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Dax-Ausblick Es besteht kaum Hoffnung auf eine Jahresendrallye an den Finanzmärkten

Viele Experten schauen schon ins Jahr 2019. Das zeigt: Sie haben einen Schlussspurt an den Märkten längst abgeschrieben – aus gutem Grund.
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Ingo Narat: „Ich glaube weiterhin an eine Jahresendrally“

ErfurtDas Jahr 2018 geht in seinen letzten Monat – doch für die Börsianer ist es eigentlich schon gelaufen: Auch im November gab der Deutsche Leitindex unterm Strich nach, ein knappes Prozent ging es nach unten. Am Freitag verabschiedete sich der Dax ganz symbolisch mit einem Verlust aus diesem Monat.

Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus mittlerweile auf über 13 Prozent. Und sollte sich die Marktlage nicht noch einmal auf wundersame Weise drehen, wird 2018 als eines der schlechtesten Jahre für den Dax in die Geschichte eingehen.

Dass sich doch noch einmal alles zum Guten wendet, dass die Anleger die so oft beschworene Jahresendrallye einleiten, daran mag im Moment niemand so recht glauben. Die Handelsstreitigkeiten in der Welt belasten zu sehr, wohl auch dann noch, wenn US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatspräsident Xi Jinping am Rande des G20-Gipfels in Buenos Aires den Grundstein für ein Handelsabkommen legen sollten.

Es bleibt bei losen Spekulationen, dass sich die Handelsbeziehungen wirklich verbessern. Die Konsequenzen der Strafzoll-Politik sind in der Konjunktur längst spürbar: In Europa zeigen die Einkaufsmanagerindizes nach unten, das Wachstum der Exporte aus dem Euro-Raum hat an Schwung verloren und im dritten Quartal war das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland sogar leicht negativ. Die Experten der Investment-Beratungsfirma Sentix sagten der Jahresendrally bereits Anfang der Woche endgültig adé.

Auch die Ankündigung von Fed-Chef Powell, dass sich die Leitzinsen knapp vor Eintritt in die neutrale Zone befänden, konnte die Aktienkurse nur vorübergehend beflügeln. Zunächst schlossen Aktienanleger angesichts seiner Worte auf ein nahendes Ende der Zinserhöhungen, was in der Konsequenz wiederum die Rendite von Anleihen nicht weiter nach oben treiben dürfte – und Aktien somit relativ attraktiv blieben. Doch die Fed-Protokolle ließen auf einen weiteren Zinsschritt schon im Dezember schließen.

Diesen Schritt könnten Konjunkturdaten aus den USA in der kommenden Woche nahelegen. Am Montag werden Daten zum verarbeitenden Gewerbe, am Mittwoch zum nicht-verarbeitenden Gewerbe veröffentlicht. Am Freitag schließlich richten Anleger ihren Fokus auf die aktuellen Arbeitsmarktdaten.

„Am Arbeitsmarkt lassen sich bisher keine Belege für eine spürbare Abschwächung finden“, finden der Volkswirt Christoph Balz von der Commerzbank. In den vergangenen zwölf Monaten seien im Durchschnitt jeden Monat 210.000 neue Stellen entstanden, ohne dass sich der Trend verlangsamt hat. Nun mache sich die positive Entwicklung allmählich auch in den Lohndaten bemerkbar, analysiert die Helaba. Das wiederum würde für mehr Konsum, steigende Verbraucherpreise und in der Folge steigende Leitzinsen sprechen.

Dass offenbar kaum jemand noch mit einer Jahresendrally rechnet, lässt schon die Tatsache vermuten, dass die meisten Analysten ihre Blicke bereits ins Jahr 2019 schweifen lassen. Für Dax und Eurostoxx 50 erwartet die Helaba erst im kommenden Frühjahr mit einer Wende zum Positiven.

Keine Impulse von der Firmenseite

Da in der kommenden Woche kaum Unternehmensdaten auf der Agenda stehen, sind für den Dax auch aus dieser Warte kaum Impulse zu erwarten. Als einziger Vertreter der ersten Börsenliga legt Vonovia in den kommenden Tagen seine Zahlen vor. Der Immobilienkonzern berichtet am Donnerstag über sein Geschäft in den ersten neun Monaten dieses Jahres.

Dämpfend hinzu kommen im Euro-Raum weiter die zwei großen Unwägbarkeiten Brexit und italienischer Haushaltsstreit. „Voraussichtlich am 11. Dezember wird das britische Parlament über das Brexit-Abkommen befinden. Eine friedliche Vorweihnachtszeit mag sich da noch nicht so recht einstellen“, kommentiert Claudia Windt von der Helaba.

Besonders gebannt werden Anleger am Nikolaustag warten und nach Wien blicken. Dort trifft sich die Organisation erdölexportierender Staaten (Opec) – und einmal mehr wird vom Ölkartell eine richtungsweisende Entscheidung für den Ölmarkt erwartet.

Der Ölpreis ist zuletzt deutlich eingebrochen eingebrochen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am 3. Oktober noch mehr als 86 Dollar. Manche Experten sagten gar einen Preissprung auf 100 Dollar voraus. Doch seitdem rauscht er nur noch nach unten. Aktuell liegt der Ölpreis unter 59 Dollar. So billig war Öl seit mehr als einem Jahr nicht mehr.

Die Preisschwäche führt Nitesh Shah, Rohstoffexperte des Fondsanbieters Wisdom Tree, auf die starke US-Ölproduktion zurück. „Heute produzieren die USA mehr als je zuvor und sind der größte Rohölproduzent der Welt“, sagt Shah. Er rechnet damit, dass allen voran Saudi-Arabien seine Produktion kürzen wird, damit der Preis nicht weiter fällt.

Damit dürfte die Opec binnen kürzester Zeit erneut eine Trendwende vollziehen. Nachdem sich das Ölkartell gemeinsam mit Russland und neun weiteren Staaten Anfang 2017 zur sogenannten „Opec+“ zusammenschloss und eine Förderkürzung beschlossen hatte, hatten einige Länder ihre Produktion erst im Sommer wieder erhöht, darunter Russland und Saudi-Arabien.

Nur wenige Monate später wird diese Entscheidung offenbar wieder umgekehrt. Barbara Lambrecht, Rohstoffanalystin der Commerzbank, sieht vor allem Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und den Irak in der Pflicht, die Produktion deutlich zurückzufahren. „Täten sie das, dürfte sich der Preis für ein Barrel Brentöl bei 60 US-Dollar stabilisieren. Ohne Einigung, aber auch selbst bei einer Ankündigung geringerer Kürzungen würden die Ölpreise wohl weiter auf Talfahrt gehen“, kommentiert sie. Als würde es nicht schon genug Belastungsfaktoren geben.

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