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Dax aktuell Spekulationen auf steigende Zinsen – Dax schließt im Minus

Die Anleger halten sich am Donnerstag mit Aktienkäufen zurück, weil die Rendite von Staatsanleihen steigt. Der Dax verliert daraufhin 0,4 Prozent.
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US-Zinsdiskussion zieht Dax tiefer ins Minus

Düsseldorf, FrankfurtSpekulationen auf schneller steigende US-Zinsen haben dem Dax am Donnerstag ausgebremst. Nachdem der Dax am Nachmittag kurzzeitig ins Plus gedreht hatte, rutschte er mit dem näher rückenden Handelsschluss wieder ins Minus. Letztendlich schloss der deutsche Leitindex 0,4 Prozent leichter bei 12,244 Punkten.

„Das Zinsthema wird jetzt wieder stärker gespielt, und Anleger halten sich erst einmal zurück mit Aktienkäufen“, sagte Vermögensverwalter Thomas Metzger vom Bankhaus Bauer. Im US-Rentenhandel markierte die Rendite der marktführenden zehnjährigen Staatsanleihen mit 3,23 Prozent den höchsten Stand seit Mai 2011. Die Wall Street eröffnete deshalb ebenfalls im Minus.

Investoren schichteten ihr Geld verstärkt um in festverzinsliche Anlagemöglichkeiten wie Anleihen, da sie sich dort auf längere Sicht höhere Renditen versprechen, sagte ein Händler. Im Zuge dessen waren am Aktienmarkt die Titel von Banken und Versicherern besonders gefragt. Die Deutsche Bank war mit einem Kursplus von 1,5 Prozent einer der größte Dax-Gewinnern, zusammen mit der Munich Re (plus 1,6 Prozent) und der Allianz (plus 1,1 Prozent).

Auslöser für die Zinsfantasien waren Börsianern zufolge unerwartet starke US-Konjunkturdaten, die am deutschen Einheits-Feiertag veröffentlicht wurden. Zudem sagte US-Notenbankchef Jerome Powell, die US-Wirtschaft entwickelte sich „bemerkenswert positiv“ und die Zinsen könnten daher schneller steigen als bisher angekündigt.

Experten rechnen derzeit damit, dass die Fed die Leitzinsen bis Ende 2019 noch vier mal anhebt. Entscheidend dürfte nun der für Freitag erwartete amtliche US-Arbeitsmarktbericht sein. Daten des privaten Arbeitsvermittlers ADP vom Mittwoch zeigten, dass im September insgesamt 230.000 neue Jobs geschaffen wurden – viel mehr als erwartet.

Der Anstieg der US-Renditen trieb auch die Verzinsung der deutschen zehnjährigen Bundesanleihen auf 0,55 von 0,48 Prozent vor dem Feiertag und damit so hoch wie zuletzt im Mai 2018. Im Gegenzug rutschte am Devisenmarkt der Euro am Feiertag auf 1,1467 Dollar. Bis Donnerstagnachmittag erholte sich die Gemeinschaftswährung leicht und notierte bei 1,15 Dollar. Der Druck dürfte aber anhalten, da Dollar-Anlagen angesichts der höheren Zinsen attraktiver bleiben.

Die weiteren Indizes

Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen verlor 1,3 Prozent auf 25.614 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 0,9 Prozent auf 3376 Zähler. Der TecDax verlor 1,5 Prozent.

Einzelwerte im Fokus

Gerry Weber: Die Aktien des unter Druck stehenden Damenmodekonzerns profitierten von dem am Dienstag angekündigten Wechsel an der Firmenspitze und schossen um bis zu 30 Prozent in die Höhe. Der Sohn von Firmengründer Gerhard Weber, Ralf Weber, tritt nach gut vier Jahren im Amt Ende des Monats zurück, den Posten übernimmt Vertriebsvorstand Johannes Ehling. Am Handelsschluss lag die Aktie noch 20,7 Prozent im Plus.

Continental: Ein negativer Analystenkommentar hat die Aktien europäischer Autozulieferer am Donnerstag auf Talfahrt geschickt. Die Titel des Dax-Konzerns Continental rutschten um bis zu fünf Prozent ab auf ein Vierjahrestief von 145,05 Euro. Letztendlich verlor die Aktie 3,8 Prozent.

Analysten der französischen Bank Exane BNP Paribas hoben in einem Bericht hervor, dass die Zulieferer unerklärlicherweise höhere Erwartungen an ihre Geschäfte hätten als die Autobauer. Es sei nicht zu verstehen, warum die Zulieferer von einem Ergebniswachstum von durchschnittlich 22 Prozent bis 2020 ausgingen, während die Autohersteller nur fünf Prozent erwarteten. Die Experten rechnet damit, dass die Zulieferer ihre Ergebnisprognosen in den kommenden 18 Monaten signifikant senken werden. Sie stuften daher die Aktien von Continental auf „Underperform“ herunter und senkten ihr Kursziel um 19 Prozent auf 145 Euro.

Wirecard: Einer der Dax-Favoriten waren Wirecard-Papiere mit einem Kursplus von zeitweise fast zwei Prozent. Firmenchef Markus Braun kündigte in einem „Handelsblatt“-Interview für die kommenden Jahre starkes Wachstum an. Zum Handelsschluss lag die Aktie aber nur noch 0,1 Prozent im Plus.

Analystencheck: Goldman Sachs hebt Kursziel für Evonik an

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat das Kursziel für Evonik vor Zahlen von 32 auf 33,20 Euro angehoben und die Einstufung auf „Neutral“ belassen. Sie habe ihre Schätzungen unter anderem an aktuelle Währungsentwicklungen angepasst, schrieb Analystin Georgina Iwamoto in einer am Mittwoch vorliegenden Studie. Leicht verbessert hätten sich aber auch ihre konservativen Annahmen für das Kernprodukt Methionin. Bedeutenden Ausmaßes seien die Anpassungen allerdings nicht.

Laut Handelsblatt-Analystencheck stehen bei der Aktie von Evonik 27 Kauf-Empfehlungen 18 Mal die Bewertung „Neutral“ gegenüber, zwölf Studien empfehlen die Aktie zu verkaufen. Das gewichtete Kursziel, bei dem jüngere Studien stärker berücksichtigt werden, liegt bei 34,82 Euro. Weitere Analysen finden Sie im Handelsblatt-Analystencheck.

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