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Dax-Ausblick An den Märkten herrscht trügerische Hoffnung

Die gute Börsenstimmung vom Wochenausklang ist vermutlich von kurzer Dauer. Neben Belastungen aus der Politik könnten allen voran Konjunktur- und Firmenzahlen enttäuschen.
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Der Handelsstreit zwischen China und den USA und der nahende Brexit bleiben das marktbeherrschende Thema in der neuen Börsenwoche. Quelle: ddp images
Blick in den Frankfurter Handelssaal

Der Handelsstreit zwischen China und den USA und der nahende Brexit bleiben das marktbeherrschende Thema in der neuen Börsenwoche.

(Foto: ddp images)

FrankfurtEine Schwalbe macht bekanntlich längst noch keinen Sommer. Auch wenn Donald Trump am Freitag betonte, dass die Gespräche im Zollstreit mit der Volksrepublik China auf einem sehr guten Weg seien und der US-Präsident eine Verlängerung der Frist für eine Einigung über den 1. März hinaus in Aussicht stellte: Bankanalysten halten dies lediglich für einen Stimmungsaufheller, dem bald echte Verhandlungsergebnisse folgen müssen.

Dazu kommt: Trump hat zwar den Regierungsstillstand in den USA behoben, aber mit seiner Erklärung des nationalen Notstands an der Grenze zu Mexiko das nächste politische Fass geöffnet. In den USA herrscht also noch lange nicht eitel Sonnenschein.

Am Freitag sagte Trump, dass Verhandlungen im Handelskonflikt mit China kompliziert seien, aber extrem gut liefen. Das hatte den Aktienmärkten zum Wochenausklang noch einen Schub verliehen und den großen Leitindizes in Europa und den USA zu einem ordentlichen Wochenplus von rund drei Prozent verholfen.

Allein am Freitag schlossen in den USA der Dow-Jones-Index der Standardwerte um 1,7 Prozent höher bei 25.883 Punkten. Der breitere S&P-500 legte um gut ein Prozent zu auf 2775 Zähler zu. Die Leitindizes in Europa wie der Dax und der EuroStoxx 50 kletterten um knapp zwei Prozent.

Fortschritte sehnlichst erwartet

Fortan müssten „entsprechende Fakten folgen, sonst könnte es mit dem Aufwärtstrend an den Aktienmärkten schnell vorbei sein“, mahnt Robert Greil, Chefstratege der Bank Merck Finck. „Viele Unternehmen dürften dann zurückhaltend bleiben.“ Die Gespräche zwischen China und den USA sollen nun in der neuen Woche in Washington fortgesetzt werden. Der US-Präsident hatte damit gedroht, zum 2. März weitere US-Zölle auf Waren aus China festzulegen, sollte es bis dahin keine Einigung geben.

Zugleich beschäftigt Trump die Weltöffentlichkeit weiter mit einem US-politischen Problem, kaum dass der Regierungsstillstand abgewendet ist. „Trump sucht nun auf anderem Wege die Konfrontation“, indem er den nationalen Notstand ausrufe, um entsprechende Gelder für den Bau seiner Mauer an der mexikanischen Grenze umzuleiten, erklärt Christian Apelt, Analyst der Helaba. „Der politische Konflikt in den USA wird uns also weiter begleiten“ , kommentiert er.

Ebenfalls genau dürften Investoren auf jede Neuigkeit zum Brexit achten. Sechs Wochen vor dem eigentlichen Ausstiegs-Termin sei das Land von einer Lösung noch weit entfernt, sagt Peter Dixon, Ökonom der Commerzbank. Ende Februar will das britische Parlament über neue Änderungsvorschläge für den Brexit-Vertrag abstimmen. Der Ausstieg aus der EU ist für den 29. März geplant.

Neuer Geldsegen der EZB?

Sorgen bereitet den Strategen ferner die schwache Konjunktur in Europa: Das Wachstum in der Euro-Zone lag im vierten Quartal lediglich bei 0,2 Prozent und fiel damit so schwach aus wie im Sommer. Vor dem Hintergrund der eingetrübten Konjunkturaussichten denkt die Europäische Zentralbank (EZB) über erneute Geldspritzen für die unter den Nullzinsen leidenden Banken nach. Das kündigte ihr Direktor Benoit Coeure am Freitag auf einer Veranstaltung in New York an.

Er könne sich eine Neuauflage der Langfristkredite für Geschäftsbanken vorstellen, sagte Coeure und stützte damit am Freitag zunächst vor allem europäische Bankaktien. Wichtig werden in der kommenden Woche daher neue Stimmungsindikatoren vor allem zur deutschen Wirtschaft: „Nach vier Rückgängen der Einkaufsmanager-Indizes und des Ifo-Geschäftsklimas ist eine Trendwende überfällig“, meint Greil von Merck Finck.

Allerdings rechnen Strategen mehrheitlich mit einer weiteren Verschlechterung der Konjunkturstimmung. Am Dienstag berichtet das ZEW-Institut über die Konjunkturerwartungen in Deutschland, am Donnerstag folgen Markit Einkaufsmanagerindizes für Deutschland und Europa. Am Tag darauf steht der Ifo-Geschäftsklimaindex an.

Die Indizes für Deutschland „dürften insgesamt ein etwas getrübtes Stimmungsbild abgeben“, erwartet Stefan Bielmeier, Chefvolkswirt der DZ Bank. Bei den Einkaufsmanagerindizes für den Euro-Raum rechnet er dagegen mit einem gemischten Bild: „Während sich das Stimmungsbarometer für das verarbeitende Gewerbe wohl nochmals etwas eingetrübt hat, könnte es unter den Dienstleistern zu einer leichten Aufhellung der Stimmungswerte gekommen sein“, meint Bielmeier.

Auf Seiten der Unternehmen wird es ab Mittwoch spannend, wenn mit Fresenius und Fresenius Medical Care die nächsten Dax-Konzerne ihre Geschäftsergebnisse des vergangenen Quartals vorlegen. Am Donnerstag folgen unter anderem die Deutsche Telekom, Henkel und Hochtief.

Am Freitag werden die Geschäftszahlen von Volkswagen erwartet. Am selben Tag stellen die Autobauer Daimler und BMW in Berlin ihr Gemeinschaftsunternehmen für Carsharing und andere Mobilitätsdienste vor.

Mit Material von Reuters.

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