Dax-Ausblick Alle Blicke richten sich auf die EZB

Die Notenbanker sollen es richten. Wenn die EZB den Geldhahn öffnet, könnte es zu einer Kurs-Bonanza kommen. Wenn nicht drohen hohe Verluste. In jedem Falle drohen hektische Kursbewegungen. Womit Anleger rechnen müssen.
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Händler an der Frankfurter Börse: Anleger hoffen auf die EZB. Quelle: dpa

Händler an der Frankfurter Börse: Anleger hoffen auf die EZB.

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Rettet die EZB die Eurozone oder nicht? Diese Frage wird Aktienanleger in den kommenden Tagen auf Trab halten. Denn die Angst vor einem Übergreifen der Schuldenkrise auf starke Euroländer ist massiv gestiegen. Und damit auch die Angst vor einem finanziellen Kollaps. „Für eine Lösung der Schuldenkrise geht es inzwischen nicht mehr um die Mittel des EFSF, diese Diskussion ist abgehakt. Es geht nur noch um die Rolle der EZB“, sagt Aktienstratege Jörg Rahn vom Vermögensverwalter Marcard, Stein & Co.

Der europäische Rettungsfonds EFSF wird am Markt wegen seiner komplizierten und immer noch unklaren Ausgestaltung schon lange äußerst skeptisch gesehen. Sollten tatsächlich auch Italien, Spanien oder gar Frankreich auf Hilfe angewiesen sein, reichen dessen Mittel bei weitem nicht. „Die Zentralbank ist letzten Endes die einzige Instanz mit genügend Macht und Power, um das Ruder noch herumzureißen“, so Rahn.

Der Vertrauensschwund in die Eurozone hat sich in den vergangenen Tagen vor allem am Anleihemarkt manifestiert. Die Risikoaufschläge auf Schuldenpapiere starker Euroländer wie Frankreich oder Österreich zogen deutlich an. Der Dax hat im Wochenverlauf vier Prozent verloren und lag am Freitagmittag 0,1 Prozent niedriger bei 5842 Punkten. Die Wochenverluste des EuroStoxx50 beliefen sich auf 3,5 Prozent.

In Griechenland und in Italien haben inzwischen neue Regierungen ihre Arbeit aufgenommen und tiefgreifende Reformen in Aussicht gestellt. Zur Beruhigung der Finanzmärkte reiche das aber nicht, konstatiert die Landesbank Berlin. Zu viel Vertrauen sei verspielt. „Der Druck auf die EZB wächst, deutlich mehr Anleihen der Peripherieländer zu kaufen und so die Staatsschuldenkrise zu bekämpfen“, schlussfolgert auch Volkswirt Michael Schubert von der Commerzbank. Die Bilanzrisiken für die Zentralbank hält er für überschaubar. Langfristige Risiken seien allerdings nicht wegzudiskutieren: „Der Patient lebt, aber der Arzt ist tot“, umschreibt Schubert das absehbare Problem der EZB.

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15 Kommentare zu "Dax-Ausblick: Alle Blicke richten sich auf die EZB"

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  • Die EU-Verträge müssen geändert werden.
    Wichtig wäre dass der Geldtransfer über die Leistungsbilanzüberschüsse nach Deutschland (Ø14 Milliarden im Monat) aufhört.
    Die jetzige Verträge schützen die Industrie der wirtschaftlich schwache Euroländer nicht genug.
    Diese Verträge könnten nur funktionieren wenn alle Euroländer gleich stark wären und gleiche natürliche Standortvorteile hätten. Das ist aber bei weitem nicht der Fall.

  • Bist wohl selbst ein Taschendieb, hä??

  • Beim EURO halten lauern gefahren...
    Was hat Angie gesagt: "Wir haben über unsere Verhältnisse gelebt."
    Das heisst auf Gut Deutsch ich muss euch einiges weg nehmen. Das geht durch Inflation und Steuern. Das sind noch die besseren Tage.
    Der Kampf um den Euro ist als eine Schupserei der Taschentrickdiebe zu sehen, während sie hinschauen, nimmt der dritte ihnen den Geldbeutel ab.
    Die Polizei warnt das Juncker, Merkel, Schäuble und Co. schon Kriminell auffällig geworden sind.

  • Wir sind wie ein Alkoholkranker. Der bekommt qualvolle Entzugserscheinungen, wenn man ihm den Alkohol entzieht. Würden die Zentralbanken die Zinsen stark erhöhen und die Geldschöpfung plötzlich bremsen, würde es uns ähnlich ergehen. Das System würde kollabieren. Deshalb sieht sich die Zentralbank gezwungen, immer mehr Geld bereitzustellen. Das aber macht das System noch krisenanfälliger. Ein Teufelskreis. Es werden sich weitere Blasen bilden, die irgendwann platzen und großen Schaden anrichten.Uns muss klar sein, dass viele Werte am Finanzmarkt fiktiv sind. Es sind Luftbuchungen, die an den Märkten gehandelt werden, die aber keinen realen Gegenwert besitzen. Wenn das Geld plötzlich weg ist, staunen die Leute: Wer hat denn jetzt mein Geld? Die Antwort ist: niemand. Es war ja nie wirklich da. Das ganze Dilemma, warum die Deutschen soviel Tages-,Festgeld, Bankanleihen, Bundeswertpapiere, Lebensversicherungen etc. halten ist der hartnäckige Glaube, dass die Bank und der Staat "Dein Freund" sind. Das wurde den Deutschen ja auch jahrzehntelang vorgegaukelt. Leider ist es aber so, dass man, wenn man Leute vom Gegenteil überzeugen will, nur müde belächelt, oder gar als gefährlicher Anarchist oder bedauernswerter Spinner dargestellt wird. Die Geldmengenvermehrung ist der Weg des kleinsten Widerstandes für Demokratien. Geldvermehrung ist eine Enteignung wehrt euch dagegen indem ihr Gold und Silber benutzt !!!

  • Es gibt zwei Gruppen, die eine europafreundliche, aber Euro- und EUdSSR-kritische Partei verhindern wollen.

    1. Gruppe sind die Nutznießer.
    Diese Gruppe sieht in den "Euro" ein ideales Mittel für eine unbefristete Transferunion. Außer den anderen Geberländer sind alle Länder in Europa dafür.

    2. Gruppe sind die Deutschlandhasser.
    Diese Gruppe will Deutschland auflösen und eine neue D-Mark passt ihnen da gar nicht ins Konzept.

    Beide Gruppe sind in Parteien und Presse sehr aktiv.

    Mit einer eigenen Währung in Freiheit und Eigenverantwortung zu leben und sich durch Fleiß einen eigenen Wohlstand aufzubauen, ist natürlich absolut eine Ansicht der Mitte. Aber die beiden genannten Gruppen werden nichts unversucht lassen, diese neuen Parteien in die rechte Ecke zu stellen.

  • @roktober:

    ...Recht so... ...ich pflüge gerade meinen Garten für die kommende Obst- und Gemüse-Wachstumsstory... ;-)

  • Die EZB wird dem Druck nachgeben und Spielgeld drucken auf Teufel komm raus! Ist doch absehbar. Fazit: sein eigenes geld sicher unterbringen, bevor die Inflation die Werte frißt, d.h. physisches Gold einlagern im Tresor und allen Politikern eine lange Nase drehen! Vielleicht auch noch ins Auge fassen, den eigenen Garten umzugraben, um im Notfall auf Kartoffel- und Gemüseselbstversorgung umsteigen zu können und ein Teil des Gartens einzäunen für ein Schwein für die notwendigen Fleischrationen ... oder will man nicht mähen, dann eben ein oder zwei Schafe!
    Dann können uns die Goldmänner und Konsorten gestohlen bleiben!

  • Ich verstehe eines nicht: angeblich gibt es in der Bevölkerung eine breite Masse an Euro-Gegnern, die die Absicht haben, umgehend aus dem Euro auszusteigen. Anscheinend hat aber keine ernsthafte Partei die Absicht, diese Politik vertreten zu wollen, obwohl sie daraus großen politischen Nutzen ziehen könnte.

    Der Wähler kann sich entscheiden zwischen:

    - schlimm: CDU, FDP (zögerlich, z.T. zerstritten)
    - schlimmer: SPD, Grüne (mit Vollgas in den Abgrund => Eurobonds)
    - abgrundtief: Linke (Null Ahnung von Wirtschaft, aber Klassenkampf)
    - ahnungslos: Piraten (frische, aber weltfremde Tekkies)

    Über die Parteien, die mir bekannt und gegen den Euro sind, will ich nicht diskutieren, weil sie mir suspekt sind.

    Warum also gibt es keine Partei, die man als politisch mittig denkender Mensch wählen kann? Folgende Erklärungsideen:

    [ ] Gegen den Euro zu sein ist keine Idee der politischen Mitte, sondern ein radikales isolationistisches nationalistisches Konzept.
    [ ] Es ist zwar einfach, mit eine Kontra-Euro-Meinung durch Talkshows zu tingeln. Die Protagonisten nutzen diese Chance aber nur, um persönlichen Nutzen zu ziehen, meiden jedoch die Veranwortung.
    [ ] Dagegen sein ist einfach. Euro-Gegner können zwar meckern, sind aber nicht in der Lage, eine vernünftige politische Alternative zu entwickeln. Möglicherweise, weil es keine gibt.

    Jetzt wird es derber:

    [ ] Wir haben vielleicht ein Demokratieproblem. Obwohl angeblich eine breite Opposition gegen den Euro existiert, konstituiert sie sich nicht.
    [ ] Es gibt diese Opposition nicht, sondern es handelt sich nur um ein paar Krakeeler.

  • Oft habe ich bei solchen Artikeln den Eindruck, den Boersianern wuerde es vollkommen reichen, wenn die EZB die Aktienkurse rettet. Europa spielt eigentlich keine Rolle.

    Genau so sehe ich es auch in den USA. Aber dort ist das Spiel durch die plumpen Aktionen der FED ja nicht mehr zu uebersehen.

  • Durch die Anleihenkäufe für die PIGS-Staaten und wohl bald auch Frankarm mischt sich die größte Bad Bank der Welt (EZB) politisch massiv ein. Sie schreibt blaue Briefe mit Forderungen - spielt also politisch durch Zuckerbrot und Peitsche mit. Wer aber "unabhängig" sein will, darf sich auch nicht einmischen. Das ist der fatale Widerspruch der EZB.

    Aber alles was auschließlich der EUdSSR-Elite nutzt, ist ja alternativlos!

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