Dax aktuell Trumps Bekenntnis zur Nato entlastet den Dax

Das Bekenntnis von US-Präsident Trump zur Nato macht Investoren an der Börse etwas kauffreudiger. Nach gestrigen Verlusten erholt sich der Dax langsam.
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„Der Dax leidet unter der politischen Spannung im Handelskonflikt“

„Der Dax leidet unter der politischen Spannung im Handelskonflikt“

Europas Aktienanleger haben sich am Donnerstag vorsichtig aus der Deckung gewagt. Das Bekenntnis von US-Präsident Donald Trump zur Nato habe einigen Investoren Mut gemacht, sagte ein Händler. „So scheint es wenigstens an einer Front Entspannung zu geben.“ Zudem setzten viele Anleger auf gute Firmenbilanzen. Allerdings schwebe weiter der chinesisch-amerikanische Zollstreit über den Märkten.

Der Dax stieg um 0,6 Prozent auf knapp 12.493 Punkte. Auch der EuroStoxx50 legte zu. An der Wall Street notierte der Dow Jones zum europäischen Handelsschluss 0,7 Prozent höher.

Nach der scharfen Kritik an Deutschland und anderen Verbündeten bekannte sich Trump am Donnerstag in Brüssel bei einer Pressekonferenz grundsätzlich zum transatlantischen Verteidigungsbündnis. Händler verwiesen darauf, dass es im Vorfeld eine große Verunsicherung über das Treffen gegeben habe. „Einige hatten schon ein jähes Ende der Nachkriegsordnung befürchtet“, sagte ein Markteilnehmer. Nunmehr könne man sich zumindest vorläufig wieder den Wirtschaftsdaten zuwenden.

Im Fokus steht dabei die US-Berichtssaison, die am Freitag mit der Veröffentlichung der Bilanzen der Großbanken JP Morgan, Wells Fargo und Citigroup einen ersten Höhepunkt erreicht. Martin Lück, Leiter Kapitalmarktstrategie in Deutschland beim Vermögensverwalter BlackRock, hält positive Überraschungen und optimistische Ausblicke für möglich. „In der Folge dürften Analysten ihre Schätzungen nach oben revidieren und Aktienkurse den nötigen Spielraum erhalten, um schließlich das Jahr leicht im Plus zu beenden.“

Sky-Angebot zieht Mediensektor nach oben

Ganz oben im Dax standen die Papiere von FMC mit einem Plus von über zwei Prozent. Nach den Verlusten der letzten Tage wirke offenbar eine Kaufempfehlung aus den USA vom Dienstag nach, sagte ein Händler. Die Aktien des vor allem in den USA tätigen Dialyse-Herstellers seien zudem zuletzt stark gefallen. Alleine seit Monatsbeginn haben FMC gegen den Trend über viereinhalb Prozent verloren. „Da ist eine Gegenbewegung überfällig“, so der Händler.

Gefragt waren zudem Thyssenkrupp mit einem Plus von 1,4 Prozent. Die Analysten von Citi haben die arg gebeutelten Aktien zum Kauf empfehlen. Wegen der Führungskrise hatten die Titel am Mittwoch über vier Prozent eingebüßt.

Ein optimistischer Ausblick und ein Zukauf in der Schweiz machte den Anlegern bei Gerresheimer Kauflaune: Die im MDax gelisteten Aktien stiegen um über zwölf Prozent auf ein Rekordhoch von 78,90 Euro. Der Verpackungshersteller baut sein Geschäft mit Mikropumpen für medizinische Anwendungen aus.

Ein Bieterrennen ließ die Herzen der Aktionäre bei der Pay-TV-Gruppe Sky höher schlagen: Twenty-First Century Fox und der US-Unterhaltungsriese Comcast übertrumpften sich gegenseitig mit Geboten für den britischen Sender. Die Aktien legten über drei Prozent zu.

Ein überraschend schwaches Umsatzwachstum beim britischen Online-Modehändler Asos hat am Donnerstag Zalando zu schaffen gemacht. Die Aktien von Europas größtem Online-Modehändler fielen um fünf Prozent auf 47,33 Euro und hielten damit im MDax die rote Laterne. „Die Anleger nutzen die Enttäuschung über die Zahlen von Asos, um bei Zalando mal Kasse zu machen“, sagte ein Händler. Der britische Modehändler, der vor allem bei 20-Jährigen beliebt ist, hatte für die vier Monate bis zum 30. Juni ein Umsatzwachstum von 22 Prozent auf 802,7 Millionen Pfund ausgewiesen. Analysten hatten aber mit einem Plus von 25,8 Prozent gerechnet. Die Aktien stürzten um fast zwölf Prozent auf 5736 Pence ab.

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  • rtr
  • dpa
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