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Dax-Ausblick Aktienmärkte starten mit Kursplus ins Jahr – die größten Sorgen sind aber noch nicht verschwunden

Fragiler Optimismus an den Finanzmärkten: Die Aktienmärkte sind nach monatelangem Kursrutsch mit einem Plus ins Jahr 2019 gestartet. Doch Brexit und Handelsstreit schwelen weiter.
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Zu Jahresbeginn konnten sich die Finanzmärkte fangen. Die Konjunkturrisiken sind aber noch nicht aus der Welt. Quelle: dpa
Halt gesucht

Zu Jahresbeginn konnten sich die Finanzmärkte fangen. Die Konjunkturrisiken sind aber noch nicht aus der Welt.

(Foto: dpa)

Durchatmen. Nach einer wochenlangen Talfahrt und einem miserablen Aktienjahr bleibt Anlegern zum Beginn des neuen Jahres etwas Zeit zum Verschnaufen. Die erste volle Handelswoche schloss der Deutsche Aktienindex mit einem leichten Plus bei 10.887 Zählern. Damit rückt die 11.000-Punkte-Marke, die Anfang Dezember nach unten durchbrochen wurde, langsam wieder in Reichweite.

Ökonomen und Analysten blicken vorsichtig optimistisch in die kommende Woche. Sowohl eine erste Schätzung für das deutsche Bruttoinlandsprodukt des vergangenen Jahres (Dienstag), die jüngsten Einzelhandelsumsätze (Mittwoch) oder Daten zur Industrieproduktion in den USA (Freitag) sollten zeigen, dass die Rezessionsängste der vergangenen Monate übertrieben seien. „Die alte Börsenweisheit‚ politische Börsen haben kurze Beine, dürfte sich letztlich auch dieses Mal wieder bewahrheiten“, schreibt DZ-Bank Chefvolkswirt Stefan Bielmeier.

Wenn da nur nicht die alten Sorgen wären: Der Handelskonflikt zwischen den USA und China schwelt weiter und lässt auch die Konjunkturängste brodeln, in den USA wird weiter über Mauern und Haushalte gestritten und was aus dem Brexit wird, weiß immer noch keiner.

Zumindest ein wenig schlauer dürften wir bald in der Causa Brexit sein. Am Dienstag soll der von Großbritannien mit der EU ausgehandelte Brexit-Vertrag nach einem Monat Aufschub dem britischen Parlament vorgelegt werden. Dass die Briten dem Vorschlag zustimmen, gilt aber weiter als äußerst unwahrscheinlich. Wie es weiter geht, ist völlig unklar. „Deal, No-Deal, neues Referendum, Neuwahlen, Plan B, C oder D: Keine der Möglichkeiten findet derzeit eine Mehrheit, alles wirkt unwahrscheinlich. Die Chance wächst, dass die Briten eine mehrmonatige Fristverlängerung über den 29. März hinaus verlangen. Die Entscheidung hierüber fällt allerdings die EU, und zwar einstimmig. Das Drama setzt sich fort“, schreibt die Helaba in ihrem Wochenausblick.

Aktien

Die Experten hoffen auf stabilisierende Konjunkturdaten, also gute Nachrichten vom BIP und den Indikatoren aus den USA. Trifft dies zu, könnten die Kurse leicht steigen. In der Brexit-Abstimmung erkennt die Commerzbank keinen Anlass zur Hysterie. Denn nur bei sieben Prozent der Gütergruppen von Produkten aus Großbritannien haben einen Anteil von mehr als zehn Prozent an den deutschen Importen, analysieren die Analysten. Die meisten Güter dürften also durch Konkurrenzprodukte aus anderen Ländern ersetzbar sein. Jene Unternehmen mit großen Umsatzanteilen in Großbritannien hätten sich teilweise gegen einen Wertverlust des britischen Pfundes abgesichert. Die Risiken für die Kurse im Dax aus der Abstimmung zum Brexit-Vertrag sollten sich daher im Zaum halten.

Anleihen

Nach einem turbulenten Jahresstart sollten sich die Bewegungen bei den Staatspapieren beruhigen. Zum einen nimmt das Volumen von Neu-Emissionen deutscher Anleihen ab. Zum anderen haben die Notenbanken zuletzt einen umsichtigeren Kurs bei der Zinsentwicklung angekündigt, was die Renditeerwartungen für die kommenden Wochen schmälert.

Benoît Cœuré, Direktoriumsmitglied der EZB, erklärte jüngst, dass das Ende der Netto-Anleihekäufe kein Wendepunkt, sondern eine Anpassung sei. Die Zinsen würden noch lange Zeit sehr niedrig bleiben. In den USA, wo der Leitzins seit Ende 2015 bereits neunmal erhöht wurde, schafft sich die Notenbank Fed mehr Spielraum. Der Vorsitzende der Fed, Jerome Powell, hatte ein vorsichtigeres Vorgehen bei der Zinspolitik angekündigt.

Währungen

Nachdem sich weitere Notenbankmitglieder der Ansicht ihres Chefs angeschlossen haben und zur Geduld bei weiteren Zinsschritten raten, neigte der US-Dollar zur Schwäche, was den Euro stärkte. Die europäische Gemeinschaftswährung kletterte Ende dieser Woche erstmals seit Anfang November wieder über den Kurs von 1,15 Dollar je Euro.

In der kommenden Woche könnte der Euro jedoch erneut verlieren. Sollte sich das britische Parlament gegen den Brexit-Vertrag aussprechen, könnte das dem Euro schaden, auch wenn der Großteil dessen in Erwartung einer Schlappe bereits eingepreist sein dürfte.

Rohstoffe

Das Ende des Preisaufschwungs beim Öl dürfte noch nicht erreicht sein. Brachen die Ölpreise zum Jahresende 2018 noch ein, zählen sie seitdem zu den großen Gewinnern. Seit Jahresbeginn hat sich die Nordseesorte Brent um knapp 14 Prozent verteuert. Ein Barrel (159 Liter) kostet wieder mehr als 60 Dollar.

Rückenwind erhielt der Preis vom schwächeren Dollar – und Öl wird schließlich in Dollar gehandelt. Je schwächer die US-Währung, desto billiger wird der Rohstoff für Länder mit anderen Währungen, was potenziell die Nachfrage steigen lässt. Hinzu kommen die Opec-Förderkürzungen, die in den kommenden Wochen am Markt noch deutlicher zum Vorschein kommen. Bei Brent kann es noch weiter nach oben gehen, glauben die Analysten der Bank of America Merrill Lynch.

Aufseiten der Edelmetalle konnte Gold zuletzt mit einem Preisanstieg überzeugen und dürfte im Kontext der Konjunktursorgen weiter gefragt bleiben. In der kommenden Woche richtet sich der Fokus indes auf Palladium. Das Edelmetall findet vor allem in Katalysatoren von Ottomotoren Verwendung. Seit August nun legt Palladium eine beeindruckende Rally hin, infolge der der Preis um knapp 50 Prozent stieg.

Nun aber stehen die Zeichen schlechter: 2018 fiel der Autoabsatz in China erstmals seit zwei Jahrzehnten. Nächste Woche werden Zahlen für die Neuzulassungen in der EU für Dezember vorgelegt. „Sollten diese ebenfalls enttäuschen, dürfte dies die ohnehin von uns als überhitzt eingestufte Palladium-Rally ausbremsen“, kommentieren die Analysten der Commerzbank.

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