Dax-Ausblick Schuldenkrise gegen gute Konjunktur

In der neuen Woche wird Griechenland den Dax weiter belasten. Dafür könnte die amerikanische Wirtschaftslage für frischen Wind sorgen. Am Donnerstag legen Deutsche Bank und Münchener Rück ihre Geschäftszahlen vor.
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Dem Dax steht eine Woche zwischen Schuldengipfel und Bilanzsaison bevor. Quelle: Reuters

Dem Dax steht eine Woche zwischen Schuldengipfel und Bilanzsaison bevor.

(Foto: Reuters)

Frankfurt, DüsseldorfAuch für den Dax wird auch die neue Woche aufregend. Auf der einen Seite könnten die amerikanische Wirtschaftslage und die Nullzinspolitik der amerikanischen Notenbank Fed für anhaltend gute Stimmung an den Märkten sorgen. Auf der anderen Seite vermiesen der weiterhin drohende griechische Staatsbankrott und die ansteigenden portugiesischen Renditen die Stimmung.

Vor allem die Diskussion über einen Forderungsverzicht der griechischen Gläubiger und über ein zweites Hilfspaket könnte den Dax in der kommenden Woche belasten. Ohne Schuldenerlass gibt es keine weiteren Hilfskredite von Euro-Staaten und Internationalem Währungsfonds (IWF). Ein freiwilliger Verzicht der privaten Gläubiger soll den Schuldenberg von insgesamt 350 Milliarden Euro bis 2020 auf eine Quote von 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts senken.

Doch die Verhandlungen ziehen sich hin. „Uns würde es nicht überraschen, wenn sich die Parteien erst Anfang März und damit in letzter Minute auf ein zweites Hilfspaket einigen“, schreiben die Commerzbank-Volkswirte Jörg Krämer und Christoph Weil in einem Kommentar. Spätestens Ende März, wenn eine Anleihe von mehr als 14 Milliarden fällig wird, droht die Zahlungsunfähigkeit.

Für den Dax lief die vergangene Woche recht gut - der Index gewann rund zwei Prozent und setzte damit den Aufwärtstrend des neuen Jahres fort. Lange halten wird der Aufwärtstrend nach Meinung der DZ Bank aber nicht mehr. „Wir warnen davor, die jüngste Entwicklung am Aktienmarkt fortzuschreiben“, schreiben die Analysten in ihrem Wochenausblick. Europa befinde sich am Rande der Rezession und die Konjunktur schwächele weiterhin. Das Gewinnwachstum europäischer Konzerne werde unter dieser Entwicklung leiden. Die Analysten der DZ Bank rechnen damit, dass sich das Börsenklima im Laufe der Berichtssaison zum vierten Quartal wieder verschlechtern wird.

Die Charts der Woche

Welche Aktien die Januar-Rally mitmachen

GLOBAL PVQ SE INHABER-STAMMAKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005558662
Börse
HAM

0,00 0,00%
0,00€
Chart von GLOBAL PVQ SE INHABER-STAMMAKTIEN O.N.
Q-Cells
1 von 11

Der Solarkonzern Q-Cells wird im laufenden Geschäftsjahr wie schon 2011 tiefrote Zahlen schreiben. Für 2012 gehe der Vorstand bei einem Umsatz von 865 Millionen Euro von einem operativen Verlust (Ebit) von 90 Millionen Euro aus, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Erst 2014 werde wieder mit einem operativen Gewinn gerechnet. Die Titel verloren am Dienstag 17,9 Prozent.

deutsche börse

WKN
ISIN
Börse

Chart von deutsche börse
deutsche börse
2 von 11

Die Aktien der Deutschen Börse zeigten sich vom drohenden Scheitern der Fusionspläne mit der New York Stock Exchange (Nyse Euronext) wenig beeindruckt und gewannen am Donnerstag 3,9 Prozent auf 45,23 Euro. Händler sagten, dass sich am Markt die Meinung durchsetze, die Deutsche Börse werde eigenständig erfolgreicher sein als in einem Verbund mit dem US-Wettbewerber.

BANK OF AMERICA CORP. REGISTERED SHARES DL 0,01

WKN
ISIN
US0605051046
Börse
L&S

-0,19 -0,71%
+26,75€
Chart von BANK OF AMERICA CORP. REGISTERED SHARES DL 0,01
Bank of America
3 von 11

Die Bank of America konnte trotz einem überaus turbulenten Jahr für Großbanken noch einen Gewinn verbuchen. Windige Hypothekengeschäfte aus der Vergangenheit hängen wie ein Damoklesschwert über dem Branchenriesen. Erschwerend kommen die Auswüchse der Schuldenkrise hinzu. Die Bank konnte im vergangenen Jahr aber einen Verlust ganz knapp abwenden, indem sie Tafelsilber verkauft hat. Doch selbst das ist für die enttäuschten Aktionäre ein gutes Zeichen - bis Donnerstag ging es knapp fünf Prozent aufwärts.

APPLE INC. REGISTERED SHARES O.N.

WKN
ISIN
US0378331005
Börse
L&S

+1,36 +0,72%
+189,53€
Chart von APPLE INC. REGISTERED SHARES O.N.
Apple
4 von 11

Auch nach dem Tod von Steve Jobs verkaufte Apple überraschend viele iPhones und iPads und holte sich die Smartphone-Krone von Samsung zurück. Die Aktie verteuerte sich zeitweise um sieben Prozent auf ein Allzeithoch von 454 Dollar und ging am Mittwoch mit einem Plus von 6,2 Prozent aus dem Handel.

STADA ARZNEIMITTEL AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007251803
Börse
L&S

+0,41 +0,51%
+81,41€
Chart von STADA ARZNEIMITTEL AG NAMENS-AKTIEN O.N.
stada
5 von 11

Der Bad Vilbeler Pharmakonzern Stada weiß, wie man die Aktionäre beglückt. Stada hat im abgelaufenen Geschäftsjahr seine Prognosen wohl erreicht. An die Aktionäre sollen 30 bis 35 Prozent des Nettogewinns als Dividende ausgeschüttet werden.

Commerzbank

WKN
ISIN
Börse

Chart von Commerzbank
Commerzbank
6 von 11

Die Pläne der Commerzbank zum Stopfen ihrer Kapitallücke haben bei den Anlegern weiter für Kauflaune gesorgt. Am Montag legten die Aktien 13 Prozent auf 1,947 Euro zu und führten damit die Gewinnerliste im Dax an. Seit Vorstandschef Martin Blessing bekanntgab, die Lücke aus eigener Kraft schließen zu wollen, steigen die Commerzbank-Papiere kräftig. In den vergangenen 30 Tagen hat sich das Papier um 43 Prozent verteuert.

WACKER CHEMIE AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000WCH8881
Börse
L&S

-2,74 -2,23%
+120,56€
Chart von WACKER CHEMIE AG INHABER-AKTIEN O.N.
Wacker Chemie
7 von 11

Die Krise der Solarwirtschaft hat dem bayerischen Spezialchemiekonzern Wacker das Schlussquartal 2011 verhagelt. Erstmals seit dem Boom erneuerbarer Energien haben die Münchner mit Stornierungen im größeren Umfang zu kämpfen. Kunden stiegen aus dem Photovoltaikgeschäft aus. Die Aktionäre ergriffen die Flucht: Innerhalb einer Woche sackte der Kurs um neun Prozent ab.

Optimistischer ist Markus Reinwand von der Helaba. Er sieht Raum für weiter steigende Aktiennotierungen - wegen vermehrter konjunktureller Lichtblicke, einer ultralockeren Geldpolitik dies- und jenseits des Atlantiks sowie einer Entspannung der Euro-Schuldenkrise. Die überdurchschnittliche Entwicklung im Januar hält Reinwand „für eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Anleger wieder zu einer offensiveren Ausrichtung ihrer Portfolios bereit und in der Lage sind“.

Bilanzsaison in Deutschland, Arbeitsmarkt in Amerika
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2 Kommentare zu "Dax-Ausblick: Schuldenkrise gegen gute Konjunktur"

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  • Nachdem der DAX mein Kursziel als (Nachburner der ausgebliebenen Jahresendrally) von 6500 im Januar erreicht hat, hier mein weiterer Ausblick bis Ostern:

    Der DAX wird weiter steigen. Sicherlich nicht jeden Monat 500 Punkte. Aber 7000 sollten bis Ostern noch drin sein.

    Begründung:

    - ECB Liquidität

    - massive Unterinvestiertheit institutioneller Anleger (werden bzw. müssen jeden Rückschlag begierig nutzen)

    - Griechenland spielt an den Märkten keine große Rolle mehr (es wird eine Einigung geben, so oder so)

    Einher mit der Entwicklung des DAX geht auch der Euro nach Trendumkehr weiter nach oben. Bis 1,40 sind hier möglich. Und ein steigender Euro war schon immer Treibstoff für steigende Märkte weltweit.

    Wer noch (immer) nicht investiert ist kann nur hoffen, dass es Rücksetzer gibt. 6350 / 6400 sollten dann aber genutzt werden. Wer schon investiert ist, sollte seine Stopp-Loss-Marke zur Gewinnsicherung auf 6230 hochsetzen, und konsequent mit hochziehen (5 % unter Jahreshoch, Fachjargon: Trailing Stopp-Loss).

    Einen schönen Sonntag an das ganze Forum !!!

  • Der DAX ist das Fenster zu den Emerging Markets mit preußischer Rechtssicherheit !

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