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Dax-Ausblick Die Stimmung an den Börsen ist gut – trotzdem warnen Analysten vor kurzfristigen Rückschlägen

Auf kurze Sicht rückt die Bilanzsaison in den USA in den Fokus. Mittel- und langfristig sorgen die Notenbanken für optimale Rahmenbedingungen an der Börse.
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An der Börse läuft es gut - auf kurze Sicht besteht aber die Gefahr für Rückschläge. Quelle: dpa
Aktienmarkt

An der Börse läuft es gut - auf kurze Sicht besteht aber die Gefahr für Rückschläge.

(Foto: dpa)

Frankfurt „Er läuft und läuft und läuft – der Aktienmarkt! Trotz weiterhin durchwachsener Konjunkturdaten legen die Notierungen zu – neue Rekordwerte inklusive“, fassen die Analysten der Helaba die Lage an den Börsen zusammen. Für die nächsten Wochen und Monate sind weitere positive Überraschungen an den Aktienbörsen für die meisten Beobachter nicht ausgeschlossen, kurzfristig besteht aber eine erhöhte Gefahr für Rückschläge.

Sollte es beispielsweise eine Einigung zwischen den USA und China im Handelsstreit geben, würde das von den Aktienmärkten wohl mit Kursgewinnen aufgenommen werden. Gleichzeitig besteht laut den Analysten der Weberbank aber die Gefahr, dass ein Handelsstreit zwischen den USA und Europa entflammt. Jede Eskalation dürfte andererseits die europäischen und insbesondere deutschen Aktien unter Druck setzen.

„Sollten die Verhandlungen mit China ins Stocken geraten und sich die Wirtschaft weiter abschwächen, stehen die beiden großen Notenbanken Fed und Europäische Zentralbank (EZB) bereit, weitere Lockerungsmaßnahmen durchzuführen“, meint Aktienexperte Alexander Lukas in seinem Wochenausblick. Ohnehin gelte es mittlerweile als sehr wahrscheinlich, dass die Fed als erste den Leitzins senken wird.

Dem Anschein nach werde es ihr die EZB gleichtun, wenn im Herbst der amtierende Präsident Mario Draghi den Staffelstab an seine vorgeschlagene Nachfolgerin Christine Lagarde übergibt. „Wir rechnen damit, dass sich zuerst der Konflikt mit China lösen lässt. In diesem Umfeld sind wir weiterhin positiv gestimmt für die weltweiten Aktienmärkte und bevorzugen US-Aktien und Schwellenländeraktien“, so Lukas.

Bei der DZ Bank ist man vorsichtig mit Blick auf die kommenden Handelstage an der Börse, weil in den USA die Vorlage der Bilanzen für das zweite Quartal an Fahrt aufnimmt. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hätten sich eingetrübt, die US-Unternehmensgewinne dürften im Schnitt um 1,6 Prozent sinken. „Die Erwartungshaltung im Vorfeld der Berichtssaison ist somit alles andere als euphorisch. Jedoch könnte der Pessimismus ähnlich wie bereits im ersten Quartal übertrieben negativ sein“, heißt es beim genossenschaftlichen Zentralinstitut.

Sollte es zu keiner Einigung im Handelsstreit zwischen Washington und Peking kommen, bleibe ein erhöhtes Risiko für eine Korrektur des S&P 500. Kurzfristig überwiegen für die DZ Bank auch die Risiken beim Dax und Euro Stoxx 50, jedoch lockten hier die Dividendenrenditen von durchschnittlich 4,1 Prozent bei europäischen und 3,7 Prozent bei deutschen Papieren.

Die Fürstlich Castell’sche Bank ist bullish für Aktien. Sie erhöht die Aktienquote mit einem stärkeren Fokus auf Europa, um von möglichen Kursgewinnen durch die Unterstützung der Notenbanken zu profitieren. Das weltweite Wachstumsbild habe sich weiter eingetrübt und damit auch die Inflationserwartungen.

„Sowohl die Äußerungen der Europäische Zentralbank als auch die der Fed deuten auf Zinssenkungen, und für Europa sogar auf eine Neuauflage des Anleihekaufprogramms, hin,“ sagt Achim Hammerschmitt, Leiter Vermögensverwaltung der Bank. „Falls wir bei den kommenden Sitzungen der Fed und der EZB im Juli wirklich Zinssenkungen bekämen, dürften Aktien davon profitieren“, erläutert der Bankmanager.

Im Gegensatz zur Politik und der Unsicherheit hinsichtlich der weiteren Entwicklung im Handelsstreit, seien die Notenbanken der Welt eine durchaus verlässliche Größe für die Märkte, erklärt Hammerschmitt. Auch wenn die Bewertungen schon recht hoch seien, zumindest in den USA, dürfte noch Raum nach oben sein.

Hinzu komme, dass man auch von fiskalpolitischer Unterstützung ausgehen könne. „Die chinesische Regierung hat die Staatsausgaben deutlich nach oben gefahren, das sollte in der zweiten Jahreshälfte bei den Importen spürbar werden. Aber auch in Europa gibt es vermehrt politischen Willen Schulden zu machen und zu stimulieren.“

Die italienische Regierung setze auf staatliche Unterstützung, die Franzosen auf Steuersenkungen und selbst in Deutschland gebe es Bewegung hin zu mehr Investitionen, um die sich eintrübende Wirtschaft zu stützen. Davon sollten auch die Märkte − zumindest noch eine gewisse Zeit − profitieren können, erklärt Hammerschmitt.

Mehr: Das Geschäft mit Börsenindizes ist lukrativ. Einige Firmen versuchen nun, dem Top-Trio MSCI, FTSE Russell und S&P Marktanteile abzujagen.

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