Dax-Ausblick Die Korrektur ist gefährlich nah

Dem Dax geht die Puste aus. Die Bilanzsaison liefert kaum erfreuliche Impulse und die Schuldenkrise bleibt eine Dauerbelastung. Nur bei den Konjunkturdaten könnte es Lichtblicke geben.
Update: 13.10.2012 - 13:01 Uhr 8 Kommentare
Die Dax-Tafel in Frankfurt: Kommt die Korrektur? Quelle: dapd

Die Dax-Tafel in Frankfurt: Kommt die Korrektur?

(Foto: dapd)

DüsseldorfWenn es nichts neues von der Schuldenkrise gibt, dann schauen Investoren auf Konjunkturdaten. Auf jeden Fall lassen beide Themen die Anleger auch in der kommenden Woche nicht los. Analysten sehen daher kaum Chancen für Kursgewinne im Dax. Die Korrekturgefahr sei weiterhin groß, prognostizierten die Experten der Landesbank Berlin. An den vergangenen fünf Handelstagen hatten die trüben Perspektiven für die Weltwirtschaft sowie der durchwachsene Start der US-Bilanzsaison den deutschen Leitindex knapp zwei Prozent ins Minus gedrückt.

US-Bilanzsaison läuft auf Hochtouren

Während die Bilanzsaison hierzulande noch auf sich warten lässt, nimmt sie in den USA in den kommenden Tagen bereits deutlich an Fahrt auf. So lassen sich unter anderem die US-Banken Citigroup (Montag) und Goldman Sachs (Dienstag) in ihre Bücher gucken. Auch Großkonzerne wie Intel, IBM (Dienstag) oder Microsoft (Donnerstag) legen ihre Zahlen vor. „Insgesamt müssen wir sicher noch mit der ein oder anderen Enttäuschung rechnen“, sagt Jörg Rahn, Marktstratege bei Marcard, Stein & Co.

Ein schwacher Start heißt allerdings noch nicht viel, so die Analysten vom Helaba Research-Team. „Die Tendenz kann sich durchaus noch ändern, wie die Historie seit 2000 belegt: So erhöhte sich der Anteil positiver Gewinnüberraschungen nach einem schwachen Start um durchschnittlich vier Prozentpunkte. Im Falle eines sehr günstigen Beginns senkte sich der Anteil positiver Überraschungen um vier Prozentpunkte ab.“

Die Enttäuschung blieb jedenfalls bei JP Morgan Chase am Freitag aus. Die US-Bank übertraf mit ihrer Bilanz die Erwartungen der Wall Street. Die Aktie sprang nach oben. Auch die Großbank Wells Fargo überraschte mit einem Gewinnsprung.

Konjunkturdaten lassen hoffen

Die US-Konjunkturdaten dürften nach Einschätzung von Commerzbank-Analyst Christoph Balz dagegen etwas Erleichterung mit sich bringen. „Die anstehenden Indikatoren für September und Oktober sollten nach oben deuten und damit bestätigen, dass sich die moderate Erholung fortsetzt", schrieb er in einem Kommentar. Balz rechnet sowohl bei den Einzelhandelsumsätzen (Montag) wie auch bei der Industrieproduktion (Dienstag) mit einem Anstieg.

Wie es um die deutsche Konjunktur bestellt ist, sollte der ZEW-Index am Dienstag zeigen: Reuters-Analysten gehen im Schnitt mit einer leichten Verbesserung auf minus 15 Punkte aus - nach minus 18,2 Zählern im September.

Die Geldspritzen wirken - aber wie lange?

„Für die meisten Marktteilnehmer scheint die Politik der Notenbanken eine Art Vollkaskoversicherung zu sein: Assets werden zum Teil ohne Berücksichtigung des Preis-/Wertverhältnisses gekauft“, wundern sich die Analysten der DZ Bank in ihrer Studie vom Freitag. Anleger, die noch unterinvestiert waren scheinen nachzukaufen und so den Markt zu stützen. Die Analysten der DZ Bank sehen in den Geldspritzen der Notenbanken lediglich kurzfristige Lösungen. „Die Stimmung steigt und die Renditen sinken. Es bleibt aber unklar, welche Auswirkungen die ultraexpansive Geldpolitik auf Wirtschaft und Investoren haben wird. Längerfristig bauen sich erhebliche Ungleichgewichte auf, der Keim für zukünftige Inflation ist gelegt.“

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Griechenland lässt die Anleger nicht los
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

8 Kommentare zu "Dax-Ausblick: Die Korrektur ist gefährlich nah"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Der Crash kommt.

    Aber vorher werden noch die letzten Ahnungslosen geködert mit dem Hinweis, Aktien wären z.Zt. wahre Schnäppchen.

    Hat man genügend Ahnungslose, werden im Hochfrequenzhandel die "Schnäppchen" mit Überlichtgeschwindigkeit verkauft.

    Vorher gibts aber noch die Eingeweihten, die sich mit Short-Positionen bis an die Halskrause eindecken.

    Solange diese an Insiderhandel und Betrug grenzenden Machenschaften vom Gesetz geduldet werden, sollte der Nicht-Profi keine Aktien kaufen.

    Mit Edelmetallen hätte man sowieso mehr verdient.

  • der Knall wird schon lange erwartet in der Hoffnung, dass vorher noch viele kleinanleger daherkommen. die wurden aber schlauer inzwischen.

  • völlig richtig, Marktbeobachter: Und mehr Eigenverantwortung und mehr Balnce und den Umverteilungsquotienten berechen und bloß keine grüne oder rote Mathematik und bloß keine schwarze Zögerlichkeit und bloß auf der gelben Hut sein und keine deutsche Hysterie oder Shitstorm wegen Europa und immer schön die KGV´s anpassen und immer schön die Branchen und die Gewinn-und Verlustrechnung lesen, aber sofort das Gegenteil behaupten wenn´S lobbyistisch, einseitig und undemokraTisch wird
    Ich wünsche ein gutee Wochenende

  • Kommentar/Anwort zu "Mary":

    Lesern wie mir ist es völlig egal, wie die Banken darüber denken. Der Einzelwert einer Bank ist immer am Geschäftsergebnis abzulesen. Würstchenbuden, die sich nicht tragen werden geschlossen, genau so wäre bei Banken zu verfahren, dann erledigt sich das mit dem Vertrauensverlust gegenüber Banken, Politik, Europa usw. von selbst.

  • Es kostet mich nur ein paar Mausklicks um Positionen auf- oder abzubauen. Nachdem die einjährige Haltefrist wegen Steuerfreiheit unbedeutend wurde, gehe ich dabei ganz schmerzfrei ans Werk. Jede Korrektur bietet Gelegenheit günstigst weitere Positionen aufzubauen. Kommt Sie ist es gut, kommt Sie nicht auch gut. Wichtig ist nur eins: Investieren Sie, bitte möglichst in substanzstarke Werte immer wieder auf`s Neue, sobald Sie dazu in der Lage sind. Wenn doch nur die Barvermögen, welche derzeit auf der "hohen Kante" rumliegen, in die europäischen Wirtschaft investiert würden, kommt auch der Wohlstand von selbst. Dies gezielt zu fördern, erwarte ich von der Politik. Mehr Kapitalismus und weniger Umverteilung würde uns bestens bekommen.

  • Es wäre für die Anleger interessant zu wissen, wie die Banken, insbesondere die "Warburg", über ihre Prognosen denke. Vertrauemsaufbau bei den Banken in jeder Hinsicht ist dringend nötig

  • Mittlerweile hab ich die "Hoffnung" aufgegeben, dass wir dieses Jahr nochmals (deutlich) unter 7000 fallen. Zu viele, die alle noch auf Liquidität-Cashbergen (wie ich selber) sitzen, um nicht die Jahresend-Rally Richtung (über?) 8000 zu verpassen.
    Jemand anderer Meinung da draußen?

  • "Historie seit 2000" wird zitiert.Na ab März 2000 ging´s ja so richtig ab,zumindest bis März 2003.Will der Autor uns das damit sagen?

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%