Dax-Ausblick Anleger fürchten politische Probleme

Die Aktienmärkte sind fest im Griff der Politik, Konjunkturnachrichten und Quartalsberichte finden kaum Beachtung: Für Spannung ist gesorgt, politische Nachrichten dürften den Dax weiter auf Berg- und Talfahrt schicken.
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Nachrichten aus den EU-Krisenländern werden die Märkte auch in der kommenden Woche fest im Griff haben. Quelle: Reuters

Nachrichten aus den EU-Krisenländern werden die Märkte auch in der kommenden Woche fest im Griff haben.

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Frankfurt, DüsseldorfÜber Wohl und Wehe an den europäischen Aktienmärkten wird wohl auch in der neuen Woche einzig und allein die Politik entscheiden. Vor allem die immer noch schwelende Angst vor einem Kollaps Italiens und die sich hinziehende Misere Griechenlands dürften in den Köpfen der Anleger kaum Raum für andere Themen lassen.

Analysten sehen sich deshalb derzeit kaum in der Lage, Prognosen für die Entwicklung an den Börsen abzugeben. „Es wird am Markt weiter sehr volatil bleiben, je nachdem wie Italien sich gerade fühlt. Wenn die Zinsen dort wieder hoch gehen, wird es am Aktienmarkt auch wieder runter gehen“, sagte Markus Wallner, Aktienstratege bei der Commerzbank. In der zu Ende gehenden Woche war die Rendite der zehnjährigen italienischen Papiere zeitweise bis auf die kritische Marke von 7,5 Prozent gestiegen - das war der höchste Stand seit der Einführung des Euro und zudem das Niveau, auf dem Portugal und Irland unter den Rettungsschirm schlüpfen mussten.

Die Lage am Rentenmarkt entspannte sich etwas, als sich abzeichnete, dass der frühere EU-Kommissar Mario Monti als Favorit für die Nachfolge des Noch-Regierungschefs Silvio Berlusconi gilt. Bauchschmerzen bereitete den Anlegern zudem das Gezerre um die Bildung einer neuen Regierung in Griechenland.

Nach einem wilden Auf und Ab an den Börsen verzeichnete der Dax bis Freitagnachmittag ein Plus von knapp einem Prozent. Es ist beachtlich, wie stabil die Märkte auf die Zuspitzung der Schuldenkrise bislang reagierten, schreiben die Analysten der Landesbank Berlin in einem Kommentar. Für die Experten ist ein stärkerer Rücksetzer, auch bis zu den Jahrestiefs, bei anhaltender Sorge um Italien durchaus im Bereich des Möglichen. Die Aktienstrategen bringen die Lage auf den Punkt: „Das Umfeld für die Aktienmärkte stellt sich demnach weiter fragil und sehr anfällig dar.“ Auch sie rechnen nach wie vor mit starken Schwankungen. Spannend dürfte es daher am Montag werden, wenn Italien neue Anleihen begibt. Die Fragen, die sich die Börsianer derzeit stellen, sind: Finden diese Papiere Abnehmer - und zu welchem Preis?

Konjunkturdaten und Quartalszahlen werden fast ignoriert
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15 Kommentare zu "Dax-Ausblick: Anleger fürchten politische Hiobsbotschaften"

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  • @KeepCool: Teil 1 (ich stehe auf) sehe ich auch so, habe aber momentan nur Immobilie, Cash und wenig Gold, da ich sehr kurzfristige Marktbewegungen ausnutze und momentan keine delta-one-Strategie fahre. Teil 2 (ich stehe nicht auf) sehe ich grundsätzlich auch so. Die Wahl des Emittenten ist wichtig, und vereinzelt gibt es nette Zertifikate. Da RBS quasi-staatlich ist, hätte ich dort weniger Bedenken. Den Minimum-Varianzansatz finde ich theoretisch gut fundiert und statistisch valide.

  • @deltaone:

    Ich stehe momentan auf robuste Aktien, Immobilien, Rohstoffe, Cash.

    Bezüglich der Aktien bin ich geduldig. Aktien fallen und steigen. Solange die Firmen nicht pleite gehen und wir hier keinen Sozialismus bekommen, macht mir ein Kursverfall wenig Kummer.

    Worauf ich nicht stehe: Immobilienfonds, Schuldverschreibungen (z.B. Zertifikate), Staatsanleihen, langfristige Festgelder.

  • @KeepCool: Genau. Anhänger des CAPM? Falls ja, könnte dies für den Aktienanteil ein Baustein sein: AA0KFZ

  • Wer kann die langfristige politische Entwicklung mit Sicherheit prognostizieren? Nur derjenige kann alles auf eine Karte setzen. Insiderkenntnisse sind hilfreich.

    Ansonsten hilft nur eine sinnvolle Diversifizierung. Davon wird man zwar nicht maximal reich, hat aber das höchst mögliche Maß an Absicherung.

  • Kein Silber? Ich finde gerade dort die Preisentwicklung sehr interessant ...
    Ansonsten gilt: Politische Nachrichten verändern Kurse. Man kann darüber jammern. Oder die Bewegungen nutzen.

  • D`accord ! Das klingt schon viel besser, und ist auch meine Meinung. 30 % (bis max. 50 %) aber nur Goldbarren, nicht Silber, als Anker im Portfolio.
    Und die Basis ist selbstverständlich eine eigene Immobilie zum selber drin wohnen !

  • Der echte Anleger sagt: Unsinn! Gold und Silber sind Beimischungen, nicht Ersatz für werthaltige Anlagen.

  • LOOOOL Selten so einen Schwachsinn gelesen. Am besten alles Geld im April in Silber bei Kursen von fast 50 USD oder aber im September in Gold bei über 1.900 USD stecken, gelle ?!
    Kurse, die auf Jahre hinaus nie mehr erreicht werden !

  • Um welche Anleger geht es hier? Es gibt doch nur noch einen Anleger, die EZB, die als Müllabfuhr alle Schrottpapiere kauft! Jeder vernünftige Mensch ist bereits aus Aktien ausgestiegen, hat seine Lebensversicherung gekündigt und hat alles Geld in Gold und Silber angelegt.

  • Die Fragen, die sich die Börsianer derzeit stellen, sind: Finden diese Papiere Abnehmer - und zu welchem Preis?
    Wenn sie nicht genug Abnehmer finden sollten wird wieder die EZB einspringen. Wo ist also das (kurzfristige) Problem? Europa wird Italien nicht pleite gehen lassen, dies käme für das Weltfinanzsystem einer Katastrophe gleich, daher sind diese hysterischen Reaktionen an den Märkten (nicht selten von Spekulanten initiiert) blosse Makulatur. Man kann diese Dynamik, an deren Ende eine Hyperinflation stehen wird, sowieso nicht mehr aufhalten. Bis dahin wird aber noch viel passieren.

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