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Dax aktuell Sorgen um Weltwirtschaft – Dax schließt im Minus

Der Dax muss erneute Verluste hinnehmen. Trotzdem kann sich der Aktienindex oberhalb der 11.000-Punkte-Marke halten.
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Eine Händlerin verfolgt den Kursverlauf im Handelssaal an der Frankfurter Börse. Quelle: AFP
Händlerin an der Frankfurter Börse

Eine Händlerin verfolgt den Kursverlauf im Handelssaal an der Frankfurter Börse.

(Foto: AFP)

DüsseldorfDer Dax schließt am Dienstag mit noch stärker ausgeweiteten Verlusten: Zum Handelsschluss stand der Leitindex 0,4 Prozent tiefer bei 11.090 Punkten. Schon am Montag hatte der deutsche Leitindex 0,6 Prozent verloren. Trotzdem schließt der Dax damitt immerhin oberhalb der 11.000-Punkte-Marke, die er am vergangenen Freitag zum ersten Mal seit sechs Wochen zurückeroberte.

Die pessimistische Stimmung auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos könnte sich aber weiter auf den Dax durchschlagen. Die Botschaft, die Christine Lagarde, die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), dort verkündete, dürfte den wenigsten gefallen: „Das Risiko eines stärkeren Rückgangs des weltweiten Wachstums ist gestiegen“, warnte sie.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen verlor 0,1 Prozent auf 23.322 Punkte. Auch der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,4 Prozent und notierte bei 3.112 Zählern. Anleger griffen bei den als sicher geltenden Bundesanleihen und Gold zu.

Auch die mit Spannung erwartete Präsentation eines alternativen Brexit-Plans der britischen Premierministerin Theresa May fiel bei Anlegern durch. „Das ist kein Plan B, sondern allenfalls ein Plan 2A“, sagte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Die Änderungen zum ursprünglich geplanten Ausstieg Großbritanniens aus der EU seien zu gering. May hatte in ihrer Rede im Unterhaus gesagt, die Bedenken des Parlaments stärker beachten zu wollen. Unter anderem wolle sie auf Möglichkeiten bezüglich der Grenze zwischen dem EU-Mitglied Irland und der britischen Provinz Nordirland eingehen.

Am Devisenmarkt machte das Pfund nach anfänglichen Verlusten Boden gut und notierte 0,2 Prozent fester bei 1,2915 Dollar. Commerzbank-Analystin Antje Praefcke riet zur Vorsicht: „Angesichts der Tatsache, dass es fünf vor zwölf und noch immer keine Einigung in Sicht ist, sind Pfund-Absicherungen nach wie vor sinnvoll.“ Nach Ansicht des Chefanlagestrategen Nick Twidale vom Vermögensverwalter Rakuten Securities ist die Gefahr eines harten Brexit, also eines EU-Ausstiegs der Briten ohne konkrete Verabredungen, gestiegen.

Dax gibt weiter nach – Linde profitiert

Blick auf die Einzelwerte

Wirecard: Der Gewinner im Dax war der Titel des Zahlungsabwicklers Wirecard mit 1,8 Prozent Kursplus.

Linde: Gut abschneiden konnten auch die Titel von Linde mit einem Zuwachs von 1,9 Prozent. Der Industriegase-Hersteller will im Zuge der Fusion mit dem Rivalen Praxair Aktien im Wert von bis zu sechs Milliarden Dollar zurückkaufen.

Hugo Boss: Anleger griffen auch bei Papieren von Hugo Boss zu. Die im MDax notierten Titel stiegen um 5,6 Prozent. Der Modekonzern legte gegen Ende 2018 dank einer steigenden Nachfrage im Internet und aus Asien zu. Im Gesamtjahr stiegen die Umsätze nach ersten Berechnungen des Konzerns um zwei Prozent auf 2,8 Milliarden Euro.

Lufthansa: Papiere der Lufthansa verteuerten sich um 1,4 Prozent, nachdem die Bank Morgan Stanley die Aktie der Airline zum Kauf empfohlen hatte.

UBS: Die UBS dämpft nach einer Verlangsamung im Kerngeschäft Vermögensverwaltung die Erwartungen an die kommenden Monate. Die anhaltenden geopolitischen Spannungen, Handelskonflikte und der erhöhte Protektionismus dürften die Handelsfreudigkeit der reichen Kundschaft auch im ersten Quartal bremsen, teilte die größte Schweizer Bank am Dienstag mit. Im vierten Quartal hatten die Marktturbulenzen vor allem das Ergebnis im Vermögensverwaltungsgeschäft und der Investmentbank gedrückt. Die Aktien gerieten in Zürich unter Druck.

Deutsche Bank: Der ohnehin stark strapazierte Kurs der Deutschen Bank verlor 1,9 Prozent. Er wurde von den schwachen Ergebnissen der UBS belastet.

IG Group: Eine schärfere Regulierung und die Börsenturbulenzen im vergangenen Jahr haben dem britischen Online-Broker IG das Geschäft verhagelt. Anleger suchten am Dienstag das Weite. Die Aktien der IG Group rutschten an der Börse in London um rund zehn Prozent auf 581 Pence ab. Im ersten Geschäftshalbjahr 2018 (Juni bis November) ging der Vorsteuergewinn des Konzerns auf 113 Millionen Pfund von 136 Millionen Pfund zurück. Die Umsätze fielen um 6,5 Prozent auf 251 Millionen Pfund.

Covestro: Die Aktien des Spezialchemiekonzerns fielen um 3,5 Prozent, was vor allem in einer Abstufung durch die Commerzbank fußt.

Die Börsen in den USA

In New York gingen die Indizes mit Verlusten in den Handelstag. Der Dow Jones notierte zuletzt 1,3 Prozent schwächer bei 24.371 Zählern, aber auch die anderen großen Indizes müssen starke Verluste hinnehmen (S&P 500: 2.634, -1,3 Prozent; Nasdaq 6.681, -1,6 Prozent). Die pessimistischen Erwartungen zur Weltkonjunktur haben die Kauffreude an den US-Märkten gebremst, ebenso wie an den asiatischen Aktienmärkten: Experten verwiesen auf die zunehmende Furcht vor einer weltweiten Konjunkturabkühlung.

Was die Charttechnik sagt

Der Kurssprung der vergangenen Woche hat diejenigen auf dem falschen Fuß erwischt, die davon ausgingen, dass der Markt nun erst einmal Abschied von der 11.000er-Marke genommen hat. „Leerverkäufer, die erkennen mussten, zu früh in den Markt gegangen zu sein, wurden ausgestoppt“, sagte Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst CMC Markets.

Leerverkäufer machen Wetten auf sinkende Kurse. Sie leihen sich hierfür Aktien, von denen sie glauben, dass sie im Wert sinken werden. Diese verkaufen sie, um sie nach einem Kursrutsch wieder billiger zurückzuerwerben und dem Inhaber zum ursprünglichen Kurs zurückzugeben. Liegen die Leerveräufer aber mit ihrer Wette falsch und die Kurse steigen wider Erwarten, geraten sie unter Druck, die Aktien zurückzukaufen. Denn je weiter der Kurs steigt, desto teurer wird das Geschäft.

Analystencheck: DZ Bank senkt fairen Wert für Henkel

Die DZ Bank hat den fairen Wert für Henkel nach Eckdaten für 2018 und einem Ausblick auf 2019 von 100 auf 92 Euro gesenkt und die Einstufung auf „Halten“ belassen. Der Ausblick des Konsumgüterherstellers liege sehr deutlich unter den Markterwartungen, woraufhin er seine Umsatz- und Ergebnisschätzungen für 2019 und danach gekürzt habe, schrieb Analyst Herbert Sturm in einer am Montag vorliegenden Studie.

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