Dax-Ausblick Anleger im Wahlfieber

Die Anleger richten ihre Augen auf Amerika. Dort wird der mächtigste Mann des Planeten gewählt. Für die Märkte steht einiges auf dem Spiel. Allerdings wird in der kommenden Woche nicht nur die Wahl wichtig.
2 Kommentare
Die Börse blickt auf die USA. Quelle: Reuters

Die Börse blickt auf die USA.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfPräsidentschaftswahlen in den USA, die Ratssitzung der EZB und eine Flut von Unternehmenszahlen - der Kalender für die neue Woche ist prall gefüllt. Dennoch gehen Börsianer davon aus, dass der Dax keine großen Sprünge machen dürfte. "Was die Anleger brauchen, sind nachhaltige Signale, dass die US-Konjunktur sich stabilisiert", sagt Tobias Basse, Aktienstratege bei der NordLB. "Und sie wollen das Ende der Euro-Krise sehen." Solange es in diesen beiden Punkten keine Klarheit gebe, dürfte auch der Dax nicht vorankommen. Im Oktober hat der deutsche Leitindex gerade einmal 0,6 Prozent zugelegt. Der Dax gewann auf Wochensicht bis Freitagmittag gut ein Prozent.

Für Kaufimpulse sorgten vor allem gute Konjunkturdaten aus China und den USA. Das Sturmtief "Sandy" wiederrum, dass der Wall Street eine zweitägige Zwangspause verordnete, wirkte sich kaum auf die Kurse aus. In Deutschland enttäuschte die Berichtssaison zunächst die Anleger, doch später nahm sie Fahrt auf. Besonders die Zahlen von Deutsche Bank, Lufthansa und Beiersdorf überzeugten die Investoren. Doch nichtsdestotrotz wird die Lage für die Unternehmen immer unangenehmer. Langsam aber sicher spüren sie den Gegenwind der erlahmenden Weltkonjunktur. Insbesondere die Nachfrage in Südeuropa lässt zu wünschen übrig. Vielen deutschen Konzernen ermöglicht nur noch die einigermaßen stabile Lage in Asien gute Umsatzzahlen.
Obama-Bonus oder Romney-Rally?

Besondere Aufmerksamkeit dürften die Anleger in der kommenden Woche den US-Präsidentschaftswahlen schenken. Allerdings dürfte den Börsen dieser Welt weitgehend egal sein, wer von beiden das Rennen macht, meint Torsten Gellert vom Handelshaus FXCM. Viel entscheidender sei die zukünftige Gestaltung der Mehrheitsverhältnisse in Repräsentantenhaus und Senat. "Die Frage, ob die Blockadepolitik der beiden Lager weiter geht oder man vor allem beim Schuldenabbau nach Kompromissen suchen wird, entscheidet nicht nur über den weiteren Weg der Welt- und Wirtschaftsmacht USA, sondern hat auch weitreichende Konsequenzen für die Weltwirtschaft."

Von Bibo bis Swing State - Was Sie zur US-Wahl wissen müssen
A combination photo shows U.S. first lady Michelle Obama and Ann Romney, wife of Republican presidential nominee Mitt Romney, during the U.S. presidential campaign debate in Hempstead
1 von 22

.Ann Romney: 63, Ehefrau, Mutter von fünf Söhnen, Großmutter von 16 Enkelkindern. Vorliebe für Hosenanzüge und Hemdkleider. Beim zweiten Fernsehduell lieferte sie sich mit Gegenspielerin Michelle Obama (48) ein knalliges Duell: Wem das pinke Dress wohl besser steht?

Bibo
2 von 22

Bibo (Big Bird): Gelber Riesenvogel aus der „Sesamstraße“. Vom Aussterben bedroht, weil Romney im ersten TV-Duell ankündigte, dem Heimatsender der Sesame Street (PBS) die Mittel kürzen zu wollen. Ein gefundenes Fressen für Obamas Wahlhelfer.

Eastwood attends the premiere of "Trouble with the Curve" at the Village theatre in Los Angeles
3 von 22

Clint Eastwood: Hollywood-Legende und Werbeträger für die Republikaner. Er sorgte jedoch auf deren Parteitag für große Verwirrung, indem er minutenlang mit einem leeren Stuhl diskutierte. Sein imaginärer Gesprächspartner: US-Präsident Barack Obama.

Democrats Push To Get Out The Vote In South Florida
4 von 22

Dino: (Abkürzung für: Democrat in Name Only, Demokrat nur dem Namen nach): Politiker, der den Demokraten angehört, aber mit den Republikanern stimmt. Der Gegenpart heißt übrigens Rino (Republican in Name Only).

Gewerkschaftstag der IG Metall
5 von 22

Election Day (Wahltag): Kein Sonntag wie hierzulande, sondern in den USA alle vier Jahre der Dienstag nach dem ersten Montag im November – und das seit mehr als 160 Jahren schon. Dieses Mal fällt der Election Day auf den 6. November.

-
6 von 22

First Teens: Obamas Töchter Malia (14) und Sasha (11), die jüngsten Kinder im Weißen Haus seit der Präsidentschaft von John F. Kennedy. Sie werden vom Vater im Wahlkampf gern erwähnt, da sie Sympathieträgerinnen sind. Romneys Söhne sind alle schon erwachsen.

Parteitag der Republikaner in Tampa, US-Wahlkampf 2012
7 von 22

Grand Old Party („Große alte Partei“): Bezeichnung für die US-Republikaner seit dem späten 19. Jahrhundert. Beeindruckt in Deutschland vor allem als Abkürzung: GOP.

Neben dem Präsidenten wählen die Amerikaner am 6. November ein Drittel der 100 Senatoren und das gesamte Repräsentantenhaus neu. Letzteres wird derzeit von den Republikanern beherrscht. In der zweiten Kammer, dem Senat, haben die Demokraten bislang das Sagen.

"Gewinnt der Präsident nur über einen Teil des Kongresses die Kontrolle, könnte ein politisches Patt die dringend notwendige haushaltspolitische Einigung gefährden", warnt Adrian Brass, Fondsmanager des Fidelity America Fund. Dies dürfte an den Märkten wohl als schlechtestes Ergebnis gewertet werden.

"Künftiger US-Präsident muss fiskalische Kippe umschiffen"
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

2 Kommentare zu "Dax-Ausblick: Anleger im Wahlfieber"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Warum soll der Dax bis auf 7000 fallen?
    Ok 2 % Festgeldzinsen sind zur Zeit auch nicht schlecht.

  • Kommt sie die Jahresend-Rally oder kommt sie doch nicht? Ab Mittwochmorgen wissen wir mehr. Um 7000 kauf ich mir jedenfalls die Perlen aus dem DAX. Dafür liegt seit Monaten ein 7-stelliger Betrag auf dem Tagesgeldkonto. Und seitdem ich am Freitag meine 40K Infineon mit sattem Gewinn liquidiert habe, ist der Cashberg nicht keiner geworden. Zinsen gibt es ja nur lächerliche 135 €/Tag bei 2% dafür.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%