Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
Börse in Frankfurt

Der Dax hatte 2019 seinen besten Jahresstart seit vier Jahren.

(Foto: dpa)

Dax-Ausblick Furioser Jahresauftakt lässt Banken optimistischer werden

Der Dax legt mit einem Plus von knapp sechs Prozent im Januar einen starken Start in das Börsenjahr hin. Setzt sich diese Entwicklung fort?
Kommentieren

Frankfurt Die Aktienmärkte sind mit viel Schwung ins neue Jahr gestartet. Der Dezember war noch ein Monat des Grauens, der am Ende dazu führte, dass der Deutsche Aktienindex für das Gesamtjahr mit einem Minus von über 18 Prozent schloss. Vier Wochen später sieht alles anders aus: Anleger freuen sich über ein sattes Dax-Plus von 5,8 Prozent.

Das war der beste Jahresbeginn seit vier Jahren, wie sich aus Daten des Finanzanbieters Bloomberg errechnen lässt. Beim Vergleich der besten Monate der vergangenen Jahre müssen Investoren bis in den September 2017 zurückgehen, um eine besseren Börsenmonat zu finden. Damals zog der Dax um 6,4 Prozent an.

Beim amerikanischen S&P 500 waren es sogar sieben Prozent, die der Index seit Jahresbeginn gewonnen hat. Das Barometer erzielte „den besten Jahresstart seit 30 Jahren“, hat die DZ Bank errechnet. Geht es nach der Stimmung unter den Marktteilnehmern, wie sie sich auf dem Börsenparkett zeigt, müssten die Indizes allerdings Verluste aufweisen.

Unsicherheit wegen des Handelsstreits zwischen USA und China und der näher rückende „harte“ Ausstieg der Briten aus der Europäischen Union, der Brexit, verunsichern die Börsianer und machen sie blind für die tatsächliche Lage an den Märkten.

In Deutschland gehören fast alle Verlierer des Vorjahres im Moment zu den großen Gewinnern, konstatiert das Bankhaus M.M. Warburg: „Im Dax gehören beispielsweise Deutsche Bank, Continental, Heidelberg Cement und Covestro zu den Werten mit der besten Kursentwicklung in diesem Jahr, während sie 2018 mit Verlusten zwischen 40 und 56 Prozent das Ende des Kurszettels schmückten.“

Doch das Institut stellt sich die Frage: Setzt sich diese Entwicklung fort? Die Deutsche Bank jedenfalls enttäuschte am Freitag. Sie kehrte zwar erstmals nach drei Verlustjahren in die Gewinnzone zurück und verdiente vergangenes Jahr 341 Millionen Euro. Allerdings wurde der Ertragsrückgang nicht gestoppt. Zum Vergleich: US-Konkurrent JP Morgan machte allein im vierten Quartal rund 20 Mal so viel Gewinn wie die Deutsche Bank im Gesamtjahr.

Für M.M. Warburg sind die Kursverluste des Vorjahres übertrieben. Derartige Entwicklungen spielten sich normalerweise nur dann ab, wenn es große wirtschaftliche Probleme gebe. „Vor allem in Rezessionen muss man als Anleger mit deutlichen Kursverlusten rechnen – doch 2018 ist die Weltwirtschaft trotz aller Probleme solide gewachsen“, betonen die Banker.

China und Europa schwächelten

Allerdings sei zu beobachten gewesen, dass die konjunkturellen Schwierigkeiten im Verlauf des vergangenen Jahres kontinuierlich zugenommen hätten. Vor allem in China und Europa lief die Wirtschaft nicht mehr rund. Die deutsche Wirtschaft schrappte im zweiten Halbjahr nur knapp an einer Rezession vorbei, Italien schaffte das nicht. Insgesamt haben sich zu Beginn des Jahres viele Konjunkturdaten weiter abgeschwächt.

Anders in den USA, hier überraschte ein starker als erwarteter Stellenaufbau zu Jahresanfang am Freitag die Börsen. Die Regierung in Washington meldete für Januar 304.000 neue Stellen und damit deutlich mehr als die von Experten erwarteten 165.000. Unterstützung kommt hier auch von der Berichtssaison der US-Unternehmen für das vierte Quartal 2018, die weiter fortgeschritten ist als in Deutschland.

„Hier liegt das Gewinnwachstum momentan bei fast 13 Prozent, wobei vier Fünftel der Unternehmen aus dem amerikanischen Aktienmarkt S&P 500 über ein positives Wachstum berichten“, schreibt die Weberbank. Für einen kleinen Lichtblick sorgten auch die Äußerungen der US-Regierung. Danach wurden in den Verhandlungen zur Beilegung des Handelsstreits mit China „substanzielle Fortschritte“ erzielt. Zudem äußerte sich US-Präsident Donald Trump zuversichtlich, beim geplanten Gipfeltreffen mit seinem chinesischen Kollegen Xi Jinping „den größten Deal aller Zeiten“ vereinbaren zu können.

Der weit verbreitete Pessimismus an den Börsen lässt für Markus Reinwand, Aktienstratege der Helaba, die Chancen für „positive Überraschungen“ in Deutschland deutlich ansteigen. So hätten die Marktteilnehmer ihre Erwartungen an Konjunktur und Unternehmensgewinne bereits zurückgeschraubt. „Es zeichnet sich allerdings eine Bodenbildung oberhalb der Nulllinie ab, was im Jahresverlauf wieder höhere Zuwächse von Unternehmensgewinnen in Aussicht stellt“, betont der Experte.

Strategen werden wieder optimistischer

Für die DZ Bank löst sich der extreme Pessimismus vom Jahresbeginn. Die Berichtssaison zum vierten Quartal liefere ein solides Zahlenwerk und auch die Ausblicke stimmten optimistisch. Es existierten zwar eine Vielzahl von Risiken, trotzdem steige die Wahrscheinlichkeit, dass das Dax-Ziel von 12.000 Punkten im Dax zum Jahresende erreicht werden, urteilt die DZ Bank. Die Helaba rät angesichts einer inzwischen moderaten Bewertung der Aktien: „Mögliche Schwächephasen stellen angesichts des auf Jahressicht attraktiven Chance-Risiko-Verhältnisses Kaufgelegenheiten dar.“

Die kommende Woche ist angesichts der auf vollen Touren laufenden Berichtssaison vollgespickt mit Terminen, die die Aktienmärkte bewegen können. Aus dem Dax geben der Chip-Hersteller Infineon am Dienstag, der Autobauer Daimler und der Rückversicherer Münchener Rück am Mittwoch einen Überblick über den Verlauf der Geschäfte.

Im Ausland öffnen die Google-Mutter Alphabet am Montag, der Ölkonzern BP am Dienstag und der Kosmetik-Hersteller L’Oreal am Donnerstag ihre Bücher.

An Konjunkturdaten stehen in der neuen Woche einige an. Am Mittwoch werden in Deutschland die Auftragseingänge der Industrie veröffentlicht und die Industrieproduktion am Donnerstag. In Europa stehen am Dienstag die europäischen Einzelhandelsumsätze an. Wenige Stunden später folgt in Amerika das Barometer für die Stimmung der US-Einkaufsmanager. All die Zahlen und Daten werden darüber entscheiden, ob tatsächlich mehr Zuversicht für die Börse angebracht ist.

Finance Briefing
Startseite

Mehr zu: Dax-Ausblick - Furioser Jahresauftakt lässt Banken optimistischer werden

0 Kommentare zu "Dax-Ausblick: Furioser Jahresauftakt lässt Banken optimistischer werden"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote