Dax-Ausblick Liefert die EZB oder nicht?

Börsianer gehen davon aus, dass EZB-Chef Mario Draghi am Donnerstag eine weitere Lockerung der Geldpolitik verkündet. Die Erwartungen sind hoch, entsprechend hoch ist die Gefahr, dass sie nicht erfüllt werden.
Börsianer gehen davon aus, dass der EZB-Präsident am Donnerstag eine weitere Lockerung der Gelpolitik verkündet. Quelle: AFP
Mario Draghi

Börsianer gehen davon aus, dass der EZB-Präsident am Donnerstag eine weitere Lockerung der Gelpolitik verkündet.

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DüsseldorfSuper-Mario alias Mario Draghi soll es mal wieder richten. In der kommenden Woche dürfte der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) über das Auf und Ab der Aktienmärkte entscheiden. „Die Notenbank hat für die März-Sitzung eine Neubewertung der geldpolitischen Ausrichtung angekündigt“, sagt Ulrike Kastens, Volkswirtin bei Sal. Oppenheim. „Dementsprechend hoch sind die Erwartungen der Marktteilnehmer.“

Unter Börsianern gilt als sicher, dass die EZB ihre Geldpolitik weiter lockert, um die Konjunktur anzukurbeln. Enttäuscht Draghi die Märkte, drohen weitere Turbulenzen. Vielleicht kommt es sogar zu einem Kurssturz wie nach der EZB-Sitzung im Dezember.

Welche Länder am meisten in Aktien investieren
Aktienspekulation
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Die ING Bank hat in einer Studie zusammengetragen, welche Haushalte in der Eurozone am meisten in Aktien investieren. Die Analysten haben dafür aus den 19 Euro-Ländern zwölf Länder ausgewählt. Nicht dabei sind die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen sowie Luxemburg, Irland, Malta und Zypern.

Platz 12: Griechenland (Akropolis in Athen)
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Am wenigsten in Aktien investieren die Griechen: Die Haushalte haben im Jahr 2014 gerade einmal sechs Prozent ihres verfügbaren Einkommens in Wertpapiere investiert. Dafür haben sie ordentlich Geld auf der Bank geparkt: Die Quote beträgt hier 103 Prozent. Wer also im Jahr 10.000 Euro zur Verfügung hat, hat durchschnittlich 10600 Euro auf dem Konto.

Bei der kurzfristigen Verschuldung liegen die Haushalte übrigens mit zwölf Prozent klar an der Spitze – bei der langfristigen befinden sie sich im oberen Mittelfeld.

Platz 11: Slowakei (Bratislava Burg in Bratislava)
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Die slowakischen Haushalte investieren durchschnittlich zwei Prozentpunkte mehr – also acht Prozent – in Aktien als die griechischen. Die Slowaken sind zudem sowohl kurzfristig (4%) als auch langfristig (35%) vergleichsweise wenig verschuldet. Auch die Quote für Geld auf Bankkonten ist niedrig: 60 Prozent ihres verfügbaren Einkommens haben die Haushalte hier geparkt.

Platz 10: Slowenien (Ljubljanica-Fluss in Ljubljana)
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Slowenien weist fast die gleichen Daten auf: Mit elf Prozent ihres verfügbaren Einkommens investieren die Haushalte hier nur drei Prozentpunkte mehr in Aktien als in der Slowakei. Auch bei den Bankkonten (52%) sowie kurzfristigen (3%) und langfristigen Schulden (41%) ähneln sie dem Land mit dem ähnlich klingenden Namen.

Platz 9: Portugal (Torre de Belem in Portugal)
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Portugals Sparer setzen am meisten auf Bankkonten: 114 Prozent ihres verfügbaren Einkommens haben die Haushalte hier im Schnitt angelegt. Bei Aktien sind es hingegen nur 14 Prozent. Während die kurzfristige Verschuldung mit vier Prozent im Mittelfeld des Rankings liegt, weisen die langfristigen Verbindlichkeiten eine Quote von 98 Prozent auf – noch höher liegt diese nur...

Platz 8: Niederlande (Mühlen bei Kinderdijk)
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...bei den Niederländern: Satte 163 Prozent ihres verfügbaren Einkommens betragen hier im Schnitt die langfristigen Verbindlichkeiten; und auch kurzfristig haben sich die Niederländer mit sechs Prozent überdurchschnittlich hoch verschuldet. Bei den Aktieninvestments liegt die Quote bei 21 Prozent, bei den Bankkonten bei 90.

Platz 7: Frankreich (Eiffelturm in Paris)
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Auch in Frankreich wird verhältnismäßig wenig auf Wertpapiere gegeben. Die Haushalte hier haben 28 Prozent ihres verfügbaren Einkommens in Aktien angelegt. Sie sind zudem am wenigsten kurzfristig verschuldet (2%) und liegen mit ihren langfristigen Verbindlichkeiten (67%) im Mittelfeld. Auf den Bankkonten lagern sie mit 73 Prozent mehr als Slowenen und Slowaken, befinden sich aber im unteren Tabellendrittel.

Die Anspannung ist groß. „Daher werden sich die Anleger vorher sicher zurückhalten, um nicht auf dem falschen Fuß erwischt zu werden“, sagt Heinz-Gerd Sonnenschein, Aktienstratege der Postbank. In der abgelaufenen Woche hat die Hoffnung der Anleger auf eine kräftige Geldspritze der EZB für gute Stimmung an den Märkten gesorgt. Der Dax kletterte um gut drei Prozent auf mehr als 9800 Punkte. Damit summiert sich das Plus seit Mitte Februar auf etwa zwölf Prozent. Das Minus im laufenden Jahr ist damit auf gut neun Prozent zusammengeschmolzen.

Wie es weiter geht, hängt nun einmal mehr von der EZB ab. Kastens erwartet, dass die EZB ihre Erwartungen an das Wachstum, vor allem aber an die Inflation reduzieren wird. Hauptgründe seien die anhaltende Schwäche in den Entwicklungsländern sowie der Ölpreisverfall. Auch für das Jahr 2018 dürften die EZB-Volkswirte eine Verfehlung der Inflationsziels prognostizieren, ist die Volkswirtin überzeugt.

Frank Engels, leitender Fondsmanager der Union Investment, erwartet deshalb eine „Draghi-Trilogie der Lockerungsmaßnahmen“. Er setzt auf einen Dreiklang aus Zinssenkung, Ausweitung der Wertpapierkäufe und neuen Billigkrediten für die Geschäftsbanken. Dabei dienten die beiden letzteren Schritte dazu, die Belastungen durch die erstere Maßnahme abzufedern.

Wenn die EZB den Zins für Einlagen bei der Notenbank wie von Experten erwartet um 0,2 Prozentpunkte auf minus 0,5 Prozent senkt, müssen die Geldhäuser höhere Gebühren zahlen, um überschüssiges Geld bei der EZB zu parken. Commerzbank-Volkswirt Michael Schubert kann sich auch einen gestaffelten Einlagezins vorstellen. Dabei müssten Geschäftsbanken bis zu einem bestimmten Betrag eine geringere oder gar keine Strafgebühr zahlen.

Nach der Notenbank-Sitzung ist vor der Notenbank-Sitzung
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