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Dax-Ausblick Trump könnte der Börsenrally neue Impulse geben

Anleger hoffen auf eine grundsätzliche Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China. Auch für die deutsche Konjunktur wird die kommende Woche richtungsweisend.
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Anleger hoffen auch eine Entspannung im Handelsstreit Quelle: AFP
US-Präsident Trump und der chinesische Staatschef Xi 2017 in Peking

Anleger hoffen auch eine Entspannung im Handelsstreit

(Foto: AFP)

Frankfurt Die Aufmerksamkeit der Anleger dürfte in der neuen Woche auf den Gipfel der Staats- und Regierungschefs der 20 größten Industriestaaten und Schwellenländer (G20) gerichtet sein. Das in diesem Rahmen geplante Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem chinesischen Kollegen Xi Jinping könnte eine Entspannung im Zollstreit einläuten, sagt Anlagestratege Tobias Basse von der NordLB. „Möglicherweise kommt es sogar zu einer Art Waffenstillstand im Handelskonflikt zwischen den beiden Ländern. Nicht abwegig wäre auch eine medienwirksam verkündete grundsätzliche Einigung zwischen den beiden Regierungschefs.“

Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners warnt dagegen vor überzogenen Erwartungen an die Zusammenkunft von Xi und Trump. „Es ist klar, dass China und die USA einen Deal wollen. Klar ist aber auch, dass beide Seiten im Moment einen Deal zu unterschiedlichen Konditionen wollen.“

In der alten Woche bescherten Hoffnungen auf eine Entspannung im Handelskonflikt sowie die Aussicht auf Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB) und der US-Notenbank Fed dem Dax ein Kursplus von rund zwei Prozent.

Letztere sei aber gut beraten, die Ergebnisse des G20-Gipfels im japanischen Osaka abzuwarten, sagte Analyst Timo Emden von Emden Research. Angesichts des Gipfeltreffens hielten sich auch Anleger am Freitag mit weiteren Käufen zurück. Dax und EuroStoxx50 notierten am Freitag bei Handelsschluss jeweils kaum verändert bei 12.339 beziehungsweise 3466 Punkten.

Geopolitik bleibt heikel

Trump will in Osaka auch mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan den umstrittenen Kauf russischer Luftabwehr-Systeme diskutieren. Die USA befürchten, dass das dazugehörige Radar auf F-35 eingestellt wird und diese in den USA entwickelten Kampfjets künftig ein leichteres Ziel für russische Waffen sind. Die Furcht vor neuen US-Sanktionen hatte die türkische Lira zuletzt belastet.

Börsianer blicken auch auf die Golfregion. Nach dem Abschuss einer Drohne hat Trump Berichten zufolge einen Militärschlag zunächst genehmigt, später aber die Genehmigung zurückgezogen. Die Gefahr eines militärischen Zusammenstoßes beider Länder sei damit aber nicht gebannt, sagte Emden. Der Ölpreis zog wegen der Spannungen bereits an. Die Öl-Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um bis zu zwei Prozent auf 65,76 Dollar je Barrel (159 Liter). In ihrem Windschatten gewannen auf die Aktien von Ölkonzernen wie BP, Shell oder Total bis zu 2,1 Prozent.

Die „Antikrisen-Währung“ Gold war mit 1410,78 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) zeitweise so teuer wie zuletzt vor sechs Jahren. „Mit den trüben Aussichten für die Weltwirtschaft, dem Handelskonflikt zwischen den USA und China und den Spannungen im Nahen Osten gibt es zahlreiche Gründe, bei Gold Zuflucht zu suchen“, sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com.

Anleger werden am kommenden Freitag auf die Zahlen zu den US-Konsumausgaben schauen, die dann veröffentlicht werden. Von ihnen erhoffen sie sich Rückschlüsse auf Zeitpunkt und Tempo der erwarteten US-Zinssenkungen. Der private Konsum gilt als Hauptstütze der weltgrößten Volkswirtschaft.

Stimmungs-Check für die Deutsche Wirtschaft

Diesseits des Atlantiks stehen die deutschen (Donnerstag) und europäischen (Freitag) Inflationsdaten auf dem Terminplan. Eine Teuerung unter Markterwartung würde den Spekulationen auf eine EZB-Zinssenkung im Juli neue Nahrung geben. Darüber hinaus gibt am Montag der Ifo-Index Auskunft über die Stimmung in den deutschen Chef-Etagen. Zwei Tage später gibt der GfK-Index Auskunft über die Kauflaune der deutschen Verbraucher. 

Aus Sicht von Robert Greil, Chefstratege der Privatbank Merck Finck, dürften die Konjunkturbarometer Signalwirkung haben. Sie seien ein „Stimmungscheck für die deutsche Konjunktur.“ Greil geht davon aus, dass die deutschen Firmen erneut pessimistischer in die Zukunft blicken, als die Verbraucher. „Der Konsumtrend dürfte auf dieser Basis stabiler sein, als der Investitionstrend.“

Von gut gelaunten Verbrauchern dies- und jenseits des Atlantiks dürften auch vier große Unternehmen profitieren, die kommende Woche Zahlen für das vierte Quartal bekanntgeben: Der US-Logistiker Fedex, der Sportartikelhersteller Nike, der Modehändler H&M sowie Baumarktkette Hornbach.

Mit Material von Reuters

Mehr: Der derzeitige Konflikt zwischen dem Iran und den USA ist explosiv. Eine Eskalation würde den Absturz der iranischen Wirtschaft massiv beschleunigen.

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