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Dax-Ausblick Politische Börse – nächster Akt

Dax-Anleger blicken besorgt auf Europa. Unternehmenszahlen rücken in den Hintergrund, stattdessen meldet sich die Schuldenkrise zurück. Und dann gibt es da noch den Währungskrieg.
3 Kommentare
Börsenhändler in Frankfurt. Investoren schauen wieder verstärkt auf die Schuldenkrise. Quelle: dapd

Börsenhändler in Frankfurt. Investoren schauen wieder verstärkt auf die Schuldenkrise.

(Foto: dapd)

Frankfurt Italien und Spanien sorgen erneut für Sorgenfalten bei den Anlegern und werden die nächste Woche wohl auch das Börsengeschehen lähmen. Für Optimismus können da nur die positiven Konjunkturindikatoren sorgen. Deutschland scheint scheint die Talsohle durchschritten zu haben. Doch die Unsicherheit wegen Euro-Krise wird wohl die Oberhand behalten.

„In der Summe ist beim Dax auf Wochensicht mit einem Stillstand und höherer Volatilität zu rechnen“, sagt Tobias Basse, Aktienstratege von der NordLB. Der Leitindex hatte in der vergangenen Woche rund 0,4 Prozent verloren, nachdem ein enttäuschendes Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Euro-Zone im vierten Quartal die Anleger verschreckt hatten. „Die Zahlen sind aber schon aus den Köpfen verschwunden, man konzentriert sich auf die nach vorne gerichteten Indikatoren“, fasst Marktstratege Jens Herdack von der Weberbank zusammen.

Schuldenkrise – die nächste Runde

Für Unsicherheit sorgen die Korruptionsvorwürfe gegen Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy und die Furcht vor einem Comeback des ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi bei den Wahlen Ende Februar. „Das sind ganz klar Belastungsfaktoren für den Aktienmarkt“, sagt Stratege Herdack. Das Risiko eines Reformstaus in den angeschlagenen Ländern ist Experten zufolge in den Köpfen der Investoren dadurch wieder präsenter als noch vor ein paar Wochen.

Währungskrieg?

Auch die Debatte um den Wechselkurs des Euro wird von den Finanzmärkten genau beäugt. „Die Politik wird aber sicher kein Öl ins Feuer gießen und die Diskussion um einen Währungskrieg anheizen“, zeigt sich Basse überzeugt. Den Strategen der Landesbank Berlin zufolge haben die Währungsdiskussionen ohnehin nur einen geringen Effekt auf den Aktienmarkt. „Die Notenbanken werden ihre Politik des billigen Geldes - in Japan wird noch eine Schippe drauf gelegt - weiter fortsetzen.“

Deutsche Wirtschaft schaut optimistisch in die Zukunft

Konjunkturell ist hierzulande immerhin ein Silberstreif am Horizont erkennbar: Unter anderem der am Dienstag anstehende ZEW-Indikator und der am Freitag fällige Ifo-Geschäftsklimaindex dürften bestätigen, dass die deutsche Wirtschaft Ende des vergangenen Jahres die Wende geschafft habe und wahrscheinlich schon im ersten Quartal wieder wachse, schreiben die Commerzbank-Analysten in ihrem Wochenausblick. „Auch im Euroraum insgesamt zeigen die Indikatoren wieder nach oben, was auch auf bessere Zahlen aus der Peripherie zurückzuführen ist.“

„Die Basis für ein Ende der Rezession ist gelegt“, schreibt die Deka-Bank in ihrer Wochenvorschau. Außerdem gehen die Analysten davon aus, dass der Ifo-Index, der am Freitag erscheinen wird, wieder gestiegen ist. „Die Stimmung bei den deutschen Unternehmen ist eindrucksvoll gestiegen.“

Von Reuters befragte Analysten sagen für den ZEW-Index im Februar einen Anstieg auf 35 Punkte von 31,5 Zählern voraus. Der Ifo-Index dürfte sich voraussichtlich auf 104,7 von 104,2 Stellen verbessern. Das dürfte wieder Appetit auf riskantere Investments wie Aktien machen: Schließlich hellen sich bei einer konjunkturellen Wende auch die Gewinnaussichten der Unternehmen wieder auf, wie die Helaba in einem Marktkommentar betont.

Einen Einblick in die Bücher wird am Dienstag die Deutsche Börse gewähren, am Donnerstag präsentiert Allianz ihre Bilanz. Aus der zweiten Reihe stehen unter anderem Zahlen von Pfeiffer Vacuum, Aareal Bank und Kabel Deutschland an.

Der Dax dürfte einen ruhigen Wochenstart hinlegen, da die US-Börsen am Montag wegen eines Feiertages (Presidents Day) geschlossen bleiben. Am Donnerstag wird an der Wall Street vor allem der Philadelphia Fed Index im Fokus stehen, der Aufschluss über die Lage der US-Industrie geben wird. Hier erwarten Experten einen Anstieg auf plus 0,3 Punkte von minus 5,8 Zählern.

Interessant bleibt für Anleger weltweit auch das Anleihekaufprogramm der US-Notenbank Fed. Diese pumpt durch ihren Anleihekauf monatlich 85 Milliarden US-Dollar in den Markt. Einige spekulieren bereits auf ein baldiges Ende der Aktion. Aus Protokollen war durchgesickert, dass einige Fed-Mitglieder das Kaufprogramm früher beenden wollen.

Doch die Mehrheit am Markt geht davon nicht aus. So auch die HSBC, die erst Ende 2013 von einer Drosselung der expansiven Geldpolitik ausgeht. „Die US-Konjunktur dürfte sich im Jahresverlauf zwar beleben. Letztlich reicht die Dynamik der Erholung aber nicht für eine schnelle Räumung des Arbeitsmarktes aus, so dass die Währungshüter ihrem expansiven Kurs wohl treu bleiben werden.“, schreiben die Analysten der HSBC in ihrem Wochenausblick.

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3 Kommentare zu "Dax-Ausblick: Politische Börse – nächster Akt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Das kann kein gutes Ende nehmen. Eine schlechte Nachricht jagt die andere. Aber der Dax (sieht man mal von den letzten paar Tagen ab) jagt munter in die Höhe. Schlechte Nachrichten werden konsequent ignoriert. Sagt aber irgendein Milchmann, die Krise sei vorbei, knallen die Kurse in die Höhe. Wenn es eine Sünde gibt, die der liebe Gott immer bestraft, dann ist es die GIER.

  • Seit Draghi den Euro gerettet hat, würde ich nicht mehr von politischen Börsen sprechen. Klar, Politik ist immer indirekt mit im Spiel, aber die momentane Konsolidierung hat nichts damit zu tun, wie im vorigen Artikel richtig beschrieben.

  • ................................
    ........DAX-KORREKTUR.........
    ................................
    zzt. haben die bären die oberhand
    gewonnen und werden die korrektur
    noch weiter ausdehnen..
    ..
    der DAX hängt in der unterstützungs-
    zone 7600-15..7595 fest und weitere
    unterstützungen lassen kursrückgänge
    vermuten..
    ..7475
    ..7425
    ..7350
    ..7300-10
    ..

    diese entwicklung ist nur gesund, um
    den optimismus bzw. übertreibungen ab-
    zubauen..
    ..
    ..

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