Dax-Ausblick Vorsicht vor der rosaroten Rally-Brille

Analysten gehen von weiteren Höchstständen aus. Die 8.000-Punkte-Marke sei für den Dax kein Problem. Doch die Euro-Krise ist trotz mancher Schönrederei noch längst nicht ausgestanden. Anlegern drohen Rücksetzer.
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Die Dax-Tafel an der Frankfurter Börse. In der neuen Woche geht der Bilanzreigen weiter. Quelle: Reuters

Die Dax-Tafel an der Frankfurter Börse. In der neuen Woche geht der Bilanzreigen weiter.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfDie Bilanzsaison läuft auf Hochtouren. Anleger sind weitestgehend optimistisch und nehmen die Marke von 8.000 Punkten beim Dax in Angriff. Auf Wochensicht hat der Leitindex in der alten Woche rund zwei Prozent dank eines überraschend guten Ifo-Indizes dazugewonnen. Auch das Rekordhoch von 8.151 Punkten vom Juli 2007 ist nicht mehr weit entfernt.

Die Voraussetzungen für weiter steigende Aktienkurse sind nach Einschätzung der DZ Bank jedenfalls gegeben, denn in Europa habe sich die Schuldenkrise ebenso verflüchtigt wie in den USA die Debatte um die Fiskalklippe. Bei rekordniedrigen Zinsen und der immer noch günstigen Bewertung von Aktien stelle sich deshalb die Frage, ob 2013 der „große Wechsel“ aus Anleihen in Aktien bevorstehe.

Andere Analysten sagen den Aktienbörsen mittel- und langfristig ebenfalls eine rosige Zukunft voraus, auch wenn die Experten der Landesbank Berlin auf kurze Sicht vor einer Konsolidierung an den Börsen warnen.

Die Deka-Bank sieht die Stimmung am Markt ebenfalls positiv: „Auch wenn die Rezession in Euroland im ersten Quartal noch nicht endet, so ist doch der Stimmungsumschwung bei Unternehmern und Konsumenten im Gang.“

Doch gerade das ist das Problem. Die Rezession endet nicht, doch die Stimmung bessert sich. Die Fundamentaldaten zeigen, dass es noch zu früh ist das Ende der Euro-Krise zu feiern. Zwar haben Draghi und Co. vor Monaten versprochen alles für den Euro zu tun, die Wirtschaften der Krisenländer insbesondere Spaniens Konjunktur zeigen jedoch wenig Besserung. Dass Investoren wieder bei den Anleihen der Krisenländer zugreifen ist eher ein Signal des Vertrauens in die Zentralbanken, nicht in die Länder selbst.

US-Ökonom Barry Eichengreen warnte in Davos vor einer voreiligen Entwarnung: Die Krise in der Euro-Zone sei noch nicht vorüber und keines der Probleme sei gelöst, sagte er der Nachrichtenagentur AP. Die Märkte seien lediglich „von unangemessenem Pessimismus zu unangemessenem Optimismus" übergegangen.

Matt King, leitender Kreditstratege bei der US-Bank Citi bläst in dasselbe Rohr: „Die zugrunde liegenden Probleme der Euro-Zone sind alles andere als gelöst, und die Investoren haben sich zu sehr auf die EZB verlassen“, sagt er. Die Angst der Investoren sei – getrieben von der verzweifelten Suche nach Rendite in einem Niedrigzinsumfeld – in Gier umgeschlagen. Es bleibt spannend in Europa, die Krise ist noch nicht vorbei. Es ist noch zu früh die rosarote Rally-Brille aufzuziehen . Blind auf eine sich erholende Wirtschaft und auf steigende Kurse zu setzen könnte teuer werden.

Europa ist ein Risikofaktor für die deutschen Bilanzen
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11 Kommentare zu "Dax-Ausblick: Vorsicht vor der rosaroten Rally-Brille"

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  • sorry, troz optimismus sehe DERZEIT kein fundament für eine rally. das wirtschaftliche umfeld passt einfach nicht dazu.

  • Einer vom HB...spricht aus der Nachtkammer.

  • Herje. Wer Angst vor Rücksetzern hat, soll die Finger von Aktien lassen. Was zählt, ist der langfristige Blick über mehrere Jahre. Und da ist die Wahrscheinlichkeit für DAX 14.000 erheblich höher als DAX 3.000. In den derzeitigen Aktienkursen ist immer noch viel Pessimismus eingepreist. Wären die Käufer so überschwänglich wie im Jahr 2000, müsste der DAX eher bei 25.000 stehen.

  • Hoher DAX?
    Lassen Sie sich nicht von dem hohen Wert täuschen. Der DAX ist ein Performance Index, d.h. die Dividenen werden in den Kurs mit einberechnet. Außerdem werden regelmäßig schlechte Werte (z.B. Metro) durch gute (z.B. Continental) ausgetauscht.

  • Also ich habe mir sogar nach 2003 in den 2 Aufschwungphasen die Finger verbrannt (bzw. die Fondsmanager der Riesterrente/ Fondsbasiert).

    Da ist noch nicht mal nominal das Geld im Fonds was eingezahlt wurde von 2003-2012.

    Und obwohl ich prinzipiell optimistisch denke, sehe ich immer noch dunkle Wolken am (nahen) Horizont, was die Staatsschuldenkrise anbelangt.

    Also ich werde weitgehend aus dem Papiergeld aussteigen. Bei Staatsschulden von >10x dem Jahreshaushalt habe ich da kein Vertrauen in die handelnden Leute.

  • Das sind keine frischen Triebe, die da gerade wachsen - das ist Notfruktifikation. (siehe wikipedia)

  • "....rosaroten Rally-Brille..:" - Klasse Formulierung! Schönes WoE, hoffentlich sind gestern alle auf die rosarostige Wolke gefahren...

  • bla, bla, bla
    Kann mir keiner sagen, wo der Dax nächste, übernächste Woche, etc. steht.
    No risk no fun!

  • Wer den Abstand DAX und 200-Tage-Linie sieht, sollte wissen, dass in 1-2 Wochen ein Rückschlag von ca. 500 Punkten kommt.

  • Wenn alle glücklich sind dann ist Vorsicht angesagt wie immer nur wann ist die Frage

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