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Dax-Ausblick Anleger hoffen auf die Unterstützung der EZB

Eine Annäherung im Handelsstreit zwischen den USA und China hat den Börsen zuletzt Auftrieb gegeben. Im Fokus stehen kommende Woche die Notenbanken.
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Die Zentrale der EZB in Frankfurt am Main. Quelle: dpa
Europäische Zentralbank

Die Zentrale der EZB in Frankfurt am Main.

(Foto: dpa)

FrankfurtMahnende Worte von EZB-Chef Mario Draghi könnten in der kommenden Woche die Börsen weiter steigen lassen. Die Notenbanker der Eurozone treffen sich am Donnerstag in Frankfurt, um über die Zinsen der Eurozone zu entscheiden. Eine Anhebung der Leitzinsen erwarten die Märkte nicht vor Ende 2019.

Aus Sicht von Michael Gapen, Analyst bei der britischen Barclays-Bank, könnte Draghi die Märkte aber darauf vorbereiten, dass er die Zinswende noch weiter verschiebt. Er erwarte eine zurückhaltende Rede des EZB-Chefs, schreibt Gapen in einer Analyse. Grund dafür seien die zuletzt schwachen Wirtschaftsdaten aus dem Euroraum.

So hat sich das Wachstum etwa in Deutschland im vierten Quartal 2018 deutlich abgeschwächt. Im Vergleich zum Vorquartal ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) vorläufigen Zahlen zufolge nur um 0,1 Prozent gestiegen. Im dritten Quartal war die deutsche Wirtschaft sogar leicht geschrumpft – damit ist die größte Volkswirtschaft der Eurozone nur knapp an einer Rezession vorbeigeschrammt.

Zudem liegt die Inflationsrate in der Währungsunion mit zuletzt 1,6 Prozent deutlich unter dem Zwei-Prozent-Zielwert der EZB. Damit gibt es für Draghi kaum Anlass, von seiner Niedrigzins-Politik abzuweichen. Sollte der EZB-Chef sich besorgt über die Entwicklung in der Eurozone äußern, dürften Anleger das als Signal für einen Zinsschritt frühestens 2020 interpretieren – und bei Aktien zugreifen.


Auch die Vorgaben aus den USA sind positiv: Am Freitag deckten sich Anleger wieder mit US-Aktien ein. Grund dafür war eine Annäherung im Handelsstreit zwischen den USA und China. China bietet einem Agenturbericht zufolge den USA an, in den kommenden sechs Jahren deutlich mehr Produkte einzuführen und auf diese Weise das Handelsdefizit abzubauen.

„Es ist zwar so gut wie unmöglich, den Stand der Beziehungen zwischen den USA und China vernünftig einzuschätzen“, sagte Jasper Lawler, Chef-Analyst des Online-Brokers LCG. „Dennoch lechzt der Markt nach jeder Schlagzeile. Das zeigt, wie sensibel er auf das Handelsthema reagiert.“

Der Leitindex Dow Jones legte am Freitag 1,4 Prozent auf 24.706 Punkte zu. Der breiter gefasste S&P 500 gewann 1,3 Prozent auf 2670 Zähler, der Index der Technologiebörse Nasdaq notierte 1,0 Prozent höher bei 7157 Punkten.

Die Wall Street schaffte damit die vierte Woche mit Kursgewinnen in Folge: Der Dow gewann seit Montag knapp drei Prozent, der S&P 2,9 Prozent und der Nasdaq 2,7 Prozent – so starke Kursgewinne wie seit Oktober 2011 nicht mehr. Der Dax in Frankfurt hatte 2,6 Prozent fester geschlossen.

Der Haushaltsstreit in den USA dürfte die Anleger auch in der kommenden Woche beschäftigen. Je länger der Shutdown der US-Regierungsbehörden anhält, desto gravierender dürften die Auswirkungen auf die US-Konjunktur sein. Torsten Sløk, Chefvolkswirt der Deutschen Bank in New York, schätzt, dass der Shutdown bereits 0,2 bis 0,3 Prozentpunkte BIP-Wachstum gekostet hat.

Sollte die Blockade des Haushalts das gesamte Quartal anhalten, könnte das Wirtschaftswachstum Sløk zufolge um einen Prozentpunkt zurückgehen. Eine Einigung zwischen Demokraten und Republikanern im Haushaltsstreits gilt zwar als unwahrscheinlich, könnte jedoch die Aktienmärkte weiter stützen.

Ein Risiko für die Märkte könnte jedoch China werden: Das Land legt am Montag Zahlen zum BIP im vergangenen Jahr vor. Negative Überraschungen beim chinesischen Wirtschaftswachstum könnten den Börsen einen Dämpfer verpassen. Am Donnerstag stehen zudem in Deutschland und Europa mit dem Einkaufsmanagerindex die Veröffentlichung eines vielbeachteten Konjunkturbarometers an.

In den USA geht zudem die Berichtsaison weiter: So legen etwa der IT-Riese IBM, der Pharmakonzern Johnson & Johnson sowie die Schweizer Bank UBS Zahlen vor. In der vergangenen Woche hatte einige Unternehmen bereits überraschend negative Zahlen veröffentlicht.

So machte der Elektroauto-Pionier Tesla ersten Berechnungen zufolge zum Jahresabschluss weniger Gewinn als im dritten Quartal. Außerdem sollen 3000 Stellen gestrichen werden. Tesla-Titel verloren am Freitag fast 13 Prozent.

Enttäuscht reagierten Investoren auch auf die Zahlen von Netflix. Die Online-Videothek lockte zwar so viele Neukunden an wie nie zuvor. Das Umsatzplus zum Jahresende 2018 und die Ziele für das laufende Quartal blieben aber hinter den Erwartungen zurück. Netflix-Aktien verbilligten sich um vier Prozent.

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