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Dax-Ausblick Von Feiern bis Bangen – darauf müssen Anleger in der neuen Börsenwoche achten

Zum Wochenauftakt wird der „Tag der Aktie“ gefeiert. Die politische Gemengelage rund um den Brexit sorgt weiter für Verunsicherung – ein Lichtblick kommt von den Notenbanken.
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Die Auswirkungen der Brexit-Verhandlungen kosten die Anleger viel Geduld und Nerven. Quelle: dpa
Börse in Frankfurt

Die Auswirkungen der Brexit-Verhandlungen kosten die Anleger viel Geduld und Nerven.

(Foto: dpa)

Wann, wie – oder vielleicht doch gar nicht? In der vergangenen Woche gab es in London einen regelrechten Abstimmungsmarathon, doch noch immer ist nicht klar, wie der Brexit ablaufen wird. Am Dienstag gibt es im britischen Parlament die nächste Abstimmung. Eines ist schon jetzt sicher: In den knapp drei Jahren seit dem Brexit-Votum, hat die Unsicherheit die Anleger viel Geduld und Nerven gekostet – und ein Ende ist nicht absehbar.

Immerhin, der deutsche Leitindex Dax hat es trotz der politischen Querelen auf Wochensicht auf ein Plus von knapp zwei Prozent geschafft. Am Freitag ging er bei 11.685 Punkten aus dem Handel. „Die Börse juckt das Theater auf der Insel wenig“, sagte Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst CMC Markets.

Seit Jahresbeginn hat der Index sogar schon zehn Prozent zugelegt. Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer warnt jedoch: „Lehnt das Parlament das Austrittsabkommen kommende Woche zum dritten Mal ab, ist eine lange Verschiebung des Brexit-Termins über die Jahresmitte alles andere als sicher.“ Das Risiko eines Brexits ohne Vertrag werde dadurch größer.

Positiv entwickelt hat sich trotz politischen Gegenwinds in der vergangenen Woche auch der EuroStoxx 50. Der Leitindex der Euro-Zone legte allein am Freitag 1,3 Prozent zu und schloss bei 3.368 Punkten. In den USA verteuerte sich der Dow Jones am Freitag rund 0,5 Prozent auf 25.848 Punkte.

Zu einem regelrechten „Evergreen“ unter den Unsicherheitsfaktoren, hat sich längst auch der Handelsstreit zwischen den USA und China entwickelt. Jüngst wurde das für Ende März geplante Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping auf frühestens April verschoben. Auch bei diesem Konflikt ist also kein kurzfristiges Ende zu erwarten.

Immerhin eine Sorge wurde den Anlegern mittlerweile aber weitgehend genommen: Die Notenbanken heben die Zinsen jetzt doch nicht so schnell an, wie viele Marktbeobachter noch Ende des vergangenen Jahres erwartet hatten. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat eine mögliche Zinswende gerade ins Jahr 2020 verschoben.

Auch die US-Notenbank Fed hat signalisiert, dass sie vorsichtiger bei Zinserhöhungen sein will. Es dürfte also noch eine Weile bei einer lockeren Geldpolitik bleiben – und das gibt den Aktienkursen Auftrieb. Schließlich gilt: Sind die Zinsen auf Einlagen niedrig, setzen Anleger eher auf Aktien, weil diese höhere Renditechancen bieten.

In der breiten Masse der Bevölkerung ist diese Strategie allerdings noch immer nicht angekommen. Schon vor fünf Jahren wurde deshalb der Tag der Aktie ins Leben gerufen, an dem neben der Deutschen Börse und einigen Banken auch das Deutsche Aktieninstitut (DAI) intensiv für Investitionen in Wertpapiere wirbt. Dieses Jahr fällt er auf Montag, den 18. März. „Der Tag der Aktie ist eine hervorragende Gelegenheit, das wichtige Thema Aktienanlage prominent in das Zentrum der Öffentlichkeit zu rücken“, sagt Christine Bortenlänger, Geschäftsführender Vorstand des DAI. Bei mehreren Banken bekommen Anleger am Montag Sonderkonditionen für den Kauf bestimmter Aktien und Indexfonds (ETFs).

Aktuell gibt es in Deutschland nur 10,3 Millionen Aktionäre und Aktienfondsbesitzer. „Leider ist es ein verbreiteter Irrglaube, dass man nur mit sehr guten Wirtschaftskenntnissen in Aktien investieren kann“, sagt Bortenländer. Doch wer vier einfache Grundregeln befolge, könne auch ohne vertieftes Wissen Geld in Aktien anlegen. Bortenlänger rät:

  1. „Legen Sie Ihr Geld breit gestreut in Aktien unterschiedlicher Branchen an. Dies verringert spürbar das Risiko eines Totalverlustes, der bei einem Investment in eine einzelne Aktie nie ausgeschlossen werden kann.“
  2. „Investieren Sie langfristig. Je länger der Anlagehorizont ist, desto geringer ist die Gefahr, mit Aktien Verluste zu erleiden.“
  3. „Sparen Sie regelmäßig. Ein Sparplan auf Aktienfonds beispielsweise erlaubt dem Anleger, auch mit kleinen monatlichen Beträgen langfristig ein nennenswertes Aktienvermögen aufzubauen.“
  4. „Sparen Sie nicht nur in Aktien. Sie sollten für den täglichen Bedarf, den Urlaub und regelmäßig notwendige Anschaffungen wie Waschmaschine oder Kühlschrank genügend Geld auf dem Konto haben.“

So geht es in der kommenden Woche weiter

Montag: Für den Wochenstart gibt es nur wenige Ankündigungen von Unternehmen, viele haben ihre Zahlen für das vierte Quartal und das Jahr 2018 bereits vorgelegt. Der Versicherungskonzern Talanx und der Gasspezialist Linde legen am Montag ihre Jahresfinanzberichte vor. Neues gibt es jedoch bei der Zusammensetzung des MDax und des SDax: Im Index der mittelgroßen Unternehmen (Mid-Cap) rücken der Bremsen-Hersteller Knorr-Bremse und der Chip-Entwickler Dialog Semiconductor auf. Sie ersetzen Salzgitter und Schaeffler, die in den SDax, also den Index der kleinen Unternehmen (Small-Cap) absteigen. Dort stehen außerdem weitere Wechsel bevor. Im Dax ändert sich nichts an der Zusammensetzung.

Dienstag: Einblicke zur Entwicklung der Gesamtwirtschaft gibt es am Dienstag. Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) legt am Morgen seine neuesten Konjunkturerwartungen vor. Für Deutschland werden auch Zahlen zum verarbeitenden Gewerbe erwartet. Aus den USA kommen Zahlen zum Auftragseingang für die Industrie im Januar.

Mittwoch: Neues aus der Geldpolitik gibt es am Mittwoch. In den USA kommt der Offenmarktausschuss der US-Notenbank Fed zusammen. Eine Änderung des Leitzinses wird nicht erwartet.

Donnerstag: In Tokio bleiben die Börsen wegen eines Feiertags geschlossen. Ansonsten erwartet die Anleger am Donnerstag eine Mischung aus Konjunkturdaten und Geldpolitik. Die Bank of England (BoE) tagt, Experten rechnen aber auch in Großbritannien nicht mit einer Veränderung der Leitzinsen. In Berlin wird das Bundesfinanzministerium seinen Monatsbericht inklusive der finanzwirtschaftlichen Daten für Februar vorlegen. In Brüssel wird EZB-Chefbankenaufseher Enria den Jahresbericht 2018 der Bankenaufsicht präsentieren. Zudem werden Daten zum Verbrauchervertrauen in der Euro-Zone veröffentlicht.

Freitag: Zum Ende der Woche werden in Tokio die landesweiten Verbraucherpreise für Februar veröffentlicht. In Wiesbaden legt das Statistische Bundesamt den Auftragseingangsindex für das Bauhauptgewerbe vor. Im Euro-Raum dürfte der Einkaufsmanagerindex für die Industrie weitere Erkenntnisse zur wirtschaftlichen Lage bringen.

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