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Dax-Ausblick Zollstreit und Türkei-Krise machen Dax das Leben schwer

Vor allem politische Entwicklungen dürften in der nächsten Woche die Aktienmärkte beeinflussen. Auf Unternehmensseite geht es hingegen eher ruhig zu.
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Die Aktienmärkte werden in der kommenden Woche vor allem von politischen Entwicklungen beeinflusst. Quelle: Reuters
Deutsche Börse

Die Aktienmärkte werden in der kommenden Woche vor allem von politischen Entwicklungen beeinflusst.

(Foto: Reuters)

FrankfurtDonald Trump und die Handelspolitik – ein schier unerschöpfliches Drama, das die Investoren rund um den Globus auch in der kommenden Woche in Atem halten dürfte. Zwar haben sich die führenden Aktienmärkte etwas beruhigt. So schloss etwa der deutsche Leitindex Dax die Woche mit einem Plus von 1,5 Prozent bei 12.394 Punkten.

Doch Strategen gehen angesichts der weiteren Verhandlungen zwischen den USA und China und nach der jüngsten Zuspitzung mit der Türkei vorerst von weiter seitwärts schwankenden Aktienkursen aus. Konjunkturdaten für Deutschland wie der Ifo-Index und für die USA dürften zudem Hinweise auf die Wirtschaftslage liefern, was auch die führenden Notenbanker interessieren wird.

„Nichts scheint mit US-Präsident Donald Trump unmöglich“, konstatiert Claudia Windt, Analystin der Helaba. Nachdem die Importzölle zwischen China und den USA in Kraft getreten sind, könnten die nun wieder aufgenommenen Handelsgespräche in einer weiteren Eskalationsstufe mit Importzöllen für China auf Einfuhren bis 200 Milliarden US-Dollar enden. Im besten Fall sei auch eine Rücknahme der nun bestehenden Zölle möglich.

Bisher jedenfalls gibt es offenbar keinen Durchbruch. Hinzu kommen die neuen innenpolitischen Querelen rund um den US-Präsidenten: Ob Trump das in der Außen- beziehungsweise Handelspolitik bremse, bleibe ebenfalls abzuwarten, meint Windt. Nachdem Trump sich dem Verdacht ausgesetzt sieht, Gesetze zur Wahlkampffinanzierung gebrochen zu haben, bringen seine Gegner nun die Möglichkeit eines Amtsenthebungsverfahrens ins Spiel.

Auch das Verhältnis der USA zur Türkei bleibt mehr als angespannt. Die Regierung in Ankara wirft den USA inzwischen einen gezielten Wirtschaftskrieg gegen die Türkei vor. Die USA wiederum beharren auf der Freilassung eines in der Türkei inhaftierten US-Predigers. Anleger sorgen sich überdies, dass der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, der seit einer Verfassungsänderung mit besonders großer Machtfülle ausgestattet ist, sich massiv in die Wirtschaft und die Währungspolitik einmischen könnte.

Die Landeswährung Lira hat seit Jahresbeginn knapp vierzig Prozent zum US-Dollar verloren. In den vergangenen Tagen stabilisierte sich die Lira etwas auf einem Niveau gegenüber dem Dollar von gut sechs Lira. Allerdings wurde an der Börse Istanbul wegen des islamischen Opferfestes in der vergangenen Woche kaum gehandelt.

Angesichts der zuletzt starken Häufung globaler Krisen „besteht das Risiko, dass diese sich mittelfristig stärker auf Wirtschaft und Aktienmärkte auswirken können“, meint auch Michael Bissinger, Analyst der DZ Bank. Die Strategen haben deshalb auch
ihre Prognosen für den Dax auf 12.600 Punkte bis zum Jahresende reduziert. Dennoch hält er es für wahrscheinlicher, dass die politischen Konflikte nicht weiter eskalieren und sich die Märkte irgendwann stabilisieren.

Für den Eurozonen-Leitindex Euro Stoxx erkennt Bissinger inzwischen ebenfalls bis zum Jahresende nur leichtes Steigerungspotenzial. Dagegen hält der Analyst die Kurse des breiten US-Index S&P 500 für ausgereizt. Der S&P-Index erreichte am Freitag ein neuerliches Rekordhoch bei 2874 Punkten. Auch der Leitindex der Wall Street, der Dow Jones, legte auf 25.790 Punkte zu.

Das Kursplus sehen Strategen vor allem im Zusammenhang mit beruhigenden Worten des US-Notenbankchefs Jerome Powell. Der Fed-Chef sprach sich ungeachtet der Kritik von US-Präsident Trump an gestiegenen Leitzinsen für eine Fortsetzung des bisherigen Kurses der behutsamen Zinserhöhungen aus. Die Wirtschaft zeige sich stark und die Inflation liege nahe beim Zwei-Prozent-Ziel der Notenbank, sagte Powell auf der Notenbank-Konferenz in Jackson Hole im Bundesstaat Wyoming.

„Wenn das starke Wachstum bei Einkommen und Arbeitsplätzen anhält, werden weitere graduelle Anhebungen der Zielspanne für die Leitzinsen wahrscheinlich angemessen sein.“ An den US-Börsen wird nach wie vor für September mit der nächsten Anhebung gerechnet. Die Fed hat in diesem Jahr bereits zweimal die Leitzinsen erhöht.

Zur aktuellen konjunkturellen Lage steht bereits am Montag mit dem Ifo-Index einer der wichtigsten Barometer für Deutschland an. Experten rechnen für August mit einem eher stabilen Wert, manche fürchten jedoch einen minimalen Rückgang. Der Geschäftsklima-Index des Münchner Ifo-Instituts war im Juli zum siebten Mal in acht Monaten gefallen.

Ein erneutes Absinken dürfte als Warnsignal aufgenommen werden. Überdies werden am Freitag die Verbraucherpreise für den Euroraum veröffentlicht. Die Analysten der Commerzbank rechnen für August mit einer im Vergleich zum Vormonat unveränderten Kernteuerungsrate von 1,1 Prozent.

Aus den USA stehen unter anderem am Dienstag das Verbrauchervertrauen und am Freitag der Chicagoer Einkaufsmanagerindex auf der Agenda. Von Unternehmen kommen derweil nur noch wenige Zahlen. So berichtet RTL am Mittwoch und Fielmann am Donnerstag.
Mit Material von Reuters.

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