Dax-Ausblick Fällt im Drama um Griechenland der Vorhang?

Der Schuldenstreit mit Athen lässt die Anleger nicht los. Kommt es wider Erwarten zu einer Einigung, dann locken an der Börse wohl weitere Kurszuwächse. Doch an anderer Stelle lauert womöglich ein viel größeres Risiko.
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Das griechische Schulden-Schauspiel: Ein Drama mit ungezählten Akten. Quelle: Imago
Theater-Bühn

Das griechische Schulden-Schauspiel: Ein Drama mit ungezählten Akten.

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FrankfurtWenn der Schuldenstreit mit Griechenland tatsächlich ein Drama wäre, dann ein postmodernes: Die Politiker verhandeln scheinbar in Endlosschleife. Jeder Krisengipfel gilt als „letzte Chance“, bis der nächste Gipfel angekündigt wird. Am Sonntag, so heißt es, soll es nun wirklich die allerletzte Chance für eine Einigung sein: „Warten auf Brüssel“ statt „Warten auf Godot“. Die Chancen für eine Beilegung des Schuldenstreits lägen bei mehr als 50 Prozent, glaubt Christian Jasperneite von MM Warburg. „Der politische Wille zum Kompromiss ist groß“, sagt der Aktienstratege. Hoffentlich sehen die Politiker das ähnlich.

Die Anleger jedenfalls tun das. Am Freitag schloss ein starker Dax ganze 2,9 Prozent fester bei 11.315 Punkten. Für den Aktienmarkt heißt das, dass es noch einmal richtig spannend wird. Denn sollte es zu einer Einigung zwischen Griechenland und den Geldgebern kommen, dann wäre das eine gute Chance für Aktienkäufe und kurzfristige Kursgewinne.

„Anleger sollten dann zugreifen“, so die Analysten der DZ Bank. Denn die Rahmenbedingungen für Aktien blieben unverändert positiv, so die Genossenschaftsbanker. Die Zinsen bleiben niedrig, die Wirtschaft wächst. Ob das so bleibt, könnte etwa der ZEW-Index für Konjunkturerwartungen zeigen, der am Dienstag publik wird.

Die lukrativsten Märkte der letzten 20 Jahre
Platz 18: Japan
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Die Sutor Bank hat die 18 wichtigsten Aktienmärkte der Welt im Zeitraum von 20 Jahren untersucht, um herauszufinden, welcher Markt die stärkste Performance hatte. In der Auswertung der Hamburger Privatbank kommt Japan auf den letzten Platz. „Das war durchaus erwartbar“, kommentierte Lutz Neumann, Leiter der Vermögensberatung der Sutor Bank, das schlechte Abschneiden Japans. Auf den anderen Plätzen fanden sich allerdings ein paar Überraschungen.

Durchschnittliche Performance (20 Jahre): 0,19 Prozent pro Jahr

Platz 17: Österreich
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Ziemlich oft bergab ging es auch für Anleger am österreichischen Aktienmarkt. Auf 20-Jahressicht schaffte der österreichische MSCI Austria Index immerhin doch noch ein Plus. Schlusslicht war Österreich unter anderem im Jahr 2014. Die Sanktionen gegen Russland belasteten österreichische Banken und Unternehmen, die stark in Russland engagiert sind.

Durchschnittliche Performance (20 Jahre): + 1,65 Prozent pro Jahr

Platz 16: Italien
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Der MSCI Italy Index gehört im internationalen Vergleich der Sutor Bank ebenfalls zu den Schlusslichtern. Besonders schlecht lief es für den italienischen Aktienmarkt in den Jahren 2010 und 2011 als die europäische Schuldenkrise aufkam.

Durchschnittliche Performance (20 Jahre): + 3,99 Prozent pro Jahr

Platz 15: Singapur
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Singapur ist ein beliebter Finanzplatz und verfügt über eine beeindruckende Skyline. Besonders hoch hinaus kamen hier Anleger jedoch nicht. Der MSCI Singapore Index gehört zu den schwächsten innerhalb der vergangenen 20 Jahre.

Durchschnittliche Performance (20 Jahre): + 5,35 Prozent pro Jahr

Platz 14: Belgien
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In der Gesamtwertung kommt Belgiens Aktienmarkt nur auf den vierzehnten Platz. Allerdings holte der MSCI Belgium Index in den vergangenen Jahren deutlich auf. 2014 schlug er alle anderen Indizes mit einem Plus von 37 Prozent.

Durchschnittliche Performance (20 Jahre): + 6,8 Prozent pro Jahr

Platz 13: Frankreich
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Der Aktienmarkt der zweitgrößten europäischen Volkswirtschaft schaffte es innerhalb der letzten zwanzig Jahr nicht unter die Top 10 (im Schnitt). Besonders schlecht lief es in den Jahren 2001 (- 18 Prozent) und 2002 (- 33 Prozent). Lutz Neumann von der Sutor Bank betont, dass die Entwicklung eher zufällig erfolgt. Eine belastbare, seriöse Vorhersage sei unmöglich, erklärt die Privatbank.

Durchschnittliche Performance (20 Jahre): + 7,15 Prozent pro Jahr

Platz 12: Norwegen
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Der norwegische Aktienmarkt erlebte einen legendären Boom im Jahr 2009: Der MSCI Norway Index stieg um sagenhafte 81 Prozent. 2014 gehörte er allerdings zu den schwächsten Märkten, mit einem Minus von elf Prozent.

Durchschnittliche Performance (20 Jahre): 7,31 Prozent pro Jahr

Auch wenn sich die Euro-Mitglieder am Sonntag einigen, fällt der Vorhang im griechischen Theater damit noch lange nicht. Denn ein möglicher Deal müsste wohl noch vom Parlament in Athen abgenickt werden. Und auch die Geldgeber müssen noch zustimmen. Godot lässt grüßen. Aber was, wenn die Gefahren für die europäische Wirtschaft ganz woanders lauern?

Denn in China konnte der Staat den Kursverfall an den Börsen zwar erst einmal stoppen. Doch dazu waren drastische Maßnahmen nötig. Beispielsweise dürfen Anteilseigner, die mehr als fünf Prozent an einem Unternehmen halten, ihre Aktien im nächsten halben Jahr nicht veräußern.

Analysten sorgen sich um China
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