Dax-Ausblick Warten auf Super Mario

Selten war eine Prognose so schwer: Wird EZB-Chef Mario Draghi abermals die Zinsen senken? In der kommenden Woche fällt die Entscheidung, die richtungweisend für die Märkte sein wird. Es könnte eine Enttäuschung geben.
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Die Marktteilnehmer warten auf den Zinsentscheid der US-Notenbank am Donnerstag. Quelle: dpa

Die Marktteilnehmer warten auf den Zinsentscheid der US-Notenbank am Donnerstag.

(Foto: dpa)

DüsseldorfTut er es oder tut er es nicht? Selten war es so schwer vorherzusagen, wie sich Mario Draghi entscheiden wird. Der Präsident der Europäischen Zentralbank und seine Kollegen verkünden am Donnerstag, ob es eine weitere Zinssenkung geben wird. Die Entscheidung wird richtungweisend für Euro, Anleihen und Aktien sein.

Gerüchten zufolge ist sich der Rat der EZB nicht einig, ob man die Zinsen senken soll oder nicht. „Ob Europas Währungshüter die Zinsen senken, steht auf des Messers Schneide“, schreiben die Analysten der Commerzbank in einer Studie. Und da sich niemand sicher sein könne, wie es ausgeht, dürfte ein guter Teil der Marktteilnehmer überrascht werden. Die Commerzbanker halten eine Zinssenkung für wahrscheinlicher.

Sollte sich die EZB zu keiner Entscheidung durchringen, dürfte der Markt enttäuscht reagieren. Die vergangene Woche hatte der Dax knapp unter 9700 Punkten beendet – zuletzt war er im Januar auf ein Rekordhoch von 9794,05 Zählern geklettert.

Die Top- und Flop-Aktien im Februar

FRESENIUS MEDICAL CARE KGAA INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005785802
Börse
Xetra

-1,06 -1,24%
+84,62€
Chart von FRESENIUS MEDICAL CARE KGAA INHABER-AKTIEN O.N.
Fresenius Medical Care: Verwöhnte Anleger enttäuscht
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Fresenius Medical Care: Verwöhnte Anleger enttäuscht

Im HDax, dem Index der 110 wichtigsten deutschen börsennotierten Unternehmen, weist die Aktie des Dialyse-Konzerns Fresenius Medical Care die schlechteste Performance im Februar aus. Den größten Teil der Verluste machte das Papier an einem Tag – dem vergangenen Dienstag. Es ging fast sechs Prozent nach unten. Grund: Zum ersten Mal seit zwölf Jahren hat der Konzern einen Gewinnrückgang ausgewiesen. Und angesichts von Kürzungen im US-Gesundheitssystem sieht das Unternehmen auch für 2014 weniger Profitchancen.
Kursentwicklung im Februar: -7,3 Prozent

Qiagen: Börse wartet auf gute Nachrichten

WKN
ISIN
Börse

Chart von Qiagen: Börse wartet auf gute Nachrichten
Qiagen: Börse wartet auf gute Nachrichten
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Qiagen: Börse wartet auf gute Nachrichten

Zahlen belasten auch die auf dem vorletzten Platz rangierende Aktie der Biotech-Firma Qiagen. Analysten zeigten sich enttäuscht von der Bilanz. 2013 sei etwas unter den Erwartungen ausgefallen, auch der Ausblick auf 2014 sei nicht aufregend, schrieb Analyst Daniel Wendorff von der Commerzbank. Kollege Ulrich Huwald von Warburg Research meinte, er warte weiter auf die Rückkehr zu Wachstum.
Kursentwicklung im Februar: -5,2 Prozent

PFEIFFER VACUUM TECHNOLOGY AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006916604
Börse
FSE

-2,20 -1,55%
+137,10€
Chart von PFEIFFER VACUUM TECHNOLOGY AG INHABER-AKTIEN O.N.
Pfeiffer Vacuum: Börse bewertet Zukunft skeptisch
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Pfeiffer Vacuum: Börse bewertet Zukunft skeptisch

Die Investoren in Aktien des Spezialpumpenherstellers Pfeiffer Vacuum machen sich über die Zukunft Gedanken. Die Bilanz für das vierte Quartal habe zwar sowohl beim Umsatz als auch beim Betriebsergebnis (Ebit) über seinen Schätzungen gelegen, schrieb Markus Friebel vom Analysehaus Independent Research in einer Studie. Als enttäuschend wertet er aber die rückläufige Entwicklung beim Auftragseingang. Friebel hob seine Gewinnprognosen je Aktie zwar an, erwartet aber insbesondere im Halbleitersegment keine signifikante Erholung. Der Titel verfüge weiterhin über Rückschlagspotenzial.
Kursentwicklung im Februar: -4,9 Prozent

MTU AERO ENGINES AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A0D9PT0
Börse
FSE

0,00 0,00%
+169,50€
Chart von MTU AERO ENGINES AG NAMENS-AKTIEN O.N.
MTU: Markt vermisst klare Perspektiven
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MTU: Markt vermisst klare Perspektiven

An der Zukunft zweifeln auch Beobachter der MTU-Aktie. Der Münchner Triebwerksbauer lieferte zwar eine Quartalsbilanz nach Erwartung des Marktes. Auf der Ergebnisseite gebe es aber einige Risiken, meinte Analyst Tristan Sanson von der französischen Investmentbank Exane BNP Paribas. Und Markus Turnwald von der DZ Bank bemängelte den "enttäuschenden Ausblick" für 2014.
Kursentwicklung im Februar: -4,7 Prozent

GERRESHEIMER AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A0LD6E6
Börse
FSE

+1,45 +1,99%
+74,25€
Chart von GERRESHEIMER AG INHABER-AKTIEN O.N.
Gerresheimer: Gute Zahlen allein überzeugen nicht
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Gerresheimer: Gute Zahlen allein überzeugen nicht

Mitte des Monats überraschte der Spezialverpackungshersteller Gerresheimer die Anleger. Nur wenige hatten offenbar mit einer so hohen Umsatz- und Gewinnsteigerung im abgelaufenen Geschäftsjahr sowie der Aussicht auf eine höhere Dividende gerechnet; die Aktien machten einen Sprung nach oben. Doch nach genauer Sicht kamen Aktienstrategen Zweifel. Er habe nach dem nur verhaltenen Ausblick des Herstellers von Spezialverpackungen seine Ergebnisprognosen um drei bis fünf Prozent gesenkt, schrieb Analyst Scott Bardo von der Privatbank Berenberg in einer Studie. Das laufende Jahr dürfte wohl kaum begeistern, mittelfristig sei das Unternehmen aber weiter interessant.
Kursentwicklung im Februar: -4,5 Prozent

DEUTSCHE BANK AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005140008
Börse
Xetra

-0,04 -0,41%
+10,27€
Chart von DEUTSCHE BANK AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Deutsche Bank: US-Regeln belasten Aktie
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Deutsche Bank: US-Regeln belasten Aktie

Endlich der Vergleich mit den Kirch-Erben. Während Anleger in Aktien der Deutschen Bank diese Nachricht mit Erleichterung aufnahmen, blicken Analysten besorgt auf die Zahlen – und auf den US-Markt. Da das Management der Deutschen Bank offenbar nicht willig oder möglicherweise auch nicht fähig sei, die Kosten über das geplante Maß hinaus zu senken, könnte die Aktie weiterhin mit einem Abschlag gehandelt werden, meinte Analyst Michael Helsby von Merrill Lynch. Außerdem belastet die Einführung neuer Vorschriften in den USA das Papier. Die Bank müsse die Kapitalausstattung ihrer Tochter in den USA wohl um etwa 4,5 Milliarden US-Dollar steigern, schrieb Analyst Jernej Omahen von Goldman Sachs in einer Branchenstudie.
Kursentwicklung im Februar: -4,3 Prozent

FRESENIUS SE & CO. KGAA INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005785604
Börse
FSE

+0,42 +0,61%
+69,54€
Chart von FRESENIUS SE & CO. KGAA INHABER-AKTIEN O.N.
Fresenius: Tochter belastet auch die Muttergesellschaft
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Fresenius: Tochter belastet auch die Muttergesellschaft

Mit dem Kurseinbruch bei Fresenius Medical Care kam auch die Aktie der Muttergesellschaft Fresenius ins Trudeln. Auch ohne diese Nachricht haben manche Marktbeobachter ihre Fragen an den Medizinkonzern. Die Kennziffern seien insgesamt durchwachsen ausgefallen, schrieb Analyst Holger Fechner von der NordLB in einer Studie vom 26. Februar. Die Aktie sei hoch bewertet, es gebe zahlreiche Baustellen im Konzern.
Kursentwicklung im Februar: -4,1 Prozent

Die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung ist allerdings nach den am Freitag veröffentlichten Inflationsdaten gesunken. Demnach lag Inflationsrate in der Euro-Zone im Februar bei 0,8 Prozent. Das ist zwar deutlich unter dem von der EZB angestrebten Ziel von knapp zwei Prozent, aber etwas höher als Ökonomen erwartet hatten. „Der Anstieg der Inflationsrate der Eurozone überrascht vor dem Hintergrund der schwächeren Werte in Deutschland, Italien, Spanien und Belgien“, schrieb Volkswirt Ralf Umlauf von Helaba. Mit den Zahlen lasse der Druck auf die EZB, weitere Maßnahmen zu ergreifen, nach.

Draghi selbst hatte am vergangenen Donnerstag vor dem Risiko einer längeren Phase mit niedriger Inflation gewarnt. Die EZB sei bereit, die Euro-Zone gegen Deflation zu verteidigen. „Wir bleiben wachsam gegenüber jeglichen Anzeichen, dass weitere Abwärtsrisiken für die Preisstabilität auftauchen, und wir sind zum Handeln bereit“, erklärte Draghi bei einer Rede in Frankfurt. Die EZB hatte den Leitzins zuletzt im November auf das Rekordtief von 0,25 Prozent gesenkt. Bei einer weiteren Zinssenkung könnten sich Banken zum Nulltarif Geld leihen.

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1 Kommentar zu "Dax-Ausblick: Warten auf Super Mario"

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  • Da muss niemand warten, den die EZB wird nichts Unternehmen. Den die EZB macht überhaupt nichts, erst wenn die Kacke am dampfen ist, müssen sie dan wohl oder Übel etwas unternehmen, und das geht dan auch noch in die Hose.
    Zum beispiel die Milliarden Euros von der EZB zur Rettung der Banken. das Geld wurde gebraucht um Staatsanleihen der eigenen Länder zukaufen. Oder das Eigenkapital zu Verwässern.

    2. Es wird von der EZB berichtet das man beim Banken Stresstest hart durchgreifen will, und das einige Banken geschlossen werden. Merken sie etwas?

    Die Komunikation der EZB ist eindeutig, den mit den Aussagen: Wir werden, schauen, könnten, überprüfen usw.
    Kann man keinen Blummentopf Gewinnen.
    Und wenn dann einer der Nationalbanker doch noch eine Idee hat, heisst es dann, das ist nicht unser Mandat.

    Ach ja, zur Rettung hat man eine neue Bankaufsicht unter der Führung der EZB kreiert, wo dann in gewonter Manier, erst in Aktion tritt wenn die Bude Brennt. Denn die jetzige BaFin hat ja mit ihren Experten nicht einmal gemerkt, das die Banken bis 2008, ein riesiges Klumpenrisiko an gehäuft haben.

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