Dax-Ausblick Die Dax-Bremse löst sich

Für den Dax wird es immer schwerer neue Höchststände zu erreichen. Die Luft nach oben wird dünner. Doch Analysten hoffen eine starke Bilanzsaison und eine erholende Konjunktur. Bahn frei für den Dax.
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Händler an der Frankfurter Börse. In der neuen Woche geht die Bilanzsaison weiter. Quelle: dapd

Händler an der Frankfurter Börse. In der neuen Woche geht die Bilanzsaison weiter.

(Foto: dapd)

Nach einer eher müden Woche, in der sich der Dax kaum von der Stelle bewegt hat, könnte es in der neuen Woche deutlich aufwärts gehen. Positive Konjunkturdaten und gute Bilanzen sollten für Kursgewinne beim Dax sorgen, meinen Analysten.

Für eine langfristige Erholung der Konjunktur spricht vor allem eins: die Geldschwemme der Notenbanken. „Allgegenwärtiger Katalysator des Erholungsprozesses bleibt eine weltweit offensive Geldpolitik, die mit ihrer beispiellosen Liquiditätsschwemme für die nötige Stabilisierung der Weltkonjunktur sowie des Finanzsystems sorgt.“, schreibt Robert Halver von der Baader Bank in seinem Wochenbericht.

Die Geldschwemme hilft nicht nur der Konjunktur, sondern das billige Geld findet auch seinen Weg in den Aktienmarkt. „Aktien sind ohne Alternative“, brachte es eine Marktteilnehmer auf den Punkt. Das hat man insbesondere in der alten Woche gesehen. Der Nikkei schoss nach oben, nachdem sich die Hoffnung auf noch aggressivere Geldschwemme der japanischen Notenbank verdichtete.

„Die Luft wird dünner“

Doch es wird zunehmend enger. Aktienstratege Markus Reinwand von der Helaba warnt: „Die Luft wird dünner.“ Denn der Dax hat zuletzt bereits eine beeindruckende Rally hingelegt. Seit Mitte November hat der Leitindex mehr als zehn Prozent gewonnen und liegt damit nur noch gut fünf Prozent unter seinem Rekordhoch bei 8151 Zählern vom Juli 2007. Reinwand zufolge wird für einen weiteren Anstieg entscheidend sein, dass die Unternehmen die an sie gestellten Erwartungen auch erfüllen.

Die meisten Quartalsberichte laufen weiter aus den USA ein, mit Siemens und SAP legen aber auch wichtige Dax-Unternehmen Rechenschaft über das Geschäft im abgelaufenen Quartal ab. Daneben geben ZEW- und Ifo-Index neue Hinweise darauf, wohin sich die hiesige Wirtschaft bewegt.

Fortschritte in den Euro-Sorgenländern werden auch hierzulande neue Impulse geben, sind sich Aktienstrategen sicher. „Mit dem Abebben der Krise in den vergangenen Wochen wird der Bremsklotz Unsicherheit nun mehr und mehr aus dem Weg geräumt“, sagt Analyst Ralf Solveen von der Commerzbank. „Wir gehen davon aus, dass immer mehr Unternehmen wieder Vertrauen fassen und somit die Geschäftsaussichten wieder positiver einschätzen.“

SAP ist dem Markt noch Ausblick schuldig

Großes Anleger-Interesse dürfte die Siemens-Hauptversammlung am Mittwoch auf sich ziehen, denn Aufsichtsratschef Gerhard Cromme muss sich wieder einmal kritischen Aktionären stellen. Beim Technologiekonzern in München steht der Manager zwar nicht so sehr in der Kritik wie als Chefaufseher von ThyssenKrupp, aber auch an der Isar nimmt der Widerstand gegen ihn zu.

Außerdem berichtet Siemens über die Geschäftsentwicklung in den drei Monaten bis Ende Dezember. Analysten erwarten durchschnittliche Zahlen bei einem leicht rückläufigen Auftragseingang. Daneben stimmen die Aktionäre darüber ab, ob sie das „Geschenk“ Osram annehmen. Siemens will angesichts ungewisser Zukunftsaussichten nicht mehr in die Leuchtmitteltochter investieren und die große Mehrheit der abgespaltenen Gesellschaft an seine Investoren verteilen.

Ebenfalls am Mittwoch informiert SAP über den Geschäftsverlauf 2012. Einen Umsatz von 16,2 Milliarden Euro hatte der Softwarekonzern am Dienstag bereits veröffentlicht, nun warten Investoren auf den Gewinn und den Ausblick für 2013.

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9 Kommentare zu "Dax-Ausblick: Die Dax-Bremse löst sich"

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  • @Koboldo
    Dass es mit Europa nicht zum Besten aussieht, sehe ich auch. Nur weil ich das glaube und weil ich denke, dass der Euro nicht überlebt, werde ich nicht gegen die allgemeine Europolitik spekulieren.

    Das EZB-Geld wird weiterhin in den Markt strömen. Geht gar nicht anders, will man den Euro behalten.

    Zitat….Entgegen der so gern verbreiteten Ansicht halte ich Aktien nur bedingt für Sachwerte, denn den inneren Wert einer Aktie kennt keiner….

    Nur weil du ihn nicht kennst^^

    Zitat…bei einem Crash kann eine Aktie sogar den Substanzwert eines Unternehmens unterschreiten…..

    Ich liebe Crash’s.^^ Ist immer wieder eine gute Gelegenheit jagt auf Schnäppchen zu machen.

  • @Traumtänzer
    Ich gestehe, ich bin ein Dämel …, und fahre schon Jahrelang gut damit.

    a) Ist Unsinn, wenn man nur ein wenig Ahnung von der Materie hat, weiss man, dass wenn Kurse steigen, die Ursache in der Regel die Gewinne sind und das meist die Div. nachgezogen werden.
    b)Risiko ist in jedem Investment.

    Ich kenne keine bessere Alternative. Hätte ich vor 40 Jahren mein Geld in Gold angelegt, müsste ich mich mit einer jährlichen Rendite, inflationsbereinigt, von ca. 3,5% begnügen. Und das auch nur durch den letzten Hype.

    Mit meinen Aktien habe ich das Vielfache erreicht. Trotz einigen Fehlspekulationen.

  • Wobei nicht unerwähnt bleiben sollte, daß

    a) die proz. Dividendenrendite immer weiter fällt je höher die Kurse werden

    b) niemals auszuschießen ist, daß Dividenden gekürzt oder gar gestrichen werden.

    Mit anderen Worten: Wer darauf baut - gerade jetzt bei den Kursen - ist ein Dämel ...

  • Sie fließen wohl zum Teil deswegen in den viel und mittlerweile beinahe kochendheiß beschworenen Aktienmarkt, weil dort die Dividenden bei 4 Prozent und höher liegen. Bei Bundesanleihen erhalten Sie 1 Prozent oder weniger, was lächerlich ist. Der konservative Kleinanleger verarmt, die großen Investoren, die von Dividenden leben können, werden damit reicher.

  • Je mehr in den Medien die Hoffnung auf noch höhere Kurse geschürt wird, umso vorsichtiger sollte der Privatanleger sein. Ich erinnere an das Szenario vom letzten Crash. Ganz besonders verdächtig kommt mir gerade vor, dass über die Gefahr einer kräftigen Rezession in Italien kaum berichtet wird (BIP -1%). Die dt. Wirtschaft wird dies zweifellos zu spüren bekommen, aber die Börsen haben am Freitag kaum darauf reagiert, die Coba legte sogar kräftig zu, nachdem dort ein deutlicher Arbeitsplatzabbau im Gespräch ist, d.h., diese Bank hat außerordentliche Probleme und viele andere Banken auch. Die Finanzkrise ist noch lange nicht vorbei, denn die wirklich gefährdeten Länder Italien, Spanien und Frankreich haben ihre Karten noch nicht wirklich offen gelegt. Auch Griechenland wird uns weiter beschäftigen, denn entgegen den Äußerungen von Lagarde hat Griechenland eine Finanzlücke von mindestens 50 Mrd. Euro, da die Privatisierungserlöse die optimistischen Erwartungen in keiner Weise erfüllen. Selbst das PKW-Geschäft ist in Europa rückläufig gewesen, woher nehmen also diese Händler und sog. Sachverständigen ihren Optimismus?
    Entgegen der so gern verbreiteten Ansicht halte ich Aktien nur bedingt für Sachwerte, denn den inneren Wert einer Aktie kennt keiner und bei einem Crash kann eine Aktie sogar den Substanzwert eines Unternehmens unterschreiten. Vorsicht ist angesagt....!

  • Kann mir jemand erklären, wieso das billige Geld der Notenbanken in den Aktienmarkt fließt. Die Refinanzierung der Banken und eventuell Kredite werden billiger. Aber wieso begünstigt das den Aktienmarkt? Bei mir ist jedenfalls noch nichts angekommmen. Vielleicht kann sich die HB - redation mal der Frage annehmen - ich glaube kaum ein Leser kann sie beantworten.
    Oder ist es nur interessengesteuertes Geschwätz?

  • Na mal schauen, Dax KGV bei 11 ist günstig aber gerechnet mit den Gewinnen von letztem Jahr, welches für die Unternehmen bekanntlich eins der besten in ihrer Geschichte war.

  • Für mich ist das wie eine Wiederbelebung eines Menschen. Die Zentralbanken haben jetzt einige Jahre lang immer wieder Defibrator angesetzt. Und nun erscheint es so, dass der Patient wohl überleben wird. Aber Herzinfarkt bleibt Herzinfarkt. Der Patient steht auf sehr wackligen Beinen, und ich habe meine Zweifel ob einen Marathon laufen kann.

    Aber erstmal werden die Refi-Konditionen für Unternehmen sich verbessern. Von diesem Risk-Shifting werden Aktionäre profitieren und Gläubiger ordentlich eins auf Fresse bekommen. Aber wie gesagt, wenn der Patient die Intensivstation verlässt und sich wieder einer seriösen Geldpolitik gegenübersteht, kann er auch schnell wieder tot umfallen.

    Mein Tipp: max. 2-3 Jahre Zombie-Rally und dann macht es wieder Peng.

  • Wenn Bremsen gelöst werden muss sich das nicht unbedingt
    positiv auswirken. Die Karre kann dann auch leicht in einen
    Abgruf rauschen. Dazu sollte ma wissen wo sie aktuell steht. Die Vola bewegt sich auf historische niedrigen Niveaus, von denen es dann, wenn auch oft zögerlich, immer
    nur zu höheren Werten ging mit sinkenden Kursen...
    Vorher werden die Anleger noch in den Schlachthof Börse
    getrieben. Hereinspaziert Herrchaften, wer hat noch nicht, wer will nachmal? Herrliche Hauptgewinne warten auf Sie.
    Und positiv ist es auch. DAX & Co trennt die Dummen von ihrem Geld.

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