Dax aktuell Starker Euro beendet den Höhenflug

Der Höhenflug am deutschen Aktienmarkt endet jäh: Angesichts der anhaltenden Euro-Stärke verliert der Dax am Mittwoch 1,1 Prozent und damit einen Großteil seiner Gewinne der vergangenen Tage.
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Anleger im Stillstand – Dax rauscht dramatisch nach unten

FrankfurtMit seiner „America First“-Politik setzt US-Präsident Donald Trump dem Dollar immer stärker zu. Dies trieb den Euro am Mittwoch auf ein Drei-Jahres-Hoch von 1,2356 Dollar. Weil das die Wettbewerbschancen heimischer Firmen auf dem Weltmarkt schmälert, endete die Rekordfahrt des Dax, der um 1,1 Prozent auf 13.414 Punkte fiel, nachdem er noch am Dienstag mit knapp 13.597 Zählern ein Rekordhoch erreicht hatte. Die viertägige Gewinnserie endete somit jäh. Der EuroStoxx50 verlor 0,8 Prozent auf 3643 Punkte. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen sank am Mittwoch um 0,89 Prozent auf 27.152 Punkte. Für den TecDax ging es um 1,74 Prozent auf 2657 Punkte abwärts.

Daneben warf die Ratssitzung der EZB am Donnerstag ihre Schatten voraus. „Wenn einer den Euro aktuell stoppen kann, ist es Mario Draghi“, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. Der Notenbank-Chef könne verbal intervenieren, indem er den Spekulationen auf einen raschen Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik eine Absage erteile. Auch das Pfund Sterling zog an und stieg um 1,5 Prozent auf über 1,42 Dollar, das höchste Niveau seit dem Brexit-Votum am 24. Juni 2016.

Die Verluste im Dax gingen durch alle Sektoren. Schlusslicht waren Infineon mit einem Abschlag von 3,8 Prozent. Enttäuschende Geschäftszahlen des US-Rivalen Texas Instruments und eine trübe Absatzprognose für das iPhone X setzten den Chipwerten zu. Texas Instruments stürzten in New York um über fünf Prozent ab. Auch die Aktien von Apple-Zuliefern wie Dialog Semiconductor oder AMS brachen ein und verloren sechs und neun Prozent. Apple verloren in New York rund ein Prozent.

Mit diesen Aktien machten Anleger 2017 Kasse

PROSIEBENSAT.1 MEDIA SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000PSM7770
Börse
L&S

+0,14 +0,64%
+22,46€
Chart von PROSIEBENSAT.1 MEDIA SE NAMENS-AKTIEN O.N.
Pro Sieben Sat 1
1 von 30

Der Fernsehmarkt verändert sich radikal, und der Medienkonzern Pro Sieben Sat 1 bekommt das deutlich zu spüren. Unterhaltung lieferte der Konzern aus Unterföhring mit der Posse um Vorstandschef Thomas Ebeling selbst. Dieser muss nach unbedachten, teils diskriminierenden Äußerungen über die eigenen Kunden gehen. 23,7 Prozent beträgt das Minus des Aktienkurses in diesem Jahr. Ein Papier ist inzwischen weniger als 29 Euro wert. Experten glauben, dass der Konzern gar aus der ersten Börsenliga absteigen könnte, sollte sich dieser Trend im neuen Jahr fortsetzen.

Quelle: Bloomberg

FRESENIUS SE & CO. KGAA INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005785604
Börse
L&S

-0,64 -0,98%
+64,70€
Chart von FRESENIUS SE & CO. KGAA INHABER-AKTIEN O.N.
Fresenius
2 von 30

Erst hui, dann eher pfui: Fresenius fiel in der zweiten Jahreshälfte an der Börse deutlich ab. Grund für den Kursverlust dürfte insbesondere der Preisdruck in der US-Medikamentenbranche sein. Auch Verzögerungen bei der Übernahme des US-Konzerns Akorn drückten die Stimmung der Anleger. 13 Prozent beträgt das Minus auf Jahressicht.

MERCK KGAA INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006599905
Börse
L&S

+0,65 +0,72%
+89,94€
Chart von MERCK KGAA INHABER-AKTIEN O.N.
Merck
3 von 30

Der Pharma- und Chemiekonzern Merck muss an der Börse auf ein eher schwaches zweites Halbjahr zurückblicken – auch die Umsätze waren im dritten Quartal rückläufig. In nächster Zeit soll entschieden werden, ob die Sparte mit rezeptfreien Medikamenten verkauft werden soll. Die Aktie sank von 101,25 Euro auf 89,75 Euro (minus 11,4 Prozent).

DEUTSCHE TELEKOM AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005557508
Börse
L&S

-0,03 -0,18%
+13,96€
Chart von DEUTSCHE TELEKOM AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Deutsche Telekom
4 von 30

Die Deutsche Telekom hat kürzlich angekündigt, den österreichischen Kabelnetzbetreiber UPC zu übernehmen. Experten erwarten dadurch neue Impulse für den Aktienkurs. Die Telekom könnte ein solches Signal gut gebrauchen. Durch den hohen Preisdruck und eine weitgehende Sättigungen der Kernmärkte war die Performance auf dem Parkett 2017 eher schwach – minus zehn Prozent.

HENKEL AG & CO. KGAA INHABER-VORZUGSAKTIEN O.ST.O.N

WKN
ISIN
DE0006048432
Börse
L&S

+0,61 +0,57%
+108,23€
Chart von HENKEL AG & CO. KGAA INHABER-VORZUGSAKTIEN O.ST.O.N
Henkel
5 von 30

Zuletzt hatte Henkel mit weiteren Investitionen in den US-Markt geliebäugelt. Ob das dem Aktienkurs stärken würde? Anleger müssen für 2017 ein Minus von vier Prozent hinnehmen.

BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN EO 1

WKN
ISIN
DE0005190003
Börse
L&S

+0,04 +0,04%
+81,49€
Chart von BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN EO 1
BMW
6 von 30

Zum Jahresende konnte sich der Autobauer über das Milliardengeschenk von US-Präsident Trump in Form der Steuerreform freuen. Zuvor gab es bei BMW, zumindest hinsichtlich des Aktienkurses, wenig zu feiern. Die Aktie, die zu Jahresbeginn noch mit über 90 Euro gehandelt wurde, fiel Ende Juli auf ein 52-Wochen-Tief von 77 Euro. Minus 3,5 Prozent unterm Strich insgesamt.

SIEMENS AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007236101
Börse
L&S

+0,13 +0,12%
+109,98€
Chart von SIEMENS AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Siemens
7 von 30

Die Nachricht eines Stellenabbaus bei Siemens sorgte im November für sehr starke Aufmerksamkeit. SPD-Parteichef Schulz schaltete sich ein und attackierte das Management des Konzerns scharf, das die Vorwürfe wiederum in einem Brief entscheidend zurückwies. Wie dem auch sei: Der Siemens-Aktienkurs büßte nach einem starken ersten Halbjahr seine Gewinne ein – minus 1,5 Prozent auf Jahressicht.

In Paris brockte ein überraschender Gewinnrückgang Suez einen Kurssturz von 17 Prozent ein. In deren Sog büßten die im CAC40 gelisteten Aktien des Rivalen Veolia vier Prozent ein. Die deutschen Stromkonzerne RWE und Eon büßten ebenfalls je gut drei Prozent ein

An der Wall Street freuten sich dagegen die Anleger über den wechselkursbedingten Rückenwind für die US-Wirtschaft. Dank des schwachen Dollar können die US-Firmen ihre europäischen Konkurrenten unter Druck setzen. Somit nahm die Rekordfahrt in New York zunächst neuen Schwung auf. Der Dow Jones, der S&P500 und der Nasdaq-Composite stellten gleich im Anfangsgeschäft neue Rekorde auf und stiegen in der Spitze um 0,4 bis 0,7 Prozent. Zum Handelsschluss in Europa ließ der Elan aber nach. Während der Dow noch knapp im Plus lag, rutschten der S&P500 und der Nasdaq-Composite ins Minus.

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