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Dax-Ausblick Zinsentscheidung der Fed prägt die Aktienmärkte

Die Federal Reserve entscheidet in der kommenden Woche über eine Zinssenkung. Doch sie wird mit ihrer Entscheidung auch die weitere Richtung der Aktienmärkte prägen.
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Eine Zinssenkung durch die US-Notenbank ist in der kommenden Woche fest eingeplant. Quelle: Bloomberg
U-Notenbank-Präsident Jerome Powell

Eine Zinssenkung durch die US-Notenbank ist in der kommenden Woche fest eingeplant.

(Foto: Bloomberg)

Frankfurt Viele große Aktiengesellschaften präsentieren in der kommenden Woche ihre neuen Quartalszahlen, doch der wichtigste Termin für die Aktienmärkte ist die lange erwartete Sitzung der US-Notenbank Federal Reserve. Wie sehr die hohen Aktienbewertungen inzwischen von immer neuen Stimulierungsmaßnahmen der Notenbanken abhängen, wurde am vergangenen Donnerstag deutlich.

An dem Tag öffnete die Europäische Zentralbank die Tür dafür, den Zins noch weiter in den negativen Bereich zu drücken und kündigte weitere geldpolitische Lockerungsübungen an. Der Deutsche Aktienindex gab kräftig nach, weil einige Investoren darauf gesetzt hatten, dass die erhoffte Zinssenkung vielleicht sofort kommt.

Als die Aktienkurse in den USA im Frühjahr einbrachen, sorgten die zuerst von Präsident Donald Trump und dann von der Notenbank selbst genährten Zinssenkungsspekulationen umgehend dafür, dass die Hausse weitergehen konnte. Dass die US-Notenbank in der neuen Woche den Leitzins senken wird, ist fest eingeplant.

Für die Aktienmärkte geht es daher vor allem darum, welchen Zinsausblick Fed-Chef Jerome Powell geben wird. Hier sind Enttäuschungen ebenso möglich wie freudige Überraschungen.

Sinkende Zinsen treiben die Aktienkurse, weil zum einen die Kapitalkosten der Konzerne sinken, ein wichtiger Kostenblock, zum anderen die Renditen von festverzinslichen Anleihen nach unten gehen. Letztere sind eine wichtige Alternativanlage zu Aktien. Wer Rendite will, muss dann mehr ins Risiko gehen, und Aktien, Immobilien oder ähnliches kaufen.

US-Konjunkturindikatoren dürfen Kurse nicht bewegen

„Hohe Erwartungen auf beiden Seiten des Atlantiks für Zentralbankaktionen halten die Bewertungen hoch“, schreibt Unicredit Vize-Chefstratege Elia Lattuga in seinem Märkteausblick. Doch der Experte warnt, die Unsicherheit über die Perspektiven für die Weltwirtschaft sei hoch und das Gewinnwachstum werde wohl schwach bleiben.

Die normalerweise ziemlich wichtigen Konjunkturindikatoren aus den USA, der Einkaufsmanagerindex und die Beschäftigungszunahme, die am Donnerstag und Freitag veröffentlicht werden, dürften in Anbetracht der schon vorher verkündeten Zinsentscheidung die Kurse nicht so bewegen wie sonst üblich. In Europa gibt die erste Schätzung zum Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal am Mittwoch einen zusätzlichen Anhaltspunkt für die Frage, wie schlimm es um die Konjunktur im Euroraum tatsächlich steht.

Christian Kahler von der DZ Bank fokussiert im Gegensatz zu Unicredit stärker darauf, dass immerhin die meisten Unternehmen die bescheidenen Prognosen für das Gewinnwachstum übertroffen hätten. Er rechnet daher mit steigenden Aktienkursen in den USA, wenn es nicht zu Enttäuschungen bei Konjunktur oder Gewinnen kommt.

Pessimistisch ist die DZ Bank dagegen für deutsche Aktien. „Die Gewinnerwartungen für zyklische Unternehmen dürften überdurchschnittlich gesenkt werden“, prognostiziert Kahler unter Verweis auf die schwache internationale Konjunktur und fügt hinzu: . „Eine so schwache Ertragsentwicklung stünde im Gegensatz zu der in diesem Jahr sehr positiven Kursentwicklung, weshalb wir von fallenden Aktienmärkten ausgehen.“

Der Reigen der vielen Quartalsberichte beginnt am Montag unter anderem mit Sanofi und Siemens Healthineers. Am Dienstag folgen Bayer, BP, Fresenius Medical Care, Lufthansa, Apple, Mastercard, Merck, Pfizer und Procter &  Gamble. Mittwoch ist Tag der Banken und Finanztitel mit BBVA, BNP Paribas und Erste Group Bank, sowie Swiss Re. Außerdem legt Siemens-Konkurrent General Electric Quartalsdaten vor.

Am Donnerstag geht es weiter mit Axa, Société Générale und ING, BMW, Infineon Technologies, Siemens und Zalando, sowie General Motors. Am Freitag schließen den Reigen der Schwergewichte Allianz, Crédit Agricole und Toyota ab.

Nach der kommenden Woche dürften die Analysten und Anleger deutlich mehr Klarheit über den Zinsausblick und die Geschäftslage und Aussichten der großen Aktiengesellschaften haben. Die Chancen stehen somit gut, dass die Aktienmärkte sich in dieser Woche klar für eine Richtung entscheiden.

Mehr: Sowohl die EZB als auch die Fed zeigen sich wieder offen gegenüber Zinssenkungen. Doch ist dieser Kurs wirklich berechtigt?

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