Dax-Ausblick Die Börsen sind gefangen im Handelsstreit

Die USA und China überziehen sich weiterhin gegenseitig mit Strafzöllen. Analysten reagieren mit Zweckoptimismus.
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Die USA und China drohen sich gegenseitig mit milliardenschweren Einfuhrzöllen. Quelle: dpa
Containerschiff in Qingdao

Die USA und China drohen sich gegenseitig mit milliardenschweren Einfuhrzöllen.

(Foto: dpa)

FrankfurtVon wegen Erleichterung: Kurz nachdem der Wirtschaftsberater von Donald Trump, Larry Kudlow, einen versöhnlichen Ton im Handelsstreit zwischen den USA und China anstimmte – es könnte am Ende vielleicht gar nicht zu den angedrohten Strafzöllen kommen – legte sein Chef noch einen drauf. Am Donnerstagabend sinnierte US-Präsident Donald Trump, weitere Strafzölle in Höhe von 100 Milliarden Dollar gegen China zu verhängen, und belastete damit die Stimmung an den Börsen am Freitag.

Zuvor hatte Trump schon Strafzölle für Hightech-Güter in Höhe von 50 Milliarden Dollar erwägt und bereits Strafzölle auf Aluminium und Stahl erlassen. China erwägt nun seinerseits weitere Strafmaßnahmen.

Seit Wochen beschäftigt der Handelsstreit die Weltbörsen und vieles deutet darauf hin, dass sich die Lage nicht so bald beruhigt. Dabei hatten die Aktienmärkte zuletzt, nach Kudlows Äußerungen, noch durchgeatmet: Der Dax kletterte allein am Donnerstag um fast drei Prozent.

„Investoren haben das Interesse an Gold nicht wiedergefunden“

„Investoren haben das Interesse an Gold nicht wiedergefunden“

Der Handelstag hatte maßgeblichen Anteil daran, dass der deutsche Leitindex die erste Woche des neuen Quartals mit einem Wochenplus von 1,2 Prozent bei 12.241 Zählern abschloss. Auch der Euro Stoxx 50 beendete die Woche mit Gewinnen.

Richtige Wochenendstimmung gab es an den Börsen aber nicht, schließlich notierten die Börsen an diesem Tag schon wieder im Minus. Die Händler bleiben angespannt. Die Analysten von Lombard Odier Investment Management machen dies neben der angespannten Handelspolitik aber auch an dem sich ausweitenden Datenskandal bei Facebook fest, der Kursrutsche bei Tech-Aktien ausgelöst hatte.

Was bleibt, ist Zweckoptimismus: „Trotz der gestiegenen Marktvolatilität und des Aktienabverkaufs sind wir der Ansicht, dass die zugrundeliegenden globalen makroökonomischen Aussichten nach wie vor positiv sind“, glauben die Analysten von Lombard Odier. Von den Rahmendaten her spreche, in der Schlussfolgerung, eigentlich einiges für steigende Aktienkurse.

Die Analysten der Commerzbank beschwichtigen ebenfalls: „So lange aber der Handelskonflikt zwischen den USA, der EU und China nicht eskaliert, dürfte der Aufschwung nicht in Gefahr sein.“ Wie weit der Streit aber geht, kann freilich keiner vorhersehen.

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