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Aktienkurstafel an der Frankfurter Börse

Der deutsche Aktienmarkt sendet Entspannungssignale.

(Foto: dpa)

Dax am 14. Januar 2019 Dax bleibt auch zu Wochenbeginn auf der Verliererstraße

Am Tag vor der Brexit-Abstimmung im britischen Parlament überwiegen bei Dax-Anlegern die Sorgen. Vor allem s chwache chinesische Handelsdaten setzten dem Aktienmarkt zu.
Update: 14.01.2019 - 18:32 Uhr Kommentieren

„Wenn das Parlament den Deal ablehnt, ist ein schmutziger Brexit wahrscheinlich“

DüsseldorfDas deutsche Börsenbarometer zeigt zum Beginn der neuen Handelswoche Widerstandswillen – doch zur Wende reicht es nicht: Nachdem der deutsche Leitindex schwach in den Handel gestartet war und im Vormittagshandel 0,6 Prozent verloren hatte, notierte der Dax zum Handelsschluss bei 10.856 Punkten, ein Minus von 0,3 Prozent. Am vergangenen Freitag hatte der Index zum Handelsschluss in gleicher Höhe verloren und bei 10.887 Zählern notiert.

Der Index der mittelgroßen Unternehmen MDax verliert 0,4 Prozent auf 22.572 Punkte. Den TecDax trifft es besonders hart, der Technologieindex verliert 1,6 Prozent auf 2.478 Punkte.

Vor allem schwache chinesische Handelsdaten setzen den Aktienmärkten zu. „Sowohl Importe als auch Exporte enttäuschten die Erwartungen und schüren Angst vor einer Verlangsamung des weltweiten Wachstums“, sagte Norbert Rücker, Chef-Analyst der Privatbank Julius Bär. Die chinesischen Exporte schrumpften im Dezember überraschend um 4,4 Prozent und damit so stark wie zuletzt vor zwei Jahren. Die Importe gingen sogar um 7,6 Prozent zurück.

Nach Ansicht von Stephen Innes, Chefhändler für den asiatisch-pazifischen Raum beim Broker Oanda, beweisen diese Daten, welch starken negativen Effekt der Handelsstreit mit den USA auf die chinesische und vielleicht auch die Weltwirtschaft hat. Analystin Helen Lau vom Broker Argonaut sieht in den schwachen Konjunkturdaten allerdings auch das Positive: Sie machten eine baldige Einigung der beiden Kontrahenten wahrscheinlicher.

Die Brexit-Abstimmung in England und der längste Haushaltsstreit in der Geschichte der USA belasten die Märkte noch zusätzlich. Denn der Ausgang beider Konflikte ist ungewiss, und das mögen Anleger ganz und gar nicht.

Einen Tag vor dem Votum im Unterhaus in London deutet vieles auf eine Absage an den Brexit-Deal hin, den Premierministerin Theresa May mit der EU ausgehandelt hat. „Wahrscheinlich lautet das Ergebnis: nein. Wie es dann weitergeht, ist unklar“, sagte Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank.

Völlig verhärtet scheinen die Positionen zwischen US-Präsident Donald Trump und den oppositionellen Demokraten, die im US-Repräsentantenhaus die Mehrheit haben. „Je länger der Shutdown dauert, desto größer können die negativen Wirkungen auf die Wirtschaftsentwicklung sein“, meinen die Helaba-Analysten. Viele konjunkturelle Daten werden aber nicht veröffentlicht. Auftragseingänge, Einzelhandelsumsätze, Lagerbestände, Bau- und Immobilienmarktdaten stehen zwar im Kalender, fraglich ist aber ob und wann die Zahlen bekanntgegeben werden.

Die Anfang Januar aufgekeimten Hoffnungen auf eine Lösung im Zollstreit hatten dem Dax gehörig Auftrieb gegeben. In der Spitze war er in der abgelaufenen Woche bis auf 40 Punkte an die 11.000-Punkte-Marke herangekommen, die er seit Anfang Dezember nicht mehr überschritten hat.

Doch abseits der aktuellen Probleme haben sich die fundamentalen Werte für deutsche Aktien deutlich verbessert. „Anleger haben ihre Erwartungen mittlerweile derart zurückgeschraubt, dass auf Sicht der kommenden Monate die Chancen für positive Überraschungen deutlich gestiegen sind“, meinen die Analysten der Helaba.  „Mögliche Schwächephasen bei Aktien stellen daher Kaufgelegenheiten dar“.

Sie begründen ihre Ansicht auch mit einigen fundamentalen Werten: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der Dax 30-Werte liegt mit 11,5 unter dem Durchschnitt, die Dividendenrendite mit 3,8 Prozent hingegen über den durchschnittlichen Werten der Vergangenheit.

Interessant fällt der Vergleich mit anderen Indizes wie Euro Stoxx 50, Dow Jones und S&P 500 aus. Keiner dieser drei Börsenbarometer bietet ein ähnlich attraktives Niveau, die US-Indizes liegen bei dem KGV deutlich über, bei der Dividendenrendite nahe am Durchschnittswert.

Sollte es bei den jeweiligen Problemen eine Lösung geben oder sich zumindest eine konkret andeuten, dürfte der Dax also mehr Potenzial als andere Indizes haben. Das dürften auch ausländische Investoren so sehen.

Blick auf die Einzelwerte:

Continental: Der Autozulieferer macht sich im neuen Jahr auf verstärkten Druck auf seine Gewinne gefasst. Bereits 2018 ist der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) um 14 Prozent auf rund 4,1 (2017: 4,7) Milliarden Euro geschrumpft, während der Umsatz bei 44,4 (44,0) Milliarden praktisch stagnierte. Doch die Zahlen genügen den Erwartungen der Anleger: Die Aktie gewinnt gut drei Prozent und setzt sich an die Spitze der Dax-Gewinner. Allerdings hat sich der Kurs des Papiers in den vergangenen zwölf Monaten bereits halbiert.

Deutsche Bank/Commerzbank: Welche Aktie profitiert mehr von den anschwellenden Fusionsplänen? Am heutigen Tag ist es die Deutsche Bank, deren Aktie zum Handelsschluss 0,8 Prozent höher als zum Schlusskurs am Freitag bei 7,46 Euro notierte. Die Commerzbank-Aktie hingegen rutschte bis zu zwei Prozent ins Minus, konnte im Verlauf des Handelstages ihre Verluste aber eingrenzen und schloss 1,3 Prozent schwächer bei 6,27 Euro.

Jubel über eine Fusion sieht anders aus. Bei beiden Banken bildet sich offenbar ein Konsens heraus, dass die Fusion schneller kommen muss, als bislang zumindest von der Deutschen Bank gewünscht, heißt es in Investmentbankerkreisen. Bislang hatte die Deutsche eine Fusion bis Ende Anfang 2020 ausgeschlossen.

Lufthansa: Die Aussicht auf einen geringeren Anstieg der Treibstoffkosten hat den Aktien der Kranich-Airline Auftrieb gegeben. Die Titel stiegen am Montag in einem fallenden Gesamtmarkt um 1,2 Prozent und waren einer der Gewinner im Dax. Die Airline rechnet wegen der zuletzt wieder gefallenen Ölpreise in diesem Jahr mit einem Anstieg der Kerosinkosten auf 6,3 Milliarden Euro von 6,1 Milliarden Euro, wie aus einer Unternehmenspräsentation hervorging. Bislang hatte sie rund sieben Milliarden Euro erwartet.

Was die Charttechnik sagt

Der erste Anlauf, um die Widerstandsmarke von rund 11.000 Punkten zu überwinden, ist offenbar gescheitert. Denn bei 11.009 und 11.051 Zählern liegen die Tiefs aus den Monaten Oktober und November des vergangenen Jahres, hinzu kommt noch die 38-Tagelinie bei 10.966 Zählern. Das Überwinden würde aus charttechnischer Sicht ein Plus von weiteren 700 Punkten ermöglichen.

Entscheidend dürfte nun sein, von welchem Punktestand aus der nächste Angriff auf die 11.000er Marke erfolgt. Die Bären möchten natürlich neue Tiefs unter 10.279 Punkte sehen, dem Zwei-Jahres-Tief von Ende Dezember 2018. Sollte der Dax unter 10.279 Zählern fallen, wären alle Hoffnungen auf bessere Börsenzeiten erstmal zu den Akten gelegt.

Blick auf die Börsen in Asien und USA

Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 sanken zur Eröffnung der US-Börsen am Montag um bis zu ein Prozent. Auf die Stimmung drückten enttäuschende chinesische Konjunkturdaten. Dies setzte vor allem Unternehmen zu, deren Geschäft von der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft abhängt. Hierzu gehörten Chiphersteller wie AMD und Micron, deren Aktien sich um bis zu 4,2 Prozent verbilligten. Die Papiere des Airbus-Rivalen Boeing und des Baumaschinenherstellers Caterpillar gaben jeweils mehr als ein Prozent nach.

Hinzu kamen zum Auftakt der US-Bilanzsaison enttäuschende Quartalsergebnisse der Citigroup. Die Aktie der US-Bank verlor zum Handelsstart, konnte dann aber kräftig um 3,6 Prozent zulegen.

Analystencheck: UBS senkt Kursziel für SAP-Aktie

Die Schweizer Großbank UBS hat das Kursziel für SAP von 108 auf 100 Euro gesenkt, die Einstufung aber auf „Buy“ belassen. Analyst Michael Briest verwies in einer am Freitag vorliegenden Studie auf die Signale einer sich abkühlenden Konjunktur. Gleichwohl zeige eine Umfrage der UBS unter den Kunden des Software-Konzerns, dass die Nachfrage 2019 stabil bleiben dürfte.

Laut dem Handelsblatt-Analystencheck gibt es 43 Kaufempfehlungen für die SAP, sechs Mal die Empfehlung zum Halten der Aktie. Keine Studie rät zum Verkauf.

Das gewichtete durchschnittliche Kursziel aller ausgewerteten 49 Analystenmeinungen, bei dem neuere Studien höher gewichtet werden, liegt bei rund 114 Euro. Die Aktie wird derzeit zum Kurs von 89 Euro gehandelt.

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