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Dax

Dax aktuell Trotz Brexit-Einigung: Dax büßt Tagesgewinne wieder ein

Der Durchbruch in den Brexit-Verhandlungen hat die Märkten nur kurz euphorisiert. Zum Handelsschluss rutscht der Dax an diesem Donnerstag leicht in die Verlustzone.
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Düsseldorf Die Einigung zwischen Brüssel und London in den Verhandlungen rund um den Brexit entfachte an den Börsen im ersten Moment Optimismus. Die Unterhändler der EU und Großbritanniens haben sich an diesem Donnerstag auf ein Brexit-Abkommen geeinigt, bestätigten der britische Premier Boris Johnson und EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker. Am Abend stimmten die EU-Staats- und Regierungschefs dem Deal zu.

„Es sieht nach einer sauberen Scheidung aus“, kommentiert Jörg Krämer, Chef-Volkswirt der Commerzbank, die Entwicklungen im Brexit-Streit. Der Dax stieg nach der Entscheidung kräftig und erreichte zwischenzeitlich ein neues Jahreshoch von 12.813 Punkten.

Aber: Die Unklarheit, ob Johnson im britischen Parlament, das am Samstag abstimmt, tatsächlich die notwendige Mehrheit für das Abkommen erhält, dämpfte die Kauflaune. Im Nachmittagshandel sank der Dax wieder und schloss letztlich bei mit einem Minus von 0,12 Prozent bei 12.654 Punkten. Der MDax dagegen verteidigte einen Aufschlag von 0,59 Prozent auf 26 103,87 Zähler.

Doch auch für den Fall, dass der Deal den Gang durchs Parlament nicht übersteht, sei das Abkommen noch nicht vom Tisch, glaubt LBBW-Analyst Dirk Clench. „Aus wahrscheinlich bald stattfindenden Neuwahlen dürften die Konservativen als Sieger hervorgehen. Dann könnte der Kompromiss, mit kosmetischen Veränderungen versehen, erneut zur Abstimmung gebracht werden,“ sagte er.

Das Ringen um den Brexit bewegte auch den Devisenmarkt. Das Pfund reagierte zuerst ähnlich wie der Dax äußerst positiv auf die neuesten Fortschritte: Die britische Währung legte zwischenzeitlich die stärkste Rally seit mehr als 30 Jahren hin, gab seine Gewinne allerdings im Laufe des Handelstags wieder ab und notierte unterm Vortagesniveau.

Nigel Green, Gründer und Chef des Anlageberaters deVere, verbreitete weitere Zuversicht: Wenn das Abkommen ratifiziert werde, werde das Pfund mindestens auf 1,35 Dollar steigen. Doch schon am Donnerstagnachmittag verbilligte sich das Pfund wieder auf 1,2813 Dollar – einen Wert unter dem Vortagsniveau.

Die Entwicklungen im Brexit-Streit treiben auch die Märkte in Übersee an. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 legten zum Handelsstart zwischen 0,2 und 0,5 Prozent zu. Gute Firmenbilanzen vom Streamingdienst Netflix, der Großbank Morgan Stanley und dem IT-Konzern IBM haben zusätzlich positiven Einfluss auf die Wall Street.

Zudem stellte die Bundesregierung am Mittag ihre Konjunkturprognose für 2020 vor. Von einer Krise mag in Berlin niemand sprechen, doch wegen anhaltender Handelsunsicherheiten senkt die Regierung ihre Aussichten. Wie Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) am Donnerstag bekanntgab, rechnet die Regierung fürs kommende Jahr nun mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts um 1,0 Prozent. Im April war sie noch von 1,5 Prozent ausgegangen.

Blick auf die Einzelwerte

Lufthansa: Bei den deutschen Standardwerten gehörte Lufthansa mit einem Kursplus von 1,5 Prozent zu den Favoriten. Marktteilnehmern zufolge seien Anleger erleichtert, dass die Tochter Swiss Air den Flugbetrieb mit ihren Airbus A220 Kurzstreckenjets wieder aufgenommen hat. Wegen eines Zwischenfalls mussten die Maschinen vorübergehend am Boden bleiben. Außerdem denkt die Airline einem Insider zufolge darüber nach, beim angeschlagenen Konkurrenten Alitalia einzusteigen.

Wirecard: Der Druck auf den Zahlungsdienstleister wächst weiter. Nach der Veröffentlichung eines weiteren kritischen Artikels der „Financial Times“ fordern Anleger und Finanzwächter Aufklärung: Der Dax-Konzern wird verdächtigt, Bilanzfälschung betrieben zu haben. Am Donnerstag sackte die Aktie um 3,3 Prozent ab.

Nestle: Der Konzern ist im Sommerquartal etwas langsamer gewachsen als zuletzt. Das um Sondereffekte bereinigte organische Umsatzwachstum lag im dritten Quartal bei 3,7 Prozent – nach 3,9 Prozent im Quartal davor, wie das Unternehmen mit Marken wie Maggi und Nescafe am Donnerstag mitteilte. Insgesamt legte der Umsatz um 2,9 Prozent auf 68,4 Milliarden Franken zu. Die Aktie des Unternehmens verlor bis zum frühen Abend fast 2 Prozent.

Ceconomy: Am Mittwoch wurde es offiziell: der Ceconomy-Vorstandsvorsitzende Jörn Werner muss gehen. Nun steht der Elektronikhändler mitten in der Krise ohne Chef da. Die Aktie der Elektronikhandelsholding notierte am heutigen Donnerstag 1,7 Prozent im Minus.

Zooplus: Der Online-Händler für Heimtierbedarf hat auch dank zahlreicher Neukunden im dritten Quartal einen kräftigen Umsatzanstieg verbucht. Die Erlöse legten um 14 Prozent auf 378 Millionen Euro zu. Kumuliert stieg der Umsatz in den ersten neun Monaten um 13 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Firmenchef Cornelius Patt bekräftigte angesichts der Zuwächse sein Jahresziel, das ein Umsatzplus zwischen 14 und 18 Prozent vorsieht. Die Aktien von Zooplus notierten zuletzt bei minus 2 Prozent.

Analystencheck: RBC belässt PSA auf „Underperform“

Das Analysehaus RBC hat die Einstufung für PSA vor der Berichtssaison der europäischen Autobauer und -zulieferer zum dritten Quartal auf „Underperform“ mit einem Kursziel von 20 Euro belassen. Er bevorzuge die Hersteller VW und BMW sowie den Nutzfahrzeugbauer Volvo, wohingegen er bei den Zulieferern Vorsicht walten lasse, schrieb Analyst Tom Narayan in einer am Mittwoch vorliegenden Studie.

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