Dax-Ausblick „Die Stimmung kann jederzeit kippen“

Der Dax ist auf Rekordkurs, doch die nächste Woche könnte turbulent werden. Die Bilanzflut hält an. Erkenntnisse erhoffen sich Anleger zur US-Zinspolitik. Sprengkraft hat die erste Rede von Donald Trump vor dem Kongress.
Update: 26.02.2017 - 23:30 Uhr 1 Kommentar
Der deutsche Leitindex pendelt um die Marke von 12.000 Punkten. Quelle: dpa
Dax-Kurve

Der deutsche Leitindex pendelt um die Marke von 12.000 Punkten.

(Foto: dpa)

DüsseldorfVorschusslorbeeren gab es an den Börsen reichlich, nun muss Donald Trump liefern. Am Dienstag wird der neue US-Präsident zum ersten Mal vor dem amerikanischen Kongress sprechen. Nach bislang sehr vagen Aussagen zu seiner Wirtschaftspolitik und diversen Steuerversprechen hoffen Anleger nun auf konkrete Aussagen. Trump sollte die Geduld der Aktionäre nicht weiter strapazieren, sonst könnte die Rally an den Börsen jäh enden, befürchten Experten. „Ein zu langes Vertrösten wird nicht gut gehen“, sagt beispielsweise Postbank-Experte Heinz-Gerd Sonnenschein. „Im Prinzip kann die Stimmung sonst jeden Tag kippen.“

Mit dieser Einschätzung ist er nicht allein. Die Rede Trumps habe das Potenzial, die Kursschwankungen an den Märkten drastisch zu erhöhen, glaubt auch Analystin Kathleen Brooks von Cityindex. „Wenn Trump eine Rede ohne Kontroversen abliefert und mit dem Kongress eine Einheit bildet, dann könnte die Aktienrally weitergehen.“

Hier bunkern die Deutschen ihr Geld
Vermögensbildung der Deutschen
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Der Aufwärtstrend der vergangenen drei Jahre setzt sich fort: Die Deutschen werden immer wohlhabender, geht aus der aktuellen Statistik der Bundesbank hervor. Zum Ende des dritten Quartals 2016 stieg das Geldvermögen der privaten Haushalte auf rund 5.478 Milliarden Euro. Im dritten Quartal des Vorjahres belief es sich noch auf 5.219 Milliarden Euro, ein Plus von 259 Milliarden Euro oder knapp fünf Prozent. Die Bundesbank hat das steigende Geldvermögen der Deutschen umfassend analysiert – die wichtigsten Ergebnisse.

Reicher dank Aktien-Hausse
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Verantwortlich für das wachsende Geldvermögen (Sachvermögen und Immobilienbesitz wurden nicht betrachtet) ist vor allem ein höherer Bestand an Bargeld und Einlagen auf Giro- und Sparkonten, außerdem sogenannte Bewertungsgewinne. Diese entstehen etwa durch steigende Aktienkurse und höher bewertete Anteile an Immobilienfonds. Die Deutschen profitierten laut den Zahlen also 2016 von der Hausse am Aktien- und Häusermarkt.

Bargeld und Bankkonten weiter Nummer 1
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Die Deutschen sind bei der Geldanlage risikoscheu: Den größten Anteil am Gesamtvermögen machen auch nach der neuen Erhebung Bargeld und Einlagen aus, also Geld auf Giro-, Tagesgeld-, Festgeld- und Sparkonten. Der Zufluss war allerdings zuletzt geringer als in früheren Perioden – hier machen sich die Niedrig- bis Nullzinsen laut Bundesbank bemerkbar. Im dritten Quartal 2016 horteten die Deutschen in Bar und auf Bankkonten rund 2.149 Milliarden Euro, im dritten Quartal 2015 waren es noch 2.056 Milliarden Euro.

Das meiste Vermögen ist täglich verfügbar
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Laut der Statistik parken die Deutschen ihr Vermögen vorzugsweise in Bar, auf dem Giro- oder Tagesgeldkonto, also als Einlage ohne lange Kündigungsfrist. Und dieser Dauertrend nahm 2016 sogar noch zu. Während im dritten Quartal 2015 der Gesamtbetrag von Bargeld und Sichteinlagen noch 1.196 Milliarden Euro lag, waren es 2016 schon 1.300 Milliarden Euro.

Abwärtstrend des Sparbuchs
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Weniger genutzt werden die einstmals klassischsten Produkte der langfristigen Geldanlage: Sparbuch und Sparbrief. Ihre Zinsen liegen nahe Null, die Deutschen parkten hier im dritten Quartal 2016 rund 599 Milliarden Euro, 2015 waren es noch 613 Milliarden Euro gewesen. Nur leicht zugenommen haben die Termineinlagen, also zum Beispiel Festgeldkonten: 249 Milliarden Euro schlummerten hier 2016, gegenüber 246 Milliarden Euro in 2015.

Versicherungs-Sparen bleibt beliebt
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Einer weiteren Vorliebe bleiben die Deutschen treu: Nach dem Sparen in Bar und auf dem Bankkonto vertrauen die Deutschen ihr Vermögen am zweitliebsten einer Versicherung an. Zuletzt stiegen die Ansprüche der privaten Haushalte an Versicherungs- und Alterssicherungssysteme. Das dortige Geldvermögen ist vom dritten Quartal 2015 (2.003 Milliarden Euro) zum dritten Quartal 2016 (2.097 Milliarden Euro) weiter leicht gewachsen. Angesichts immer niedrigerer Garantieverzinsungen ein weiterer Beleg für das risikoscheue Anlegeverhalten der Deutschen.

Aktien werden beliebter
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Eine leichte Trendwende beobachtet die Bundesbank beim lange verschmähten Investment an der Börse. Zwar entscheidet sich immer noch eine Minderheit für das Sparen in Aktien und Investmentfonds, aber diese Minderheit wächst angesichts der Niedrigzinsen auf dem Konto und der steigenden Börsenkurse. Im dritten Quartal 2016 hatten die Deutschen 1.068 Milliarden Euro an der Börse investiert, etwa hälftig in Einzelaktien sowie in Anteilen an primär Aktien- und Immobilienfonds. 2015 war hier noch ein Vermögen von 982 Milliarden Euro geparkt.

Seit dem Wahlsieg Trumps Anfang November befinden sich die internationalen Aktienmärkte im Höhenflug - die Wall Street eilt von Rekordhoch zu Rekordhoch. Seitdem haben der amerikanische Dow Jones und sein deutsches Pendant, der Dax, rund dreizehn Prozent zugelegt.

In der vergangenen Woche hat der deutsche Leitindex zeitweise wieder die 12.000er Marke übersprungen - zum ersten Mal seit knapp zwei Jahren. Am Freitag gab er allerdings nahezu den kompletten Kursgewinn der vorangegangenen Tage wieder ab und schloss bei 11.804 Punkten.

Trump hatte vor rund zwei Wochen eine große Erklärung zur Steuerpolitik in naher Zukunft in Aussicht gestellt. Am Donnerstag hatte dann US-Finanzminister Steven Mnuchin Börsianern zusätzlich Wasser in den Wein gegossen: Die geplante Steuerreform werde noch vor der Sommerpause angekündigt. Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum würden ab 2018 spürbar. Gleichzeitig betonte Mnuchin, dass sich US-Präsident Donald Trump derzeit vor allem mit dem Thema Grenzsteuern beschäftige. Dies mache Investoren zusätzlich nervös, betonte Commerzbank-Analyst Lutz Karpowitz. „Eine Abschätzung der tatsächlichen Folgen für die Realwirtschaft und den Dollar sind äußerst kompliziert.“ 

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1 Kommentar zu "Dax-Ausblick: „Die Stimmung kann jederzeit kippen“"

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  • Sehr geehrte Frau Schwarzer,

    "Die Stimmung kann jederzeit kippen", schreiben Sie. Auf der anderen Seite kann sie aber auch richtig euphorisch werden. Alle Aussagen mit dem Wort "kann" sind zweifellos richtig. "Möglich" ist alles. Möglich ist auch, dass ein Banker ein Bauchgefühl hat und in einem Interview eine Befürchtung äußert.

    Aber muß seine Befürchtung zu einer Schlagzeile werden? Das kommt darauf an. Ich meine, dass es für einen Abdruck Anhaltspunkte oder Indizien geben müßte. Dass Ihr Interviewpartner sagen müßte, worauf seine Befürchtung beruht. Er könnte meinetwegen an Beispielen kritisieren, dass der amerikanische Präsident stets das Blaue vom Himmel herunter verspricht und seine Versprechungen nicht einhält. Dass unbekannte Banker Bauchgefühle haben, interessiert mich erst, wenn es dafür Gründe gibt.

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