Dax-Ausblick Der Dax-Rücksetzer kommt

Analysten glauben an eine schwache neue Woche. Anleger werden sich zurückhalten und eine Korrektur sei überfällig. Langfristig sehen sie den Dax allerdings steigen. Doch es gibt auch mahnende Skeptiker.
6 Kommentare
Dax-Tafel in Frankfurt. Analysten erwarten eine schwache neue Woche. Quelle: AFP

Dax-Tafel in Frankfurt. Analysten erwarten eine schwache neue Woche.

(Foto: AFP)

FrankfurtDas Enttäuschungspotenzial ist groß. Der Markt gedeiht im Optimismus - doch die Bilanzsaison könnte Ernüchterung bringen. Börsianer glauben deshalb, dass sich Anleger in der neuen Woche mit Käufen zurückhalten werden. „Der schwache wirtschaftliche Verlauf könnte durchaus zu einigen Enttäuschungen führen“, warnen die Aktienstrategen der Landesbank Berlin (LBB) in ihrem Marktkommentar.

Ähnlich urteilt Marktanalyst Giuseppe Amato vom Brokerhaus Lang & Schwarz. Zudem sei ein Rücksetzer des Dax überfällig. „Wir sind zu schnell zu stark gestiegen.“ Seit Mitte November hat der Leitindex rund 800 Punkte zugelegt. In der alten Woche stagnierte sein Kurs allerdings.

Eine Trendwende sei aber nicht zu befürchten, betont Analyst Andreas Hürkamp von der Commerzbank. „Die Staatsschuldenkrise scheint nun für Dax-Investoren nach und nach an Schrecken zu verlieren.“ Zusammen mit den sich aufhellenden Aussichten für die Konjunktur sorge dies dafür, dass die Chancen auf ein neues Dax-Rekordhoch von 8.500 Punkten zunähmen.

Auch die LBB-Experten gehen davon aus, dass der Dax seine bisherige Bestmarke von 8151,57 Zählern übertreffen kann.

Lang & Schwarz-Analyst Amato rät dagegen zur Vorsicht. Gerade weil so viele so optimistisch seien, steige das Enttäuschungspotenzial und damit die Wahrscheinlichkeit größerer Kursrückschläge.

Während der Bilanzsaison sollte man auch die Politik nicht aus den Augen verlieren. „Eine Verschleppung politischer Reformen, vor allem in Italien und Frankreich, könnte eine mittelfristige Erholung gefährden“, schreiben die Analysten der DZ-Bank in ihrem Marktkommentar. Kurzfristig sei die Euro-Krise aber noch im Pausenmodus.

Thorsten Gellert von Forex Capital Markets glaubt, dass Draghi zu früh Optimismus verbreitet. Zwar habe sich das Vertrauen in die Euro-Zone erhöht, „aber dieses Vertrauen muss sich immer wieder neu verdient und durch Zahlen am Ende bestätigt werden.“ schreibt er in seinem Finanzmarktkommentar.

Finanzgiganten legen Zahlen vor
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

6 Kommentare zu "Dax-Ausblick: Der Dax-Rücksetzer kommt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • auf den Rücksetzer warten profis schon seit 2 Jahren. nun aber scheint es doch spannend zu werden, denn die retterei zeigte bisher keine Wirkung, obwohl der Schäuble die krise als beendet ansieht. ausserdem ist der Markt ausgehählt und um 34% überkauft. s. REX

  • Das ist alles viel Raten. Seit dem ich kapierte habe, dass sich die Börse ziemlich zufällig bewegt und es leider bis jetzt keine funktionierenden Glaskugeln gibt, investiere ich nach Lust und Laune in interessante Aktien und halte die über viele Jahre.
    Das was zählt ist die Dividende und ein einfaches, aber erfolgreiches Geschäftsmodell.

  • "Was haben denn Aktienkurse mit der Konjunktur zu tun?"

    Eine ganze Menge: siehe konjunkturabhänige Unternehmen.

  • Ich fühle mich jedesmal wieder neu verarscht! Was haben den Aktienkurse mit der Konjunktur zu tun? Bei den Dividenden kann man das ja noch verstehen, aber die Kurse sind purer Zufall und resultieren nur daraus, dass die Geldpools nicht wissn, was sie mit dem Geld sonst machen sollen. Wer bei Aktienkursen auf Kausalität setzt, hat schon verloren. Ist nur MFM pur - Money F.... Money. Und die Wellen zur Geldvermehrung gehen über die Devisengrenzen hinaus. Wer den Geldstrom analysiert kann sehen, was als nächstes steigen wird (nächster Wellenberg) und was sinken wird (nächstes Wellental). Die überkippende Welle ist eher seltener und in der Börse dann da, wenn die Massenflucht einsetzt. Urlaub am Meer bildet, schon gewusst?

  • Keinesfalls möchte ich in diesem geschätzten Forum Pessimismus verbrtien. Wer aber noch stärker investiert ist, sollte schnell Kasse machen. Gelegenheiten zu einem günstigeren Einstieg gibt es in den nächsten 1 - 2 Jahren garantiert.

  • Die Schulden werden nicht einfach verschwinden. Sie wachsen sogar. Wie lange noch, weiss kein Mensch zu sagen, aber sie koennen auf gar keinen Fall fuer immer wachsen. Alle Methoden, die zum Schrumpfen des Schuldenberges taugen koennten, sind schlecht fuer Unternehmen. Staatsfinanzierung der Schulden fuehrt zu Inflation. Inflation fuehrt zu Kaufkraftverlusten bei den Beziehern von Geldeinkommen (Arbeiter, Angestellte, Rentner etc.) was bei Unternehmen zu Umsatzeinbussen fuehrt bei gleichzeitiger Verteuerung der Rohstoffe. Schlimmer werden aber vielleicht die anderen Massnahmen der finanziellen Repression. Hoehere Steuern und Abgaben werden die Gewinne vieler Unternehmen beeintraechtigen..

    Ich bin daher sehr skeptisch hinsichtlich des Steigerungspotentials fuer Aktien. Trotzdem setze ich auf Aktien, weil ich glaube, dass Aktien die bessere Option zur Minimierung von Verlusten sind. Wenn viele Anleger aehnlich denken, ist die Ursache fuer Kurssteigerungen das Weiterschwelen der Krise und nicht etwa ihr erwartetes Ende.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%