Dax-Ausblick Beruhigungspillen und neue Allzeithochs

Die Märkte sind weiter auf Rekordjagd. Und wenn man Experten glaubt, dann wird das auch in der kommenden Woche so bleiben. Einmal mehr sind alle Blicke auf EZB-Präsident Mario Draghi gerichtet. Bremst er die Rally aus?
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Die Notenbank dürfte den Märkten bei einer Straffung ihres Kurses auf eine andere Weise entgegenkommen. Quelle: dpa
Beruhigungsmittelchen

Die Notenbank dürfte den Märkten bei einer Straffung ihres Kurses auf eine andere Weise entgegenkommen.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie Aktienmärkte eilen von einem Allzeithoch zum nächsten. „Aktuell scheint es mehr die Regel denn die Ausnahme zu sein, dass jede Woche ein neues Allzeithoch an den Märken markiert wird“, sagt Michael Bissinger, Analyst bei der DZ Bank. In der abgelaufenen Woche konnte der Dax die 13.100-Punkte-Marke knacken und der amerikanische Dow Jones erzielte in acht aufeinanderfolgenden Tagen ein neues Allzeithoch. „Die Stimmung an den Aktienmärkten ist außergewöhnlich gut, von den geopolitischen Krisen ist in den Kursen nichts zu sehen“, so Bissinger.

Auch in der kommenden Woche können Börsianer Experten zufolge wohl dies- und jenseits des Atlantiks mit neuen Rekorden rechnen. „Viel spricht dafür, dass die kriechende Aktienrally erst einmal anhält“, sagt Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck Privatbankiers. Auch Tine Choi ist überzeugt: „An den Arbeitsmärkten geht es aufwärts, der private Konsum ist robust, und die Unternehmensinvestitionen steigen“, sagt die Chef-Anlagestrategin der Danske Bank. „Ein globaler Aufschwung in Kombination mit einer niedrigen Inflation bedeutet, dass sich die Wirtschaft in einem sogenannten 'Goldlöckchen-Szenario' befindet – ein für Anleger ideales Umfeld.“

Der Aufschwung an den Märkten wird weiter befeuert von der Politik des billigen Geldes. Entsprechend groß ist die Aufmerksamkeit, wenn eine der großen Notenbank tagt. Und deshalb ist die EZB-Sitzung und Mario Draghis daraufhin folgende Pressekonferenz am Donnerstag das Ereignis der Woche.

Denn dann wird sich zeigen, ob die Gerüchte zutreffen, nach denen die Notenbank ihre bereits im April auf monatlich 60 Milliarden Euro reduzierten Anleihekäufe tatsächlich ab Januar 2018 halbiert und bis September nächsten Jahres verlängert.

In jedem Fall ist ein weiterer Schritt zu etwas mehr geldpolitischer Normalität zu erwarten. „Die EZB-Sitzung am Donnerstag ist ein Schlüsselereignis für die Märkte“, sagt Greil. „Dabei dürfte die Notenbank allzu genaue Festlegungen über die weitere Reduzierung ihrer Anleihekäufe vermeiden, um flexibel zu bleiben.“

Welche Dax-Titel noch attraktiv sind

VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.

WKN
ISIN
DE0007664039
Börse
L&S

+0,82 +0,55%
+149,08€
Chart von VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.
Volkswagen
1 von 20

Bei dem aktuellen Kurs und den für die nächsten zwölf Monate erwarteten Gewinne wird bei VW ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 5,8 vorhergesagt. Der Analyst Stuart Pearson sieht Volkswagen – auch wegen des modularen Elektrifizierungsbaukastens – auf einem guten Weg, eine neue Produktpalette auf den Markt zu bringen, welche die Branche verändern könnte.

Bei dem Kurs-Gewinn-Verhältnis handelt es sich um ein Verhältnis zwischen dem Reingewinn einer einzigen Aktie und dem Kurs dieses Wertpapiers. Je niedriger das KGV, desto attraktiver erscheint die Aktie. Doch Anleger sollten sich nur auf eine einzelne Kennzahl verlassen.

(Quelle: Bloomberg)

DEUTSCHE LUFTHANSA AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0008232125
Börse
L&S

+0,38 +1,70%
+22,68€
Chart von DEUTSCHE LUFTHANSA AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.
Deutsche Lufthansa
2 von 20

Auch für die Deutsche Lufthansa wurde ein geringes KGV für die nächsten zwölf Monate errechnet. Dieses liegt bei 6,8. Der Analyst Wolfgang Donie ist sich sicher, dass Lufthansa mit dem Kauf der Teile von Air Berlin einen Wachstumsimpuls für die Plattform Eurowings geschaffen habe. Auch aufgrund der Tarifeinigungen stufte er das Wertpapier auf „Kaufen“ ein.

DAIMLER AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007100000
Börse
L&S

-0,04 -0,07%
+57,59€
Chart von DAIMLER AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Daimler
3 von 20

Mit Daimler wurde für einen weiteren deutschen Automobilhersteller ein geringes KGV, welches bei 7,6 liegt, berechnet. Der Analyst Patrick Hummel schreibt, dass nach den Kartellvorwürfen und der Debatte um ein Fahrverbot von Dieselfahrzeugen die Investoren nun wieder vom Automobilsektor angezogen würden.

BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN EO 1

WKN
ISIN
DE0005190003
Börse
L&S

-0,66 -0,81%
+79,89€
Chart von BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN EO 1
BMW
4 von 20

Ein etwas höheres Kurs-Gewinn-Verhältnis als die Konkurrenz aus Stuttgart hat BMW mit einem KGV von 8,0. Auch hier wirken sich die gleichen Faktoren auf die Investoren aus, wie es bei Daimler der Fall ist.

DEUTSCHE BANK AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005140008
Börse
L&S

+0,07 +0,72%
+9,42€
Chart von DEUTSCHE BANK AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Deutsche Bank
5 von 20

Ein KGV von 10,7 wurde für die nächsten zwölf Monate für die Deutsche Bank errechnet. Die Analysten von RBC Capital scheiben, dass die Investmentbanking-Erträge für das laufende Jahr geringer ausfallen könnten, als die Bank bis jetzt signalisiert hat. Dementsprechend reduzierte RBC die EPS – Ertrags- und Gewinnprognosen – für die Deutsche Bank für die Jahre 2017 bis 2019.

ALLIANZ SE VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0008404005
Börse
L&S

+2,51 +1,45%
+175,03€
Chart von ALLIANZ SE VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.
Allianz
6 von 20

Die Baader Bank hat das Kursziel der Allianz SE auf 196 Euro angehoben. Zuvor lag es noch bei 186 Euro. Trotzdem wurde sie von „Buy“ auf „Hold“ herabgestuft. Das KGV für die nächsten zwölf Monate liegt laut der Berechnung bei 11,7.

RWE AG INHABER-STAMMAKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007037129
Börse
L&S

+0,01 +0,03%
+19,24€
Chart von RWE AG INHABER-STAMMAKTIEN O.N.
RWE
7 von 20

12,1 ist das berechnete KGV für RWE in den nächsten zwölf Monaten. RBC Capital beließ das Kursziel jüngst bei 25,50 Euro. John Musk schreibt, dass das Rumpfgeschäft von RWE ohne Innogy nach wie vor unterbewertet sei.

Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer erwartet, dass die EZB das Volumen der monatlichen Anleihenkäufe ab Januar vermutlich auf 30 Milliarden Euro reduziert. „Aber Draghi wird eine Menge Beruhigungspillen verteilen“, sagt er. „Die EZB wird alles tun, dass das Zurückfahren der Käufe nicht als ein Ende der lockeren Geldpolitik erscheint.“ Die Staatsanleihen der hochverschuldeten Länder dürften kaum leiden. Die Konjunktur im Euro-Raum werde weiter von einer eigentlich viel zu lockeren Geldpolitik angefacht. An den Märkten dürfte die Reduzierung der Anleihekäufe bereits eingepreist sein.

Der Streit über die Unabhängigkeit Kataloniens könnte Investoren die Suppe allerdings versalzen. Zuletzt hatten die Entwicklungen in Spanien die europäischen Börsen leicht belastet. „Der Knatsch zwischen Madrid und Katalonien wird sich verschärfen, bevor sich die Lage verbessert“, warnt Analyst Neil Wilson vom Brokerhaus ETX Capital. Ob das aber reicht, um die jahrelange Hausse an den Märkten abzuwürgen?

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