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Dax-Ausblick Trump sorgt für miese Stimmung bei den Anlegern

Der US-Präsident verschärft den Streit mit China und stellt die Absprachen über Autozölle mit der EU infrage. Das lässt die Börsen auch in der neuen Woche nicht kalt.
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Es geht turbulent weiter. Quelle: dpa
Frankfurter Börse

Es geht turbulent weiter.

(Foto: dpa)

DüsseldorfAktienanleger hätten frohgelaunt in die neue Woche starten können. Schließlich hatten sich die USA und Mexiko mit einem vorläufigen Abkommen im Handelsstreit geeinigt. Die jüngsten Konjunkturdaten in Europa fielen positiv aus. Und die Inflationsrate im Euroraum ging von 2,1 Prozent im Juli auf 2,0 im August zurück, sodass Zinsschritte der Europäischen Zentralbank (EZB) unwahrscheinlicher werden – zumal auch die Kerninflation ebenfalls um 0,1 Prozentpunkte abnahm. Diese klammert die schwankungsanfälligen Preise für Energie sowie Nahrungs- und Genussmittel aus.

Zu den positiven Meldungen gehörte außerdem, dass die Arbeitslosenquote in der Eurozone im Juli mit 8,2 Prozent den niedrigsten Wert seit November 2008 erreichte. Nachdem zuvor der Ifo-Geschäftsklimaindex stärker gestiegen war als erwartet, sah die Landesbank Baden-Württemberg „die Angst vor weniger Wachstum“ als vorerst vertrieben an.

Doch dann polterte Handelskrieger Donald Trump wieder los. Plötzlich stellte der US-Präsident das mit EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker vereinbarte Stillhalten im Streit um Zölle auf Autoimporte wieder infrage. Gegenüber der Finanznachrichtenagentur Bloomberg sagt er: „Die Europäische Union ist fast so schlimm wie China, nur kleiner“. Gegenüber China kündigte er weitere Strafzölle an.

Die Kurse an den Aktienbörsen gingen erneut nach unten, der Dax schloss am Freitag mit einem Minus von 1,04 Prozent.  

Trump will einem Bericht zufolge am Mittwoch US-Strafzölle auf chinesische Waren im Volumen von 200 Milliarden Dollar in Kraft setzen. „Sollte Trump tatsächlich zusätzliche Abgaben erheben, so wäre über die Hälfte des Handels mit China durch Sonderzölle belastet, was Risiken für die Entwicklung der globalen Konjunktur mit sich bringen würde“, warnt Thomas Metzger, Chef der Vermögensverwaltung beim Bankhaus Bauer.

Dass Trumps neuer Angriff auf die europäischen Autobauer den Aktien von Daimler und Co nicht gut bekommt, war bereits am Freitag an den Kursen abzulesen.

Anlegern, die ihr Depot vor Wertverlusten aufgrund des Handelsstreits schützen wollen, können Analysten zufolge zum Beispiel Anteilsscheine von Firmen kaufen, deren Geschäft primär oder komplett in Deutschland stattfindet. Dazu gehören Bau-, Immobilien- und viele Dienstleistungsunternehmen.

Europäische Aktien überzeugen laut der britischen Bank Barclays die Anleger schon eine ganze Weile nicht mehr. Seit 25 Wochen ziehen Fonds Geld aus europäischen Aktien ab, berichtet die Agentur Bloomberg. Die Zuflüsse aus dem Vorjahr seien damit ausgelöscht. Als Gründe werden wenig spektakuläre Gewinnzahlen und die Abwesenheit vielversprechender Technologie-Riesen genannt.

Auch die Vorkommnisse in Italien sind für stabilitätsbedachte Anleger problematisch. In Rom streitet die Koalitionsregierung aus Fünf-Sterne-Bewegung und Lega Nord über die Höhe des Haushaltsdefizits. Dies geschieht so vehement, dass EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici in der Finanzzeitung „Il Sole 24 Ore“ von der Regierung „substanzielle Anstrengung“ fordert, die öffentlichen Schulden unter Kontrolle zu halten.

Dass eine gut laufende Wall Street die Kurse in Europa wie so oft kurz vor Handelsschluss anschiebt, ist zumindest am Montag ausgeschlossen. Die US-Börsen sind an diesem Tag geschlossen.

Doch Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank, bleibt trotz der römischen Probleme und eines US-Präsidenten Trump, „der immer für eine böse Überraschung gut ist“, optimistisch: „Alle diese Konflikte haben schon in der jüngsten Vergangenheit nicht für massive Aktienverwerfungen gesorgt.“ Die Lira-Krise und die Argentinien-Verschuldung, die die Märkte auch in der nächsten Woche begleiten werden, lässt Halver links liegen.

Die wohl höchste Aufmerksamkeit unter den Konjunkturdaten werden die Arbeitslosenzahlen in den USA am Freitag auf sich ziehen. Von den Daten erwarten Kapitalmarktbeobachter Hinweise auf die weitere Zinsentwicklung in den USA. Drei Tage zuvor wird der US-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im August veröffentlicht. Am Donnerstag kommen in Deutschland die Daten zu den Auftragseingängen der Industrie im Juli. Die Auftragsbücher seien gut gefüllt, urteilt die Postbank im Vorfeld, mahnt aber eine Erholung der Neueingänge an, um den guten Eindruck nicht zu stören.

Die Quartalssaison der Unternehmen ist praktisch beendet. Unter den deutschen Schwergewichten meldet sich nur noch Bayer am Mittwoch zu Wort. Der Chemie- und Pharmakonzern hatte den Zeitpunkt verschoben, um die Zahlen des umstrittenen Zukaufs von Monsanto integrieren zu können.

Wenn Unternehmen nicht selbst berichten, berichten andere über sie, etwa das Gremium, dass über die Zusammensetzung des EuroStoxx 50 entscheidet. Dort könnte die Deutsche Bank am Montag rausfliegen. Schon sicher scheint, dass Wirecard am Mittwoch die Commerzbank im Dax ersetzt.

Außerdem wird die Deutsche Börse die endgültige Zusammensetzung des auf 60 Werte erweiterten MDax und des auf 70 Titel aufgestockten SDax bekanntgeben. Die bisherigen TecDax-Mitglieder finden sich dann in zwei Indizes. Der TecDax selbst wird zu einem Zweitnotierungsindex, der Titel aus allen drei Börsensegmenten aufnimmt.

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