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Frankfurter Skyline

Traditionell ist das vierte Quartal die stärkste Phase am Aktienmarkt.

(Foto: dpa)

Dax-Ausblick Kommt jetzt schon die Jahresendrally an den Aktienmärkten?

Die Börsen trotzen den politischen Verwerfungen, die Indizes erreichen neue Höchststände. In der nächsten Woche richten sich die Blicke wieder mehr auf Konjunkturdaten.
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Frankfurt Trotz der politischen Unsicherheiten haben sich die Aktienmärkte zuletzt widerstandsfähig gegenüber schlechten Nachrichten gezeigt. Der deutsche Leitindex Dax und der Euro Stoxx 50 markierten sogar neue Höchststände. Und gegen Ende der Woche beruhigten dann noch Anzeichen der Entspannung im Konflikt in Syrien und im Handelsstreit zwischen Peking und Washington die Gemüter.

Die Verschiebung der Entscheidung des britischen Parlaments über den Brexit-Deal mit der EU könnte zwar für Unsicherheiten zu Beginn der Woche sorgen. Dennoch stellen die Analysten der Geschäftsbank Helaba die Frage, ob nun der Weg frei ist für eine Jahresendrally – schließlich zähle das vierte Quartal traditionell zur stärksten Phase am Aktienmarkt.

In der politischen Zwischenbilanz meinen die Experten der Landesbank, dass an den Aktienmärkten bisher weder ein handfester Handelskrieg noch ein ungeordneter Brexit wirklich eingepreist waren. Somit seien die jüngsten politischen Entwicklungen zwar positiv für Aktien, aber noch kein Anlass für eine grundsätzliche Neubewertung der Dividendentitel.

Neben politischen Faktoren wie der weiteren Brexit-Debatte im britischen Parlament rücken in der kommenden Woche vor allem konjunkturelle Themen in den Fokus. Aktien hätten bereits zum Jahreswechsel 2018/19 damit begonnen, eine konjunkturelle Erholung vorwegzunehmen.

Bislang würden jedoch vielerorts die Wachstumsprognosen noch reduziert und auch die wichtigsten konjunkturellen Frühindikatoren seien noch immer rückläufig. „Dagegen sind die Kurs-Gewinn-Verhältnisse nicht nur beim Dax in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen. Für die gegenwärtige Zyklusphase ist die Bewertung zu hoch“, meinen die Analysten der Helaba.

Dies spreche dafür, dass Aktienanleger bereits zu viele Vorschusslorbeeren verteilt hätten. Um das aktuelle Kursniveau fundamental zu untermauern, müssten nun sowohl die Wachstums- als auch die Unternehmensgewinnerwartungen nach oben drehen. Damit stehen neben den in der Berichtswoche anstehenden Frühindikatoren – Einkaufsmanagerindizes und Ifo-Geschäftsklimadaten – auch die Quartalsberichte und insbesondere die Ausblicke der Unternehmen im Mittelpunkt.

Draghi zieht sein Fazit

„Ich rechne sowohl bei den Einkaufsmanagerindizes wie beim Ifo-Geschäftsklima mit einer leichten Verbesserung im Oktober“, sagt Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck Privatbankiers, zu den am Donnerstag und Freitag anstehenden Veröffentlichungen.

Mario Draghi, der scheidende Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), werde am Donnerstag ein positives Fazit seiner achtjährigen Amtszeit ziehen und nochmals eindringlich fiskalpolitische Maßnahmen fordern – allen voran von Deutschland. „Aber auch dieses Mal werde Berlin seinen Rufen nicht nachkommen“, meint Greil. Neue geldpolitische Weichenstellungen werden nicht erwartet.

Trotzdem sehen sich die EZB und die US-Notenbank Fed immer höheren Erwartungen gegenüber, je schwächer das wirtschaftliche Umfeld wird. „Sollten sich diese beiden Akteure entschließen, zusätzliche Liquidität zur Verfügung zu stellen, zum Beispiel durch eine Ausweitung der Kaufprogramme für Wertpapiere, oder weitere Zinssenkungen vornehmen, haben die Märkte trotz der schwächeren Fundamentaldaten noch Aufwärtspotential“, heißt es bei der Weberbank.

Die DZ Bank meint, dass das wirtschaftliche Umfeld für Aktien zwar nicht optimal sei. „Da wir jedoch keine tiefe Rezession erwarten, sondern allenfalls eine ‚technische‘, die Weltwirtschaft weiterwächst und die bekannten Belastungsfaktoren wohl nicht eskalieren, ergibt sich ein verbessertes Bild für Aktien.“

Zudem böten die Dividendenrenditen gegenüber Anleihen einen Renditeaufschlag von 4,2 Prozentpunkten, was nahe dem Rekordniveau liege. Ende 2020 rechnet das Research der genossenschaftlichen Bank mit einem Dax-Stand von 13.200 Punkten und 3700 Zählern beim Euro Stoxx 50. Damit bleibt für Aktien trotz der erreichten Höchststände noch Spielraum nach oben.

Mehr: Sieben Gründe, warum der Dax-Konzern Wirecard immer wieder in die Schlagzeilen gerät.

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