Dax-Ausblick Anleger verdrängen die Zypern-Krise

Die Meinungen über die Relevanz Zyperns gehen weit auseinander. Analysten sehen den Fall Zypern gelassen. Der Dax hält sich bislang gut. Aber wie lange können die Anleger die Krise ignorieren?
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Marktanalyst vor der Dax-Tafel. Der Markt nimmt den Fall Zypern gelassen. Zu Recht? Quelle: dapd

Marktanalyst vor der Dax-Tafel. Der Markt nimmt den Fall Zypern gelassen. Zu Recht?

(Foto: dapd)

In der neuen Woche werden Anleger das neue Rekordhoch beim Dax wohl nicht erleben. Börsianer sehen wenig Chancen für einen Sprung über die Marke von 8.151 Punkten. Der Streit um die EU-Hilfen für das hoch verschuldete Zypern wirke nach wie vor als Bremsklotz. Von Unternehmensseite erwarten sie keine großen Impulse.

In der alten Woche hatte der Dax etwas mehr als 100 Punkte verloren. Angesichts der Umstände hielt sich der Leitindex allerdings recht gut. Die Anleger blieben am Freitag trotz gefallenem Ifo-Index und Zypern-Hick-Hack gelassen.

Ist Zypern systemrelevant oder nicht?

„Ist das kleine Zypern nun wirklich relevant für das System Euro-Zone oder nicht? Das ist die Frage der Stunde“, schreibt Torsten Gellert, Deutschlandchef beim Devisenbroker FXCM, in seinem Marktkommentar. Er beantwortet die Frage selbst: „Alles in allem könnte man beim Blick auf die Zahlen zu dem Schluss kommen, die Systemrelevanz Zyperns für die Eurozone hielte sich in Grenzen.“

Ein Scheitern der Rettung werde den deutschen Leitindex nur kurzfristig von seinem Rekordkurs abbringen, betonen auch die Analysten der Commerzbank. „Aus unserer Sicht wäre eine Eskalation der Staatsschuldenkrise wenig wahrscheinlich. Zum einen stellt Zypern mit seinem völlig überdimensionierten Bankensystem und seinen laschen Geldwäscheregeln einen Sonderfall dar.“ Die Commerzbank erwartet, dass der Dax im Jahresverlauf auf ein neues Rekordhoch von 8.500 Indexpunkten steigen wird. Die bisherige Bestmarke aus dem Jahr 2007 liegt bei 8151,57 Punkten. Derzeit fehlen dem deutschen Leitindex noch gut 200 Zähler bis dahin.

Es gibt aber auch mahnende Stimmen: Saumil Parikh von Pimco warnte im Interview mit Handelsblatt Online vor dem politischen Schaden einer Pleite Zyperns. Wirtschaftlich sei Zypern kaum von Bedeutung, allerdings könne das Land zum Präzedenzfall werden. Sollten die Euro-Länder nicht bereit sein, im Notfall füreinander zu haften, werde der Euro auf lange Sicht nicht überleben, erklärte Parikh.

Für die meisten Anleger scheint das bislang kein Thema zu sein. Sie setzen darauf, dass die Zypern-Krise bald überstanden ist; und wenn nicht, dann werde es die Notenbank richten, so die Hoffnung.

Konjunkturdaten werden wieder wichtiger
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4 Kommentare zu "Dax-Ausblick: Anleger verdrängen die Zypern-Krise"

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  • Das Handelsblatt fragt
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    Aber wie lange können die Anleger die Krise ignorieren?
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    So lange sie wollen.

    5, 10 oder 15 Milliarden Euro hier, da oder sonstwo ändern nichts in der europäischen Wirtschaft.

    Das sind etwa 0,1% des jährlichen BSP der Eurozone.

    Und wenn ganz Zypern in die Steinzeit abmarschiert, sind es 0,2%.

  • was spricht eigentlich dagegen, das der DAX bei einem EU Austritt Zyperns steigt !!! - oder : was hat Zypern für die anderen EU Staaten Positives zu bieten ??

  • Welche seltene und wohltuende Abwechslung mal keinen Weltuntergangskommentar zu lesen.

    Ich bin zwar kein institutioneller Anleger, aber dafür richte ich mein Augenmerk auf Dividenden, d.h. einen regelmäßigen Zahlungsstrom aus der Anlage. Das bietet mir im Auegnblick keine (sichere) Anleihe und deshalb ist für mich die Anlage in ausgewählte Aktien auch Alternativlos.

    Im Bereich der Versorger, Energiewerte in Europa/USA/Kanada oder auch vereinzelter Werte aus Australien bieten sich so im Schnitt 5% Dividendenrendite.

    Da ist mir dann das hektische Auf und Ab an den Börsen wurscht, weil ich nicht für 20 Sekunden oder 20 Minuten kaufe, sonder für 20 Jahre.

    Zypern geht pleite. Fliegt aus dem Euro oder man hält das Projekt Euro noch länger am leben. So what?

  • Ist doch alles im Lot. Für den institutionellen Anleger liegt der Stopp-Kurs im DAX momentan bei 7640, und wird täglich mit der 90 Tage-Durchschnittsline immer ein Stück weiter hochgezogen. Somit ergibt sich bis jetzt schon ein gesichertes Plus von satten ca. 24 % seit dem technischen Kaufsignal zw. 6300 bis 6500 Ende Juni/Anfang Juli, bzw. 14 % seit dem Nachlader für Spätzünder bei ca. 7000 im November (Plain Vanilla). So einfach geht Geld verdienen an der Börse mit substanziellen Beträgen (7-stellig aufwärts). Bei Einzeltiteln sieht der Performance natürlich zum Teil deutlich besser aus.

    Neuengagements sind erst wieder ratsam nach Ausbruch über das ATH bei 8151. Denn dann ist der Weg frei bis 8500, im Idealfall sogar bis 9000 im Verlauf des Jahres.

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