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Hochhaus der EZB

Perspektive vom benachbarten Offenbach auf die Europäische Zentralbank in Frankfurt.

(Foto: dpa)

Dax-Ausblick EZB verschärft die Unsicherheit unter den Anlegern

Konjunktursorgen treiben die Börsen um: Die erste Bank hat bereits ihre Dax-Prognose gesenkt. Mehrere Dax-Konzerne legen in der kommenden Woche Zahlen vor.
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FrankfurtNun also ist es offiziell: Die Europäische Zentralbank (EZB) wird die Zinsen nicht vor 2020 anheben. Auf ihrer jüngsten Ratssitzung hat EZB-Präsident Mario Draghi damit verkündet, was viele Marktteilnehmer zuletzt erwartet hatten. Dass er so deutlich wurde, hat viele dann doch überrascht. Vor allem der trübe Ausblick und die stark gesenkte Konjunkturprognose für den Euroraum von 1,7 auf 1,1 Prozent Wachstum in diesem Jahr beschäftigt die Börsen – und wird sie auch in der kommenden Woche im Griff halten.

Draghis klare Ansage reiht sich nahtlos ein in die Konjunktursorgen der vergangenen Wochen, denen jüngst die revidierte Konjunkturprognose der OECD oder auch Stellenstreichungen wie jene von Schaeffler Rechnung trugen.

„Die EZB verschärft mit ihrer jüngsten Kurskorrektur nicht nur den bestehenden Zinsnotstand, sondern auch die Unsicherheit unter den Anlegern“, kommentieren die Analysten der Helaba. Dies spiegele aktuell der Aktienmarkt ebenso wider wie die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe, deren Rendite sich mit 0,07 Prozent „auf Krisenniveau“ befinde.

Die Strategen der Commerzbank erwarten nicht nur in diesem, sondern auch im nächsten Jahr keinen Zinsschritt. Bei der Konjunkturprognose korrigieren sie kräftig nach unten. Das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland werde 2019 nur um 0,6 Prozent wachsen. Gesenkt hat die Commerzbank im gleichen Zug auch ihre Dax-Prognose, und zwar um 700 Punkte. Am Jahresende werde der deutsche Leitindex bei 11.800 Punkten stehen, glauben sie.

An der Frankfurter Börse ist die Stimmung gedämpft. Hatten frühere geldpolitische Lockerungen der EZB die Kurse der Aktien häufig getrieben, blieb der Dax zum Ende der Handelswoche im Minus und besiegelte damit eine Verlustwoche. Neigt sich der Aufschwung der ersten beiden Monate des Jahres nun dem Ende?

Die Zuversicht zumindest schwindet. Dass in den USA im Februar nur 20.000 statt der 180.000 von Ökonomen erwartet Jobs aufgebaut wurden, vertreibt ebenfalls keine Sorgen. Da hilft es auch nicht, dass Larry Kudlow, Wirtschaftsberater des Weißen Hauses, die Zahlen als Zufallsprodukt abtut, das schon bald revidiert werde.

Dass zugleich am Freitag ein Exporteinbruch in China vermeldet wurde, wirkt in dieser Gemengelage ebenfalls wenig ermunternd. Im Vorjahresvergleich brachen Chinas Exporte um 20 Prozent ein. Experten hatten zuvor „nur“ mit einem Rückgang um knapp fünf Prozent gerechnet.

Wie es um die Geschäfte der deutschen Wirtschaft tatsächlich bestellt ist, dürften zahlreiche Bilanzen in der kommenden Woche Antworten liefern. Am Dienstag legen Volkswagen und Uniper ihre Zahlen vor. Am Mittwoch folgen unter anderem Eon und Adidas. Tags darauf präsentieren auch die Lufthansa und RWE ihre Zahlen. Mehr noch als die Geschäftszahlen des vergangenen Jahres dürften Anleger der Ausblick für die kommenden Monate interessieren.

Aufseiten der Konjunkturdaten werden aus Deutschland Zahlen zur Industrieproduktion und den Exporten im Januar (beides am Montag) erwartet. In den USA stehen Daten zum Einzelhandel (Montag), zu Verbraucherpreisen (Dienstag) und der Industrieproduktion (Freitag) auf dem Plan.

Brexit beschäftigt Finanzmärkte

Einmal mehr wird auch das Thema Brexit die Nachrichten und Finanzmärkte beschäftigen. Am Dienstag wird das britische Unterhaus erneut über das EU-Austrittsabkommen abstimmen. Wird der Vorschlag, wie von vielen erwartet, abgelehnt, könnte am Mittwoch über einen ungeordneten Brexit abgestimmt werden.

Wird auch dies abgelehnt, könnte am Donnerstag dann ein Aufschub des Brexits über das ursprüngliche angepeilte Austrittsdatum, den 29. März, beantragt werden. Eine Lösung des Brexit-Dilemmas wird damit aber allenfalls vertagt.

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