadurch verstärken“, sagte Heibel vor zwei Tagen.

Aktuell hat sich diese Lage wenig verändert. Zwar haben wenige Anleger ihre Absicherungspositionen gegen fallende Kurse verkauft, doch das Euwax-Sentiment der Börse Stuttgart, an der Privatanleger handeln, liegt immer noch im negativen Bereich. Das bedeutet: Privatanleger haben immer noch mehr Put-Hebelprodukte, die von fallenden Notierungen profitieren, als Call-Derivate in ihren Depots.

Dieses Sentiment, das anhand realer Trades mit Hebelprodukten berechnet wird, gilt als Kontraindikator. Was – anders betrachtet – auch bedeutet: Sollten die Anleger verstärkt auf steigende Kurse setzten, wäre das ein Indikator für eine bevorstehende Korrektur. Aber soweit ist es noch nicht.

Die Experten von CMC Markets vergleichen den bisherigen Dax-Kursverlauf mit der Entwicklung des Jahres 2017. Damals beflügelte die lockere Geldpolitik der Notenbanken die Aktienmärkte. Der Dax stieg in diesem Jahr um 1436 Punkte auf 12.917 Zähler, ein Plus von 12,51 Prozent in diesen zwölf Monaten. Anfang 2018 erreichte der Dax dann auch ein neues Allzeithoch mit 12.597 Zählern.

Was am heutigen Mittwoch auch für positive Stimmung sorgte: Das Wachstum in China fiel zuletzt etwas stärker aus als erwartet, zudem zogen Industrieproduktion und Einzelhandelsumsätze an. „Die guten Daten aus dem Reich der Mitte senden auch ein Signal nach Deutschland, das wegen der hohen Exportabhängigkeit nach China von einem weiterhin robusten Wachstum der zweitgrößten Volkswirtschaft profitierten sollte“, sagte Milan Cutkovic, Marktanalyst beim Handelshaus AxiTrader.

Als Folge der positiven Daten aus China stiegen die Renditen der Bundesanleihen, weil sie aufgrund der besseren Aussichten der weltweiten Konjunktur den Status als sicherer Hafen verlieren. Bei einer Laufzeit von zehn Jahren betrug dieser Wert auf zwischenzeitlich 0,098 Prozent, knapp 30 Basispunkte über der Minusrendite solcher Anleihen im vergangenen Monat.

Blick auf die Einzelwerte

Commerzbank/ING: Nach Informationen des Handelsblatts haben ING und Unicredit in Berlin bereits vor einiger Zeit grundsätzliches Interesse an der Commerzbank signalisiert. Und es ist kein Geheimnis, dass die Vorstandschefs großer europäischer Banken informell über alle möglichen Kombinationen sprechen. Das große Interesse an der deutschen Großbank freut die Aktionäre: Die Commerzbank-Aktie steigt um rund 2 Prozent, der ING-Kurs hingegen fällt um rund 0,3 Prozent.

Deutsche Telekom: Die Fusion der Telekom-Tochter T-Mobile US mit dem Rivalen Sprint trifft einem Zeitungsbericht nach auf erheblichen Widerstand der Kartellwächter des US-Justizministeriums. In der derzeit geplanten Form dürften die Wettbewerbshüter dem Vorhaben wohl nicht zustimmen, schrieb das „Wall Street Journal“ am Dienstag nach US-Börsenschluss unter Berufung auf Insider. Die Aktien von Sprint gerieten fast sechs Prozent ins Minus, T-Mobiles Papiere erlitten ebenfalls deutliche Kursverluste. Die Aktie der Deutschen Telekom fällt um über ein Prozent. Sie führte zwischenzeitlich sogar die Dax-Verliererliste an.

Wirecard: Das Leerverkaufsverbot bei der Aktie läuft am morgigen Donnerstag aus. Dann können wieder Profianleger im großen Stil auf fallende Wirecard-Kurse setzen. Das Verbot war ein einmaliger Vorgang: Niemals zuvor wurde eine solche Verfügung auf nur ein einziges Unternehmen erlassen. Die Aktie lässt sich von dem Ende des Leerverkaufsverbots nicht beirren und schloss über vier Prozent höher als am Vortag. Am gestrigen Dienstag erstattete zudem die Finanzaufsicht Bafin in den Ermittlungen wegen möglicher Kursmanipulation Anzeige gegen Journalisten und Investoren.

Beiersdorf: Mit Spannung dürften die Börsianer die Hauptversammlung bei Beiersdorf verfolgen. Es ist das erste Mal, dass sich Firmenchef Stefan De Loecker den Fragen der Aktionäre stellt. Er hatte zuletzt mehr Investitionen angekündigt, um das unter Druck geratene Geschäft anzukurbeln. Das Papier verliert über ein halbes Prozent.

IBM: Das Computer-Urgestein hat zu Jahresbeginn überraschend deutliche Geschäftseinbußen verkraften müssen. Im ersten Quartal gingen die Erlöse im Jahresvergleich um 4,7 Prozent auf 18,2 Milliarden Dollar (16,1 Milliarden Euro) zurück. Damit wurden die Prognosen klar verfehlt. Die Aktie reagierte nachbörslich am US-Markt mit deutlichen Kursverlusten. Am deutschen Aktienmarkt verlor das Papier 3,3 Prozent.

Halbleiterbranche: Aktien der Halbleiterbranche wurden von gut aufgenommenen Ergebnissen des Branchenausrüsters ASML und der Hoffnung auf eine rasche Vorstellung eines 5G-iPhones durch Apple angetrieben. Infineon rückten um 1,7 Prozent vor. Papiere des Wafer-Herstellers Siltronic verteuerten sich gar um über fünf Prozent.

Was die Charttechnik sagt

Die Oster-Rally ist in vollem Gange: Ähnlich wie vor Jahresende oder vor Weihnachten neigen die Aktienmärkte auch in der Woche vor Ostern zur Stärke. Begründen lässt sich der saisonale Rückenwind, im Sinne des Börsenaltmeisters André Kostolanys, mit der guten Stimmung aufgrund der Feiertage, die sich wiederum in steigenden Börsennotierungen niederschlägt. Allerdings hatte der Dax in den vergangenen beiden Jahren an Ostern eine Pause eingelegt.

Technisch und analytisch herrscht derzeit auf jeder Zeitebene ein intakter Aufwärtstrend seit Jahresbeginn (10.559 Zähler) sowie dem Dezember-Tief mit 10.229 Punkten. Und mit einem Jahreshoch mit 12.116 Punkten am gestrigen Handelstag kam ein neues Kaufsignal hinzu.

Zudem lohnt sich ein Blick auf die 200-Tage-Linie: Fast immer stieg der Dax für eine längere Zeit weiter, wenn er diese 200-Tage-Linie überwunden hatte. Der Durchschnitt notiert aktuell bei 11.689 Zählern mit noch minimal fallender Tendenz. In wenigen Handelstagen dürfte diese Linie wieder steigen, was als Signal für einen länger anhaltenden Aufwärtstrend gilt.

Aus Sicht der Charttechnik gilt: Solange der Leitindex oberhalb der Marke von 11.938 Zählern bleibt, sind die Aussichten für weitere Kurssteigerungen positiv.

Warum 11.938 Punkte so wichtig sind? Die Marke ist die 50-prozentige Korrekturmarke des Abwärtstrends seit dem Allzeithoch von 13.596 Zählern bis hin zum mehrjährigen Allzeittief von 10.279 Punkten Ende Dezember 2018.

Daraus ergibt sich auch die Zielmarke von 12.329 Zählern. Dies ist aus Sicht der Charttechnik mit 62 Prozent oberhalb von 10.279 Punkten die nächste Korrekturmarke. Sollte der Index die Zahl überwinden, kommt mit 12.458 Zählern das Hoch aus dem Börsenmonat September als nächster Widerstand in den Blick.

Vorgaben aus Übersee

Ermutigende Bilanzen und auch die Konjunkturdaten aus China haben die US-Börsen am Mittwoch gestützt. Der breiter gefasste S&P 500 gewann 0,1 Prozent auf 2909 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg um 0,4 Prozent auf 8029 Punkte. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte lag 0,2 Prozent tiefer bei 26.404 Punkten.

Gleich drei Schwergewichte aus verschiedenen US-Branchen legten und legen am Mittwoch Zahlen für das erste Quartal vor. Diese Daten werden auch von europäischen Branchenbeobachtern aufmerksam verfolgt– was die Kurse bewegen kann.

So gab die US-Investmentbank Morgan Stanley bekannt: Die Schwäche im Handel mit Anleihen und Aktien sowie die Flaute bei Börsengängen haben dem Geldhaus zu schaffen gemacht. Die Erträge sanken im Auftaktquartal um sieben Prozent auf 10,29 Milliarden Dollar. Der Gewinn ging um neun Prozent auf 2,34 Milliarden Dollar zurück. Das war dennoch besser, als am Markt erwartet. Die Aktien von der Investmentbank kletterten an der Wall Street bis zum deutschen Börsenschluss um über zwei Prozent.

Noch erfreulicher lief es für Pepsico. Der US-Getränke- und Lebensmittelkonzern hat dank der gestiegenen Nachfrage nach seinen kalorienarmen Limonaden und Snacks im ersten Quartal besser abgeschnitten als erwartet. Bei einem Umsatzplus von 2,6 Prozent auf 12,88 Milliarden Dollar (11,41 Milliarden Euro) stieg das Nettoergebnis auf 1,44 (Vorjahr: 1,34) Milliarden Dollar oder 1,0 (0,94) Dollar je Aktie. Analysten hatten mit einem Gewinn von 0,92 Dollar je Aktie und einem Umsatz von 12,70 Milliarden Dollar gerechnet. Die Aktie von Pepsico gewann über drei Prozent.

Nach Börsenschluss in Frankfurt werden noch die Zahlen des Rohstoffrieses Alcoa erwartet.

Analystencheck: Baader-Bank empfiehlt Zalando-Aktie zum Kauf

Die Baader Bank hat das Kursziel für Zalando nach ersten Ergebnissen für das erste Quartal von 38 auf 46 Euro angehoben und die Einstufung auf „Buy“ belassen. Der Übergang von einem Online-Modehändler zu einem Anbieter von Infrastruktur für die Modeindustrie sei die richtige Strategie, schrieb Analyst Volker Bosse in einer am Dienstag vorliegenden Studie. Mittelfristig dürften die Margen steigen.

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