Dax-Ausblick „Der Aufwärtstrend ist nicht zu Ende“

Die Aktienmärkte haben seit Jahresbeginn deutlich zugelegt – auch dank des Geldregens der Notenbanken. Experten glauben, dass es mittelfristig weiter bergauf gehen wird. Doch die Zweifel an der Börsenparty wachsen.
Update: 02.06.2013 - 09:34 Uhr 11 Kommentare
Der Bulle als Symbol für steigende Kurse. Langfristig gehe es für Aktien bergauf, sagen Experten. Quelle: Reuters

Der Bulle als Symbol für steigende Kurse. Langfristig gehe es für Aktien bergauf, sagen Experten.

(Foto: Reuters)

Frankfurt„Sell in May and go away“ lautet eine alte Börsenweisheit, der diesmal wohl die Wenigsten gefolgt sind. Im Mai knackte der Dax ein Rekordhoch nach dem anderen und schaffte den höchsten Stand aller Zeiten bei 8.558 Punkten. Insgesamt legte der Leitindex fast sechs Prozent zu. Die Notenbanken haben ohnehin eine verkehrte Welt geschaffen: Investoren freuen sich über schlechte Konjunkturdaten der USA - da wundert es auch nicht, dass eine Börsenweisheit obsolet wird. „Im Allgemeinen bleibt das Bild an den Finanzmärkten eindeutig: Geldpolitik schlägt Fundamentaldaten“, schreibt Robert Halver von der Baader Bank in seinem Marktkommentar.

Mit ihrem billigen Geld sind die Notenbanken mitverantwortlich für die Rally an den Aktienmärkten. Die Fed kauft derzeit Anleihen und Immobilienpapiere im Volumen von 85 Milliarden Dollar monatlich, um damit die heimische Konjunktur anzukurbeln. Sie will damit so lange fortfahren, bis die Arbeitslosenquote auf 6,5 Prozent von derzeit 7,5 Prozent gefallen ist.

In den vergangenen Wochen hatten einige Fed-Vertreter allerdings laut darüber nachgedacht, die Käufe zu drosseln, sollte sich die US-Konjunktur deutlich erholen. Die Marktteilnehmer stellen sich deshalb die entscheidende Frage: Wann ist Schluss mit dem Geldregen?

Sollte die Fed ihre Geldpolitik zurückfahren, könnten weitere Notenbanken folgen, vermuten Börsianer. Doch noch ist es nicht so weit. Nach Einschätzung des Aktienstrategen Peter Garnry von der Saxo Bank wird sich die Fed mit einer Entscheidung noch Zeit lassen. „Sie wollen mehr Konjunkturdaten sehen“, fügte er hinzu.

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11 Kommentare zu "Dax-Ausblick: „Der Aufwärtstrend ist nicht zu Ende“"

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  • Das war evtl. etwas vorschnell formuliert, zumal es auch heißen würde, dass alle die momentan auf steigende Aktienkurse setzen naiv wären. Die Gruppe der Naiven sind wirklich nicht kursbestimmend (wertbestimmend). Außerdem gibt es zahlreiche plausible Argumente für steigende Aktienkurse.

    Mit meinem kurzen Artikel wollte ich nur darauf Hinweisen, dass es für mich den Anschein hat, als ob in der Depression und Krise die Banken, Versicherungen und Schattenbanken ihr Aktienportfolio im Eigenhandel bis zur Decke füllen und eine Weltuntergangsstimmung verbreiten, und dann aus heiterem Himmel, ist dann wieder alles bestens und die Gewinnaussichten für die Zukunft sind super rosig.

    Ich persönlich sehe und fühle das anders: die EU hat seine Strukturprobleme zum großen Teil nicht gelöst, und besonders die Jugendarbeitslosigkeit wird noch ein riesiges Problem werden, mit China gibt es evtl. einen Handelskrieg, und Japan als Industrienation (Konkurrenz zu Deutschland) versucht auf Teufel komm raus seine Währung abzuwerten, was den Druck auf Deutschlands Exporte erhöht. Von daher kam die Bezeichnung "naive Anleger", in Wirklichkeit ist es natürlich meine persönliche Interpretation der Sachlage.

  • Ob Höchststände erreicht, weiß man leider erst im Nachhinein. Es liegt doch in der Natur der Sache, dass man bei jedem neuen Schritt Höchstände erreicht, während es bergauf geht. Erst in der Nachschau wird klar, ob es ein Höchststand war. Zur Beurteilung, ob man Aktien kaufen sollte oder nicht, taugt dies nicht sonderlich. Würde man sich konsequent an diesen Ratschlag halten, würde man schon bei ersten Schritt am Fuße des Berges stoppen und ihn zum Gipfel erklären;)

    Und ich könnte jetzt nicht sagen, dass überhaupt Werbung für Aktien statfinden würde. Spontan denke ich da an die 90er Jahre, wo sogar Fernsehspots für Aktien geschaltet wurden. Auch diese Euphorie und Medienpräsenz um die Jahrtausendwende war mehrere Größenordnungen von der Situation heute entfernt.

  • Dem kann ich nur zustimmen, tatsächlich ist es möglich das die Geldflut noch weiter anhält und das die Aktienmärkte dann noch um einiges weiter steigen.

    Ich persönlich bin der Meinung, dass man grundsätzlich nicht kaufen sollte, wenn a) Höchststände erreicht sind und b) übertrieben für bestimmte Märkte in den Medien geworben wird. Es sei denn man kennt sich sehr gut aus und man wählt einzelne Aktien dann gezielt aus, die man anständig nach unten mit einem Stopp-Loss absichert. Das ist für mich aber eher weniger eine Option.

  • Das hat er tatsächlich gesagt, aber es ist aus dem Zusammenhang gerissen:

    Die Washington Post schrieb im Oktober 2005:

    '"House prices are unlikely to continue rising at current rates," said Bernanke, who served on the Fed board from 2002 until June. However, he added, "a moderate cooling in the housing market, should one occur, would not be inconsistent with the economy continuing to grow at or near its potential next year."'

    Damit hatte er insofern recht, als der Höhepunkt der Preissteigerung im Anfang 2006 erreicht war.

    Im selben Artikel wird dann aber klargestellt, dass sich Bernanke nicht auf die Kreditrisiken bezog:

    'Bernanke did not address the possibility of local housing bubbles or the risks faced by individual borrowers or lenders in a slowing market.'

    Im Gegensatz zu Greenspan, dem damaligen FED chief, der im selben Artikel genau auf eben dieses Risiko eingegangen ist und Übertreibungen in bestimmten Lagen gesehen hat, wenngleich er keine landesweite Blase ausgemacht hat.

  • 'Deshalb wird momentan tagtäglich die Werbetrommel für die Aktienmärkte geschlagen, damit möglichst viele noch vor dem Ende der Geldflut umschichten.'

    Natürlich gibt es ein Interesse bei bestimmten Marktteilnehmern, den Aktienmarkt zu beleben. Es gibt umgekehrt natürlich auch Short-Spekulanten, die das Gegenteil erreichen wollen. Und es gibt natürlich auch Teilnehmer, die zufrieden sind, wenn sich der Markt erst mal gar nicht bewegt, weil ihnen im Moment die Mittel fehlen in der gedachten Richtung zu spekulieren.

    Die Frage für den einzelnen ist immer, ob es eine bessere Alternative als die gegenwärtige Strategie gibt. Man kann natürlich auf Bargeld/Sparkonten setzen und hoffen, dass die EZB ein Einsehen hat und die Zinsen hebt. Aber ich glaube, da stehen die Chancen mittelfristig jetzt nicht so besonders gut.

    Jetzt kann man sich natürlich überlegen, wie lange die Geldflut in den USA noch andauert. Mit den überaus negativen Erfahrungen, welche die FED 1994 mit dem Zurückfahren gemacht hat, würde ich sagen: Das wird diesmal deutlich länger dauern;)

    Der Markt reagiert - wie so oft - hektisch übertrieben auf zarte Andeutungen, dass das Ende naht. Für einzelne scheint ja die Baisse mit Verlusten bis zu 40% schon ausgemachte Sache zu sein;) Was passiert denn, wenn z.B. im laufe der nächsten Woche auf breiter Front erkannt wird, dass ein Schwalbe auf dem US-Arbeitsmarkt keinen Sommer macht?

    Und in der Situation soll ich jetzt vom Aktienkauf Abstand nehmen;)

  • @brucemjack: Die Kurse werden nicht von naiven Anlegern gemacht. Ob die einsteigen oder aussteigen, spiel keine Rolle. Kurssprünge und Kursrutsche verursachen andere.

  • Wann darf man Ihr Foto auf den Titelseiten der Finanzgazetten bewundern? Es wird schwierig Ihren Namen nicht in einem Atemzug mit Warren Buffett, Peter Lynch etc. zu nennen.

    Lassen Sie mich raten - im Casion wissen Sie auch schon immer vorher, ob rot oder schwarz kommt und haben bisher selten etwas verloren.

  • Ich kann immer nur wieder das Gleiche betonen: Es geht in erster Linie darum, jetzt die Publikumsfonds und die naiven Anlegen in die Aktienmärkte zu locken. Ziel ist es, möglichst viel der Aktienbestände im Eigenhandel der Banken und Versicherungen (Kaufmannskanzleien) zu möglichst hohen Preisen zu verkaufen. Jedes Angebot braucht seine Käufer auf der anderen Seite um tatsächlich Gewinne zu realisieren. Deshalb wird momentan tagtäglich die Werbetrommel für die Aktienmärkte geschlagen, damit möglichst viele noch vor dem Ende der Geldflut umschichten. Wenn die Aktienmärkte wieder 30 - 40% (evtl. sogar noch mehr verloren haben), dann ist das Geschrei wieder groß... Aber dann lacht das Herz der Banken und Versicherungen, und vor allem der Schattenbanken, denn die haben Cash und wertstabile Vermögen bis zum umfallen!

  • Wieso immer nur das große Ganze? Wohin DAX und DOW rennen kann keiner sagen - am treffsichersten bestimmt noch die Wahrsagerin. Und eigentlich interessiert es doch auch nur am Rande.

    Ich rate meinen Kunden zu einigen wenigen Substanzwerten (nein, nicht die üblichen und überlaufenen Nestle und Co, dann kann ich gleich zu a0m430 raten - den ich aber lieber regelmäßig ausperforme), Cash für weitere Gelegenheiten und eine kleine spekulative Variante mit Calls und Putts auf über- bzw. unterbewerteten Unternehmen bzw. bei politischen Reaktionen von Draghi, Bernanke und Co.

    Das mache ich, seitdem der Markt politisch orientiert ist, also schon sehr lange. Wie gesagt, erfolgreicher als Floßbach.

  • Ja, ja die Expertn. Ben Bernanke 2005: "There is no housing bubble to go bust"

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