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Dax-Ausblick Turbulenter Mai droht – Schwankungen an den Börsen dürften zunehmen

An den Märkten herrscht in den kommenden Wochen wieder Bewegung. Viele Unternehmen stellen ihre Bilanzen vor – und es drohen stärkere Ausschläge.
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Der Dax hat seit Jahresbeginn 18 Prozent zugelegt. Quelle: Reuters
Börse Frankfurt

Der Dax hat seit Jahresbeginn 18 Prozent zugelegt.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Trotz Osterfeiertagen und Ferienzeit – langweilig wurde es in der vergangenen Woche an den Aktienbörsen nicht. Dafür sorgten Unternehmen wie Bayer, Nokia und Puma mit ihren Quartalszahlen, Continental und Wirecard mit der Vorstellung ihrer Jahresbilanzen und nicht zuletzt Deutsche Bank und Commerzbank mit der Absage ihrer Fusion.

Temporeich dürfte es auch in der kommenden Woche weitergehen: Zahlreiche Unternehmen stellen ihre Quartalsergebnisse vor, Anleger erhalten frische Indikatoren zur Konjunktur und die amerikanischen Notenbanker treffen sich zum Zinsentscheid.

Nach Ansicht von Finanzexperten könnte es in den kommenden Wochen an den Börsen zu stärkeren Schwankungen kommen. „Im Mai wird der Puls der Märkte steigen“, sagt Robert Greil, Chefstratege der Privatbank Merck Finck. Schon in der neuen Handelswoche dürfte die Volatilität an den Aktienmärkten „mit der anstehenden Welle an Konjunktur- und Unternehmenszahlen“ zunehmen.

Der Mai ist ein für Rückschläge gefürchteter Börsenmonat, und es stehen bald wichtige Ereignisse an: Neben der Wahl des Europaparlaments am 26. Mai seien auch Weichenstellungen in den Handelskonflikten zwischen den USA und China sowie der EU zu erwarten, so Greil.

In der vergangenen Woche haben sich die Kurse der Leitindizes unterm Strich nur wenig bewegt. Der Dax verzeichnete auf Wochensicht ein Plus von 0,8 Prozent und ging am Freitag bei 12.315 Punkten aus dem Handel. Der europäische Index Euro Stoxx 50 schloss nahezu unverändert bei 3500 Punkten. Ähnlich beim Dow Jones in den USA, der Index schloss am Freitag bei 26.543 Punkten.

Seit Jahresbeginn ging es an den Aktienmärkten jedoch stetig bergauf. Der Dax hat knapp 18 Prozent zugelegt. Commerzbank-Analyst Markus Wallner schreibt das dem Verzicht der US-Notenbank Fed auf weitere Zinserhöhungen und dem Abflauen von Rezessionsängsten in den USA und China zu. Bisher sei für die Kursgewinne allerdings nur eine höhere Bewertung verantwortlich, während die Gewinnerwartungen der Analysten für die meisten Dax-Unternehmen weiterhin fallen.

„Für einen weiteren deutlichen Kursanstieg müssten auch die Gewinnerwartungen zulegen“, so Wallner. Bei der Aktienauswahl sollten Anleger daher neben der Bewertung weiter darauf achten, dass der Gewinn des Unternehmens stärker zulegt als im Gesamtmarkt. Dies sei beispielsweise bei HeidelbergCement, SAP und Wirecard der Fall.

DZ-Bank-Analyst Michael Bissinger äußert auch Bedenken: „Angesichts des schwachen wirtschaftlichen Umfelds und der starken Kursentwicklung wird die Luft an den Aktienmärkten deutlich dünner.“ Als beständige Risikofaktoren nennt er unter anderem die Zollpolitik, den Brexit sowie politische Turbulenzen in EU-Kernländern.

Sie könnten einen weiteren Anstieg der Aktienmärkte verhindern und immer wieder zu Rückschlägen führen. Bis Jahresende nennt die DZ-Bank für den Dax ein Kursziel von 12.000 Punkten, den Euro Stoxx 50 sehen die Analysten bei 3.400 Punkten.

David Kohl, Chefvolkswirt Deutschland bei der Privatbank Julius Bär, führt die Erholung am amerikanischen Aktienmarkt ebenfalls darauf zurück, dass die Fed auf weitere Zinserhöhungen verzichtet hat. Er blickt optimistisch auf die weitere Entwicklung in den USA: „Die Erholung der Aktienkurse, eine zurückhaltende Notenbank und geringerer Lohndruck sind gute Voraussetzungen für höhere Unternehmensgewinne. Dies könnte für eine weitere positive Überraschung bei den Investoren sorgen“, so Kohl.

„Anleger sollten sich auf drohende Blockaden vorbereiten“

In Europa dagegen wachse mit dem Rückgang der Inflation der Handlungsdruck auf die Europäische Zentralbank (EZB), mit ihrer Geldpolitik Zeichen zu setzen. Dies schwäche zugleich den Euro. „Wir erwarten weiterhin, dass der EUR/USD in den kommenden Monaten noch etwas weiter auf 1,10 nachgeben wird und damit einen kleinen Beitrag dazu liefern dürfte, dass sich die konjunkturelle Situation in Deutschland und der Euro-Zone in den kommenden Monaten verbessert“, sagt Kohl.

Ausgemachte Sache seien weitere Kursgewinne am Aktienmarkt nicht, warnt Esty Dwek, Chef-Anlagestrategin beim Vermögensverwalter Natixis. „Eine anhaltende Rally braucht die fundamentale Unterstützung durch ordentliches Wachstum der Unternehmensgewinne.“ In ,der neuen Woche werden den Anlegern reichlich neue Geschäftszahlen und Ausblicke von Unternehmen vorgelegt. Auch zahlreiche Konjunkturdaten stehen auf dem Terminplan.

So geht es in der kommenden Woche weiter

Montag: Quartalszahlen kommen zu Wochenbeginn unter anderem von der Deutschen Börse, Kuka, Fielmann, Covestro, Deutsche Euroshop und der Google-Mutter Alphabet. Von Konjunkturseite kommen die US-Konsumausgaben.

Dienstag: Mit der Commerzbank-Tochter Comdirect, der spanischen Banco Santander, Standard Chartered aus Großbritannien sowie SEB und Nordea aus Schweden veröffentlichen am Dienstag gleich mehrere Banken ihre Zahlen zum ersten Quartal. Zudem lädt der Rückversicherer Munich Re zur Hauptversammlung ein. In den USA schauen die Anleger auf den iPhone-Hersteller Apple.

Mittwoch: Wegen des Mai-Feiertags wird an der Börse Frankfurt zur Wochenmitte nicht gehandelt. In den USA veröffentlicht die private Arbeitsagentur Zahlen zur Beschäftigung und gibt damit einen Vorgeschmack auf die offiziellen Daten, die am Freitag folgen. Die US-Notenbank Fed wird zudem ihren Zinsentscheid verkünden.

Donnerstag: In Deutschland berichten am Donnerstag Hugo Boss, Fresenius Medical Care und Volkswagen über das erste Quartal. Aus den europäischen Nachbarländern sind BNP Paribas, AXA, Lloyds Banking Group und ING Group dabei.

Freitag: Zum Wochenende werden Zahlen von Adidas, Grenke, BASF, Rhön-Klinikum, Xing und Nexus erwartet. In den USA legt Berkshire Hathaway, die Investmentfirma von Warren Buffett, Zahlen vor. Auch die Beschäftigtenzahlen für die USA sollen am Freitag veröffentlicht werden.

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