Dax-Ausblick „Zu Aktien gibt es keine Alternative“

Der Dax schafft wieder einmal Historisches. Diesmal macht sich das auch optisch bemerkbar: Erstmals durchbrach er die 9000-Punkte-Marke. Wie hoch es noch gehen kann, hängt eigentlich nur noch von der Fed ab.
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Höchststand des Dax: Die Händler freuen sich - doch ob es weitergeht mit der Rekordhatz, bestimmt derzeit die Federal Reserve. Quelle: Reuters

Höchststand des Dax: Die Händler freuen sich - doch ob es weitergeht mit der Rekordhatz, bestimmt derzeit die Federal Reserve.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfZum Wochenende war es soweit. Der Dax schaffte erstmals in seiner 25-jährigen Geschichte den Sprung über die 9000-Punkte-Marke. Die gesamte vergangene Handelswoche lag der Leitindex auf der Pirsch. Am Freitag glückte dann die Attacke.

Viele Investoren sind sich nach dem Knacken dieser Marke sicher, dass es weiter nach oben gehen wird. „Viele Anleger sind noch nicht auf den Zug aufgesprungen und kommen jetzt in Zugzwang, das sollte die Kurse weiter nach oben treiben“, prognostiziert Carsten Klude, Stratege bei MM Warburg. Allein in den vergangenen fünf Tagen legte der Dax rund 1,5 Prozent zu.

Analysten rechnen mit einer Fortsetzung der Rally. „Die Investoren wollen die 10.000 sehen“, sagt Tobias Basse, Analyst von der NordLB. Schon in den nächsten drei bis sechs Monaten könnte sich der Leitindex 25 Jahre nach seinem Start der magischen Zahl nähern, prognostiziert der Stratege. Auch für seinen Kollegen Jörg Rahn von Marcard, Stein & Co ist klar: „Die US-Notenbank Fed flutet die Märkte weiter mit Geld und die globale Konjunktur belebt sich, daher spricht vieles dafür, dass die Rally weitergeht.“

Die Kurse werden von vielen Faktoren unterstützt, wobei einige auf vagen Spekulationen beruhen. So profitieren die Aktienmärkte derzeit von den noch immer sehr niedrigen Zinsen. Im Zusammenspiel mit den monatlichen Milliardenbeträgen, die die Federal Reserve in die Märkte spült, sucht sich das Geld meist den Weg in Aktien. „Angesichts der niedrigen Zinsen gibt es zu Aktien einfach keine wirkliche Alternative“, sagt ein Börsianer.

Diese Aktien floppen bei den Anlegern

ADVA OPTICAL NETWORKING SE INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005103006
Börse
Xetra

-0,15 -2,35%
0,00€
Chart von ADVA OPTICAL NETWORKING SE INHABER-AKTIEN O.N.
Adva Optical
1 von 24

Adva Optical: Gewinn und Aktie brechen ein

Ein Gewinneinbruch kommt an der Börse gar nicht gut an. Der Netzwerkausrüster Adva Optical schockte am Donnerstag die Anleger mit einer solchen Negativmeldung. Der Nettogewinn war im dritten Quartal auf 2,3 Millionen Euro von 3,5 Millionen Euro im gleichen Vorjahreszeitraum eingebrochen, wie das Unternehmen aus Martinsried bei München mitteilte. Der Umsatz fiel um 3,9 Prozent auf 79,1 Millionen Euro. Adva leidet darunter, dass Netzbetreiber aufgrund der Marktschwäche ihre Investitionen zurückfahren. Die Aktie brach um zehn Prozent ein und war damit Schlusslicht im TecDax.

Kursentwicklung 1 Woche: - 17,2 Prozent

TELEKOM AUSTRIA AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
AT0000720008
Börse
Xetra

-0,02 -0,27%
0,00€
Chart von TELEKOM AUSTRIA AG INHABER-AKTIEN O.N.
Telekom Austria
2 von 24

Telekom Austria: Börse über Auktionsergebnis verschnupft 

Gut eine Milliarde Euro investiert der österreichische Telekommunikationskonzern Telekom Austria in neue Frequenzen für schnelleres Internet (LTE). Dieses Ergebnis einer Mobilfunkauktion in Österreich ist vielen Investoren zu teuer, sie stiegen am Dienstag aus der Aktie aus; die Titel verloren sieben Prozent auf 5,84 Euro. Die Analysten von Morgan Stanley und der Deutschen Bank senkten ihre Kursziele für die Aktie auf fünf beziehungsweise 5,80 Euro. Die Kollegen der UBS erklärten zudem, sie sähen durch die steigende Verschuldung das Rating des Konzerns in Gefahr. Denn die Telekom Austria hatte angekündigt, zur Finanzierung der neuen Frequenzen mehr Fremdkapital aufzunehmen.  

Kursentwicklung 1 Woche: - 7,9 Prozent

ORANGE S.A. ACTIONS PORT. EO 4

WKN
ISIN
FR0000133308
Börse
Xetra

-0,04 -0,28%
0,00€
Chart von ORANGE S.A. ACTIONS PORT. EO 4
Orange
3 von 24

Orange: Unklarer Ausblick drückt Aktienkurs 

Auch in Frankreich kam ein Telekommunikationskonzern unter die Räder. Mit einem unklaren Ausblick irritierte Orange am Mittwoch die Investoren. Die Titel des größten französischen Telefonanbieters (früher France Télécom) fielen um 4,6 Prozent auf 10,16 Euro und zählten damit im Pariser CAC40 zu den größten Verlierern. Finanzvorstand Gervais Pellissier hatte bei der Vorlage des Zwischenberichts erklärt, es sei unsicher, ob das Unternehmen sein für 2014 gesetztes Ziel einer Stabilisierung des Betriebsgewinns erreichen könne. Einige Anleger nutzten die Aussagen offenbar, um Gewinne mitzunehmen, sagte ein Händler. Denn die Aktien hatten seit Anfang August 46 Prozent zugelegt.   

Kursentwicklung 1 Woche: - 3,4 Prozent

 

DEUTSCHE LUFTHANSA AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0008232125
Börse
Xetra

-0,04 -0,17%
0,00€
Chart von DEUTSCHE LUFTHANSA AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.
Lufthansa
4 von 24

Lufthansa: Zahlen enttäuschen Anleger 

Geschockt reagierten Investoren am Dienstag auf den neuen Gewinnausblick der Lufthansa. Die Aktie rutschte um bis zu 5,7 Prozent ab und war damit der schwächste Wert im Dax. „Die Investoren hatten mehr erwartet“, sagte ein Händler. „Das war jetzt kein Riesenschocker, aber erfreulich sind die Zahlen nicht.“ Allerdings waren in der Prognose  auch Sondereffekte enthalten, was die Stimmung später etwas beruhigte. Am Tagesende hatte sich das Minus auf 2,4 Prozent reduziert; die Aktien lagen aber immer noch am Dax-Ende. 

Kursentwicklung 1 Woche: + 1,7 Prozent

 

DEUTSCHE BANK AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005140008
Börse
Xetra

-0,12 -1,26%
0,00€
Chart von DEUTSCHE BANK AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Deutsche Bank
5 von 24

Deutsche Bank: Zentralbank macht Banker nervös 

Die Europäische Zentralbank (EZB) will in den nächsten zwölf Monaten 128 Banken aus den Euro-Ländern unter die Lupe nehmen. Sie müssen ein Eigenkapitalpolster von acht Prozent ihrer Bilanzrisiken vorweisen. Das ist höher als erwartet und setzte am Donnerstag die Finanzbranche unter Druck. Darunter litt auch die Deutsche Bank, die 2,4 Prozent verlor. Dem deutschen Branchenprimus machte zudem die Aussicht auf eine hohe Strafe für JP Morgan im Hypothekenstreit zu schaffen. Denn auch die Deutsche Bank muss sich wegen vergleichbarer Fälle juristisch verantworten. Und dann ist da noch der Libor-Skandal. Das Institut weitet hier seine internen Untersuchungen aus. Am Montag verloren die Aktien 1,5 Prozent und zählten damit zu den größten Dax-Verlierern. 

Kursentwicklung 1 Woche: - 1,8 Prozent

K+S AKTIENGESELLSCHAFT NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000KSAG888
Börse
Xetra

-0,40 -2,04%
0,00€
Chart von K+S AKTIENGESELLSCHAFT NAMENS-AKTIEN O.N.
K+S
6 von 24

K+S: Kanadischer Rivale wirft Schatten 

Nicht immer kommen die schlechten Nachrichten aus dem eigenen Haus. Auch Wettbewerber können Unternehmen nach unten ziehen. Beispiel K+S. Am Donnerstag bremsten schlechte Zahlen des kanadischen Rivalen Potash den deutschen Düngemittelhersteller aus, der mit einem Tagesminus von drei Prozent größter Dax-Verlierer war. Potash hatte im dritten Quartal weniger verdient und seine Prognose stärker als erwartet gesenkt. 

Kursentwicklung 1 Woche: - 1,3 Prozent

INFINEON TECHNOLOGIES AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006231004
Börse
Xetra

-0,27 -1,26%
0,00€
Chart von INFINEON TECHNOLOGIES AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Infineon
7 von 24

Infineon: Konkurrent belastet Aktienkurs 

Ähnliches passierte am Dienstag dem Münchner Chipkonzern Infineon. Hier war es der Wettbewerber Texas Instruments aus den USA. Der rechnet im laufenden Schlussquartal mit einem überraschend niedrigen Umsatz. Die Einnahmen würden zwischen 2,9 und 3,1 Milliarden Dollar liegen, teilte das Unternehmen am Montag nach Börsenschluss mit. Analysten hatten im Schnitt mit 3,1 Milliarden Dollar gerechnet. Infineon-Aktien verloren 2,2 Prozent. 

Kursentwicklung 1 Woche: - 1,5 Prozent

Weitere Hilfe erhält der Dax von der Konjunkturerhellung in der Euro-Zone. Auch wenn der am Freitag veröffentlichte ifo-Geschäftsklimaindex überraschenderweise leicht sank, bleibt hierzulande die wirtschaftliche Situation prächtig. Vor allem, weil das Bundesstatistikamt jüngst seine Prognose für das kommende Jahr anhob. Demnach soll das deutsche Bruttoinlandsprodukt 2014 um gut 1,8 Prozent steigen.

Auch im finanziell angeschlagenen Spanien stehen die Zeichen auf Wachstum. Die zuletzt veröffentlichten Kenndaten gaben an, dass das Krisenland nach mehreren Quartalen mit Negativ-Wachstum nun endlich wieder leicht wachsen konnte.

Der spekulative Aspekt, auf dem die Rekordjagd grundsätzlich fußt, ist die Annahme der Investoren, die Federal Reserve werde das Anleihekaufprogramm nicht schon im Januar, sondern erst im März kommenden Jahres drosseln. Dafür spricht einerseits die instabilere Lage in den USA, ausgelöst durch den stimmungshemmenden Haushaltsstreit und den finanziell belastenden etwa zwei Wochen andauernden „government shutdown“, und andererseits die Nominierung Janet Yellens als Nachfolgerin des Noch-Fed-Präsidenten Ben Bernanke. Yellen gilt als Verfechterin der lockeren Geldpolitik Bernankes.

Federal Reserve passt sich an US-Haushaltsstreit an
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