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Dax am 17. Januar 2019 Dax schließt im Minus – Deutsche-Bank-Anleger nehmen Gewinne mit

Der Dax scheitert seit sieben Handelstagen an der Marke von 11.000 Punkten – auch am heutigen Donnerstag. Und es spricht einiges dafür, dass sich das vorerst nicht ändern wird.
Update: 17.01.2019 - 18:33 Uhr Kommentieren

Dax stagniert – Quartalszahlen von Beiersdorf und Metro besser als erwartet

FrankfurtDer Dax kommt nicht voran. Seit sieben Handelstagen scheitert der deutsche Leitindex knapp an der Marke von 11.000 Punkten. Vor zwei Tagen fehlten lediglich fünf Punkte. Und an diesem Donnerstag änderte sich daran nichts. Der deutsche Leitindex schloss mit einem Minus von 0,1 Prozent bei 10.919 Punkten. Am gestrigen Mittwoch hatte das Börsenbarometer 0,4 Prozent im Plus bei 10.931 Punkten den Tag beendet.

Auch für den MDax blieb am Donnerstag unter dem Strich ein Minus. Der Index der mittelgroßen Werte gab um 0,2 Prozent auf 22.735 Punkte nach.

Damit war auch der Donnerstag ein weiterer „Inside Day“. So nennen Charttechniker einen Handelstag an der Börse, an dem der Index in der Kursspanne des Vortags blieb – zwischen 10.812 und 10.995 Punkten. Demnach liegt dann der Tagestiefpunkt oberhalb des Vortagestiefs und das Tageshoch unterhalb des Hochs vom Vortag.

Wenn eine dieser beiden Marken fallen sollte, dürfte wieder Schwung in den Handel kommen. Doch so einfach dürfte die 11.000er-Marke, die auch aus charttechnischer Sicht sehr wichtig ist, nachhaltig nicht zu überwinden sein. Zwar sei genügend heimische Nachfrage vorhanden, wie Verhaltensökonom Joachim Goldberg nach Auswertung der aktuellen Anlegerumfrage im Auftrag der Börse Frankfurt festgestellt hat. „Allerdings sind größere Käufe nur auf deutlich niedrigerem Niveau zu erwarten“, erläutert er.

Seiner Meinung bleibe der Dax zwischen 11.000 und 11.100 Punkte gedeckelt. In diesem Bereich dürfte es zu Gewinnmitnahmen kommen. „Es bedarf frischen, langfristigen Kapitals, um die derzeitige Pattsituation aufzulösen“, meint Goldberg. „Die Mindestvoraussetzung hierfür wären zumindest ein paar ökonomisch oder auch politisch positive Überraschungen.“

Nach den erheblichen Verlusten in den Vormonaten kann man eine aktuelle Pattsituation aber schon als Fortschritt bezeichnen. Offenbar ist derzeit das Schlimmste der monatelangen Korrektur vorbei. Zudem hat der Dax seit Jahresanfang drei Prozent zugelegt – seit August 2018 ein sehr seltenes Bild zur Monatsmitte.

Verschnaufpause vor der nächsten Brexit-Runde

Der vom britischen Parlament abgelehnte Brexit-Vertrag, das gescheiterte Misstrauensvotum gegen Premierministerin Theresa May und die in der Folge eher größer gewordene politische Unsicherheit über den weiteren Kurs nehmen Aktienanleger überraschend gelassen.

In der Hoffnung auf einen geregelten EU-Ausstieg Großbritanniens deckten sie sich mit dem Pfund ein. Es verteuerte sich um 0,4 Prozent auf ein Zwei-Monats-Hoch von 1,2941 Dollar. Nun sei „Zeit zum Durchschnaufen, bevor es in die nächste Runde geht“, sagte Commerzbank-Devisenanalystin Antje Praefcke. „Zumindest bis zum Wochenschluss dürften wir im Pfund Ruhe haben, schließlich sind die Chancen auf einen weichen Brexit wieder etwas gestiegen.“

Eher besorgt zeigen sich Investoren über den anhaltenden US-Haushaltsstreit. Der „Shutdown“ belastet weiter die Märkte, weil es keine Bewegung in dieser Sache gibt. Mit ihrer Mehrheit haben die Demokraten im Repräsentantenhaus erneut ein Gesetz verabschiedet, mit dem die Finanzierung der geschlossenen Teile der US-Verwaltung eröffnet werden können. Eine Abstimmung im Senat gilt aber als unwahrscheinlich, da der Mehrheitsführer im Senat Mitch McConnell nicht abstimmen lassen will, wenn die Zustimmung des US-Präsidenten nicht gesichert ist.

Wall Street und Asiens Börsen

Auf die Laune der Anleger drückte auch die Sorgen um die Konjunktur in China. Die dortige Notenbank pumpte erneut frisches Geld in die Märkte. Die Regierung in Peking will zudem ihre Investitionen verstärken. An den Börsen in Asien zogen sich Anleger zurück. Auch an der Wall Street hielten sie ihr Pulver trocken. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zu Handelsschluss in Europa kaum verändert bei 24.187 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gab 0,3 Prozent nach auf 2609 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq rutschte um 0,4 Prozent ab auf 7010 Stellen. Unter anderem enttäuschte die US-Investmentbank Morgan Stanley mit einem schwachen Anleihehandel im vierten Quartal. Ihre Aktien rutschten um mehr als fünf Prozent ab.

Blick auf die Einzelwerte

Autoaktien: Investoren trennten sich auch von Aktien der Autobauer, nachdem die USA erneut mit Importzöllen auf Fahrzeuge gedroht hatten. Titel von Daimler und VW büßten 1,8 beziehungsweise 1,4 Prozent ein, BMW verloren 0,4 Prozent. Für die deutschen Pkw-Hersteller sind die Vereinigten Staaten ein wichtiger Absatzmarkt.

Chipaktien: Der zu erwartende deutliche Umsatzeinbruch beim weltgrößten Chipauftragsfertiger TSMC hat die Anleger im Chipsektor am Donnerstag verunsichert. Der Apple-Zulieferer geht davon aus, dass die Erlöse im ersten Quartal um rund 14 Prozent einbrechen dürften. Die Aktien von Infineon fielen im Dax um zwei Prozent, Siltronic rutschten im MDax um mehr als fünf Prozent in den Keller. TSMC selbst gingen 1,4 Prozent fester aus dem Handel. Im vierten Quartal steigerte der taiwanische Konzern seinen Gewinn im vierten Quartal um 0,7 Prozent auf umgerechnet 2,85 Milliarden Euro.

Deutsche Bank/Commerzbank: Am Mittwoch hatten Spekulationen über eine Fusion die Aktienkurse noch deutlich beflügelt. Am Donnerstag nehmen Investoren ihre Gewinne mit. Papiere beider deutschen Geldhäuser verlieren deutlich. Deutsche-Bank-Papiere büßen im Tagesverlauf gut vier Prozent ihres Wertes ein und stehen auf der Liste der Dax-Verlierer ganz oben. Commerzbank-Aktien geben 3,4 Prozent ab. Am Mittwoch hatten Titel der Deutschen Bank 8,4 Prozent zugelegt. Die im MDax notierten Commerzbank-Papiere verteuerten sich um 7,4 Prozent.

Die Turbulenzen an den Finanzmärkten schüren bei Anlegern offenbar Verunsicherung über die Verfassung der europäischen Institute. Die französische Großbank Société Générale meldete für das vierte Quartal des vergangenes Jahres Einnahmeeinbußen im Kapitalmarktgeschäft von rund 20 Prozent. Für das Gesamtjahr erwartet die Bank, die stark auf das Geschäft mit Aktien und Aktienderivaten ausgerichtet ist, einen Rückgang von zehn Prozent im Bereich Global Markets and Investor Services. Aktien des Geldhauses rutschten im Pariser Leitindex um zeitweise mehr als vier Prozent ab, BNP Paribas verloren gut zwei Prozent, Crédit Agricole knapp 1,5 Prozent.

Beiersdorf: Der Nivea- und Tesa-Hersteller Beiersdorf ist 2018 trotz des starken Euro in der Pflege- und Klebersparte gewachsen. Der Umsatz legte im vergangenen Jahr um 2,5 Prozent auf 7,23 Milliarden Euro zu. Bereinigt um die Folgen des starken Euros und die Effekte von Zu- und Verkäufen habe das Wachstum 5,4 Prozent betragen. Die Aktie schließt praktisch unverändert.

Metro: Der Handelsriese hat im wichtigen Weihnachtsgeschäft den flächenbereinigten Umsatz gesteigert. Das kriselnde Russland-Geschäft konnte dabei seinen Abwärtstrend stark bremsen. An seiner Prognose für das Gesamtjahr hält der Düsseldorfer Konzern fest. Die Aktie steigt um 6,6 Prozent.

RTL/Pro Sieben Sat1: Die Verkaufsempfehlungen von Merrill Lynch für die beiden Medienkonzerne setzten die Papiere unter Druck. Sie sackten jeweils um etwa fünf Prozent ab. Der sich beschleunigende Trend hin zu Online-Video-Angeboten belaste das Werbegeschäft der klassischen TV-Anbieter, schrieb Analyst Adrien de Saint Hilaire in einer aktuellen Studie.

Was die Charttechnik sagt

Auf dem Weg nach oben muss der Dax ein ganzes Widerstandbündel überwinden, unter anderem liegen bei 11.009 und 11.051 Zählern die Tiefs aus den Monaten Oktober und November des vergangenen Jahres. Das Überwinden der Tiefpunkte wäre aus charttechnischer Sicht eher eine Überraschung, würde aber ein Plus von weiteren 700 Punkten ermöglichen.

Deswegen sollten Anleger nicht den Blick nach unten vergessen. Die „Bären“ möchten natürlich neue Tiefs unter 10.279 Punkte sehen, dem Zwei-Jahres-Tief von Ende Dezember 2018. Sollte der Dax unter 10.279 Zählern fallen, wären alle Hoffnungen auf bessere Börsenzeiten erstmal zu den Akten gelegt. Auf dem Weg dahin könnte das Januar-Tief mit 10.400 Punkten Halt bieten.

Analystencheck: Berenberg Bank empfiehlt Südzucker zum Kauf

Die Privatbank Berenberg hat Südzucker von „Sell“ auf „Hold“ hochgestuft und das Kursziel von neun auf 13 Euro angehoben. Eine geringere Ernte infolge der Dürre in Europa dürfte nun eine deutlich niedrigere Produktion nach sich ziehen, während zuvor noch von einem Überangebot ausgegangen worden sei, schrieb Analyst James Targett in einer am Donnerstag vorliegenden Studie. Dies stütze die Erholung der Zuckerpreise.

Laut dem Handelsblatt-Analystencheck gibt es zwei Kaufempfehlungen für die Südzucker-Aktie, drei Mal die Empfehlung zum Halten der Aktie. Sechs Studien raten zum Verkauf.

Das gewichtete durchschnittliche Kursziel aller elf ausgewerteten  Analystenmeinungen, bei dem neuere Studien höher gewichtet werden, liegt bei 13,56 Euro. Die Aktie wird derzeit zum Kurs von rund 13,29 Euro gehandelt.

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