Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Dax-Ausblick US-Ausverkauf drückt auf die Stimmung in der letzten Handelswoche

Von einer Jahresendrally ist nichts zu sehen: Der deutsche Aktienmarkt muss erst mal den Kursrutsch in den USA verdauen. Vorbörsliche Notierungen deuten auf hohe Verluste hin.
Kommentieren
Der schwache US-Handel dürfte auch auf den Dax drücken. Quelle: AP
Händler an der New Yorker Börse

Der schwache US-Handel dürfte auch auf den Dax drücken.

(Foto: AP)

Frankfurt Der Kursrutsch an den US-Börsen birgt Gefahren für den Dax in der letzten Handelswoche des Jahres. Der deutsche Leitindex hatte am vergangenen Freitag leicht im Plus geschlossen. Doch seither hat der US-Index S&P 500 2,7 Prozent verloren. Denn in New York wurde im Gegensatz zum deutschen Markt Heiligabend gehandelt, wenn auch nur dreieinhalb Stunden lang.

Nach dem deutlichen Kursrutsch am 24. Dezember steht das wichtigste Börsenbarometer der Welt nun knapp 20 Prozent tiefer als zum Jahreshoch Ende September – und damit an der Schwelle zum Bärenmarkt. Auch andere US-Indizes wie der Dow Jones und der Nasdaq verloren deutlich.

Insgesamt war es die schlechteste Woche für den amerikanischen Aktienmarkt seit der Finanzkrise 2008. Eine Entwicklung, die deutsche Anleger erst noch verdauen müssen, wenn der Handel am Donnerstag wieder aufgenommen wird.

Am vergangenen Freitag schloss die Frankfurter Benchmark noch bei 10.633 Punkten, vorbörslich notiert die Dax-Indikation der Commerzbank am Mittwochvormittag bei 10.269 Punkten und damit mehr als 350 Punkte unter dem Schlussstand der vergangenen Woche.

Auch andere Zahlen zeigen, wie schlecht es um die Aktienmärkte weltweit bestellt ist: Der Wall Street droht 2018 der schwärzeste Dezember seit 1931. In der alten Woche verlor der Leitindex Dow Jones knapp sieben Prozent, der Technologie-Index Nasdaq sogar mehr als acht Prozent.

Und beim Dax summiert sich das Minus nach einem Verlust von zwei Prozent in der vergangenen Woche auf knapp 18 Prozent seit Jahresanfang. Das dürfte der größte Jahresverlust seit 2008 werden. Damals ging es gut 40 Prozent abwärts. Auch der MSCI-Weltindex steht vor dem größten Rückgang seit zehn Jahren. 

Der Pessimismus ist entsprechend bei vielen Marktteilnehmern groß: „Wir befinden uns mitten im stärksten Sturm an den Finanzmärkten seit der Krise 2008, die Märkte von New York bis Tokio brechen ein“, sagte Bernd Berg, Anlagestratege bei Woodman Asset Management der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Ein Auslöser der Talfahrt ist der Haushaltsstreit zwischen Trump und den oppositionellen Demokraten. Wegen des Streits bleiben Teile der Bundesverwaltung in den USA vorerst geschlossen. Investoren befürchten eine Schwächung der US-Wirtschaft.

US-Präsident Donald Trump bemühte sich dennoch, Optimismus zu verbreiten. Er rief am Dienstag dazu auf, Aktien zu kaufen. „Ich denke, es ist eine riesige Chance zu kaufen. Wirklich eine großartige Gelegenheit“, sagte er im Weißen Haus. Er habe „großes Vertrauen“ in amerikanische Unternehmen.

Für Verunsicherung sorgten jedoch neue Attacken von Trump gegen die US-Notenbank Fed. Der Notenbankchef Jerome Powell erhöhe die Leitzinsen zu schnell und würge damit die Konjunktur ab, kritisierte er. Noch vor Handelsschluss ließ Trump die Öffentlichkeit wissen, wen er für den Absturz verantwortlich macht: „Das einzige Problem, das unsere Wirtschaft hat, ist die Fed“, sagte er.

Trump trat jedoch Spekulationen entgegen, er wolle Powell feuern. „Ich vertraue ihm“, sagte der US-Präsident. Dennoch sehen Marktteilnehmer in der Fed-Kritik einen Angriff auf die Unabhängigkeit der US-Notenbank.

Als glücklos galt auch die Telefonkonferenz von US-Finanzminister Steve Mnuchin mit den CEOs der sechs größten US-amerikanischen Banken Ende vergangener Woche. Investoren fassten das Telefonat als weiteres Signal dafür auf, dass sich die US-Regierung um den Kurs der Märkte sorgt.

Japanische Börse erholt sich leicht

Auch andere Märkte dürften die europäischen Börsen weiter unter Druck setzen. So verlor der japanische Nikkei-Index als Reaktion auf den Kursrutsch in den USA zunächst rund fünf Prozent innerhalb eines Handelstags. Am Mittwoch erholte sich das japanische Börsenbarometer jedoch leicht.

Angesichts der Flucht vieler Anleger aus riskanten Investments sowie wachsenden Sorgen um die Entwicklung der Weltkonjunktur gerieten auch die Rohstoffmärkte unter Druck. Der Preis für die Rohölsorte Brent brach seit Wochenbeginn um sieben Prozent ein und steht derzeit nur knapp über der Marke von 50 Dollar pro Barrel (rund 159 Liter).

Der Brentpreis hat im letzten Viertel des Jahres knapp 40 Prozent an Wert verloren – für den Referenzpreis des Ölmarkts war es das schlechteste Quartal seit Ende 2014. Die Produktionskürzungen der im „Opec+“-Verbund zusammengeschlossenen Ölförderstaaten, die im Januar 2019 in Kraft treten sollen, konnten den Absturz der Ölpreise bislang nicht stoppen.

Für die letzte Handelswoche des Jahres stehen nur wenige Wirtschaftsdaten im Kalender. Besonders im Fokus dürften dabei am Donnerstag die vorläufigen Verbraucherpreise in Deutschland sowie die Industriedaten aus den USA stehen.

Startseite

Mehr zu: Dax-Ausblick - US-Ausverkauf drückt auf die Stimmung in der letzten Handelswoche

0 Kommentare zu "Dax-Ausblick: US-Ausverkauf drückt auf die Stimmung in der letzten Handelswoche"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote