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Dax-Ausblick Kursgewinne können Anlegern die Sorgen nicht nehmen – es drohen weitere Verluste

Anleger sorgen sich um das künftige Wachstum. Deshalb sind sie vorsichtig bei Aktien – und blicken gespannt auf die nächsten Wirtschaftsdaten.
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In der ersten vollen Börsenwoche des neuen Jahres rücken vor allem Konjunkturdaten in den Mittelpunkt. Quelle: dpa
An der Börse

In der ersten vollen Börsenwoche des neuen Jahres rücken vor allem Konjunkturdaten in den Mittelpunkt.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die kurze erste Handelswoche des neuen Jahres an den Aktienbörsen schloss sich nahtlos an den verlustreichen Dezember an. Deutliche Kurserholungen am Freitag von bis zu zwei Prozent bei wichtigen Länderindizes konnten die Sorgen nicht zerstreuen. Entlastend wirkten immerhin aktuelle US-Arbeitsmarktdaten und Hoffnungen auf eine Annäherung zwischen den USA und China im schwelenden Handelsstreit.

Grundsätzlich schwer wiegen jedoch die gewachsenen Ängste vor einer abflauenden Weltkonjunktur. Dazu kommen schlechte Unternehmensmeldungen. Die Aktie des Smartphone-Produzenten Apple beispielsweise musste einen Minicrash verdauen, der auf den gesamten amerikanischen Markt wirkte.

Die Liste negativer Einflüsse ist damit nicht erschöpft. Auf ihr stehen auch die neuen Verspannungen im Verhältnis zwischen den USA und Nordkorea, die Folgen des Haushaltsstreits in Übersee sowie der von Donald Trump angezettelte Handelsdisput mit der Regierung in Peking. Verschiedene Probleme in der Euro-Zone wie der Brexit gehören ebenfalls zu dieser Aufzählung.

All diese Faktoren machen die Konjunkturfrage zum zentralen Thema. Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck Privatbankiers, denkt über die Folgen für die Unternehmen nach: „Während der Konsens für 2019 sowohl in Europa als auch in den USA immer noch mit acht Prozent Gewinnplus rechnet, halten wir eher fünf bis sechs Prozent für realistisch.“

In dieser Gemengelage entzieht die US-Notenbank entzieht die US-Notenbank den Märkten weiterhin Liquidität, indem sie auslaufende Anleihen nicht durch Neukäufe ersetzt. Die Analysten des Bankhauses Metzler zweifeln daher, ob weitere Zinserhöhungen möglich sind. Sie glauben: „Erste Marktteilnehmer ziehen sogar schon eine Zinssenkung in Betracht, sollte das US-Wachstum weiter nachlassen.“

Das Jahr 2018 hatte der deutsche Leitindex mit einem Minus von 18,3 Prozent beendet. Es war der erste Verlust seit 2011 und darüber hinaus der größte Abschlag seit der globalen Finanzkrise vor zehn Jahren. In den ersten drei Handelstagen des neuen Jahres legte der Dax eine Berg-und-Tal-Fahrt hin, kam aber kaum voran.

In der kommenden Woche werden die Anleger einlaufende Wirtschaftsdaten also ganz genau prüfen. Wegen der wachsenden Sorgen um die künftige Konjunktur stehen diese Zahlen besonders im Fokus. Sollten die Angaben enttäuschen und der Angst vor dem Abschwung neue Nahrung geben, wären weitere Verluste an den Aktienmärkten und weitere Kursaufschläge bei den risikolosen Staatsanleihen programmiert.

Konjunkturdaten als Stimmungsindikatoren

Der Datenreigen beginnt am Montag mit Angaben zu den Auftragseingängen und Einzelhandelsumsätzen in Deutschland. In den USA stehen ebenfalls Zahlen zu den Auftragseingängen an. Darüber hinaus erwarten die Anleger einen Stimmungsindikator für den Dienstleistungssektor. Hier wird sich zeigen, ob die als Frühindikator dienenden Werte den gleichen Rückgang zeigen wie die jüngsten Indikatoren aus der Industrie.

Am Dienstag rücken in Deutschland die Zahlen zur Industrieproduktion sowie zum Wirtschaftsvertrauen in der Euro-Zone in den Mittelpunkt. Hinzu kommen Angaben zu den US-Einzelhandelsumsätzen. Der Mittwoch steht im Zeichen des Arbeitsmarktberichts für die Euro-Zone sowie des Reports über die letzte geldpolitische US-Notenbanksitzung.

Aus den Mitschriften der jüngsten geldpolitischen Beratungen erhoffen sich Investoren Rückschlüsse auf Zeitpunkt und Tempo der signalisierten Zinserhöhungen. Die US-Währungshüter hoben die Zinsen 2018 viermal an, auf die aktuelle Spanne von 2,25 bis 2,5 Prozent. Für das laufende Jahr signalisierten sie zwei weitere Erhöhungen.

Einen Tag nach der Fed veröffentlicht die Europäische Zentralbank (EZB) die Protokolle ihrer jüngsten Ratssitzung. Hier hoffen Investoren auf Hinweise, wann die Euro-Hüter die Zinsen erstmals seit etwa einem Jahrzehnt wieder anheben werden. Erst jüngst hatte die Notenbank den Kauf neuer Anleihen gestoppt.

Für den Donnerstag sind außerdem chinesische Inflationsangaben sowie weitere Informationen zur Lage auf dem US-Arbeitsmarkt vorgesehen. Eine Reihe von Wirtschaftszahlen aus Großbritannien sowie US-Inflationswerte am Freitag beschließen den Datenreigen der Woche.

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1 Kommentar zu "Dax-Ausblick: Kursgewinne können Anlegern die Sorgen nicht nehmen – es drohen weitere Verluste"

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  • Sehr geehrter Herr Narat,

    die Ängste der Anleger sind in den letzten Wochen tausendfach beschrieben worden. Sie reichen vom Einbruch der Weltkonktur, dem Ausbruch eines Handelskrieges, überzogenen Zinsanhebungen und schließen auch einen ungeordneten Brexit mit ein.

    Natürlich ist es nicht so, dass eines dieser Ereignisse eintreten müßte. Aber es KÖNNTE ja kommen. Das Wort KÖNNTE bedeutet, dass es sich um kein zu erwartendes Ereignis, sondern um reine Ängste der Anleger handelt. Massenpsychologie eben, die von den Medien verstärkt wird.

    Anders wäre es gar nicht vorstellbar, dass die Börse chronisch zwischen den Polen Euphorie und Angst hin und her schwankt und dabei gewaltige Übertreibungen produziert. "climbing against a wall of worry" ist ein geflügeltes Wort. Es resultiert aus der Beobachtung, dass die Börse über viele Monate hinweg alle Gefahren und Risiken ausblendet. Aber sich dann irgendwann über die kleinste Kleinigkeit ganz furchtbar aufregt. So sind sie halt, unsere Börsianer.

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