Dax-Schlussbericht Die Angst vor der 7000-Punkte-Marke

Der Dax ist am Donnerstag zeitweise über die 7000-Punkte-Marke gesprungen. Die Anleger bekamen aber kalte Füße und konnten die wichtige Marke im weiteren Handelsverlauf nicht halten.
Update: 16.08.2012 - 18:06 Uhr 54 Kommentare

Börse Frankfurt am Abend

Der Dax hat am Donnerstag erstmals seit Anfang April 2012 wieder kurz die Hürde von 7000 Punkte überwunden. Angetrieben von Gewinnen beim Euro und an der Wall Street erreichte der Leitindex sein Tageshoch bei 7001,40 Punkten. Zum Handelsschluss jedoch fiel das Börsenbarometer wieder unter die 7000er-Marke und legte nur noch um 0,71 Prozent auf 6996,29 Punkte zu. Der MDax stieg um 0,61 Prozent auf 11 093,73 Punkte. Für den TecDax ging es um 0,85 Prozent auf 785,93 Punkte nach oben.

Die Sorge um ein Ende der Politik des billigen Geldes, die das Börsenbarometer vor etwas mehr als vier Monaten noch unter die 7000er-Marke gedrückt hatte, hat sich inzwischen in ihr Gegenteil verkehrt: Im Grunde habe der Dax in den vergangenen Wochen nur so kräftig zugelegt, weil wieder allerorts auf weitere Unterstützung durch die Notenbanken gehofft werde, sagte Marktanalyst Christoph Schmidt von der N.M.F. AG. Nahrung gaben solchen Spekulationen Börsianern zufolge auch die an diesem Donnerstag veröffentlichten US-Konjunkturdaten, die tendenziell eher enttäuscht hatten.

Die anhaltenden Hoffnungen auf neue geldpolitische Maßnahmen seitens der Notenbanken haben den Goldpreis am Donnerstag gestützt. Das Edelmetall notierte fast unverändert bei 1603,56 Dollar je Feinunze. "Meines Erachtens werden die Zentralbanken ihren Auftrag, für stabile Preise zu sorgen, zugunsten von Konjunkturhilfen hinten anstellen", sagte Analyst Bayram Dincer von LGT Capital Management. Dies bedeute, dass sie eine höhere Inflation tolerieren, was wiederum die Attraktivität von Gold als Inflationsschutz vergrößere.

Das Weltwirtschaftsklima trübt sich derweil laut einer Befragung des Ifo-Instituts wieder ein. Nach zwei Anstiegen in Folge ist der entsprechende Indikator für das dritte Quartal 2012 auf 85,1 nach 95,0 Punkten für das zweite Vierteljahr gefallen, wie die Münchner Forscher am Donnerstag mitteilten. Das Barometer liegt damit wieder deutlich unter dem langfristigen Durchschnittswert von 96,7 Zählern für die Jahre 1996 bis 2011. Um den Index zu ermitteln, wurden im Juli 1079 Konjunkturexperten in 123 Ländern befragt.

Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn betonte, der Rückgang gehe gleichermaßen auf ungünstigere Beurteilungen zur aktuellen Lage als auch mehr Skepsis bei den Erwartungen für die nächsten sechs Monate zurück. "Die Ergebnisse bedeuten einen Rückschlag für die Erholung der Weltkonjunktur", sagte Sinn. Sowohl in Asien, Westeuropa als auch Nordamerika gebe es gegenüber dem zweiten Quartal rückläufige Werte.

Einzelwerte im Blickpunkt
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

54 Kommentare zu "Dax-Schlussbericht: Die Angst vor der 7000-Punkte-Marke"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • würde mich auf SBM Offshore (A0JLZV)konzentrieren, der Kurs zieht an und dabei sein ist bekanntlich ALLES.

  • Mann seid ihr Muellhaufen.

    Beelzebub oder wie auch immer du heißt, gestern erst mit "gewerblichen finanzvermittlern xD" über interhyp lächerlich gemacht ;)

    Anders kann mans nich benennen.

  • ich brech ab:
    "Blackrock: Es besteht immer noch eine Wahrscheinlichkeit auf QE3 mit einem Volumen zwischen $300-500 Mrd hauptsächlich in der Form von MBS-Käufen +++ Firma hat sich nach den Aussagen von Draghi vorsichtig an die italienischen und spanischen Märkte für Staatsanleihen gewagt und Bonds mit Laufzeiten bis zu 10 Jahren gekauft."

    HB, das inoffizielle Sprachrohr von PIMCO, was sagen Ihre Redakteure dazu?

  • unsinn.
    südländische staatsanleihen rentieren unterhalb der kritischen schwelle.
    europaweit fliegt den bankaktien der deckel weg.
    das gibt den indizes 'nen fetzigen kick obendrein. auf geht's richtung siebenzwo
    dow schon nähe jahreshoch

  • Der "Glaube" ist für die Kirche da. Hat aber an der Börse nix verloren.

  • Ich bin mir sicher, dass wir im Q3 mit der Berichtssaison im Oktober/November so einige Gewinnwarnungen hören werden, denn die Konjunkturabschwächung in Europa und in China wird dann Auswirkungen zeigen.
    Typische Zykliker, die in ihren Branchen als "Top-Picks" gelten wie z.B. Bauer (Maschinenbau, Tiefbau, europaweit und China) und Salzgitter (Stahl und Fertigung) haben diese Woche mit bösen Überraschungen aufgewartet und werden in den kommenden Q-Berichten noch weitere rote Zahlen vermelden, so dass für das Gesamtjahr Verluste auflaufen werden. Entsprechend heftig waren die Kurseinbrüche.
    Ich glaube nicht, dass das Einzelfälle bleiben werden. Und ich glaube nicht, dass das auf den DAX keine Auswirkungen haben wird.

  • Also Leute aufgepasst, vor der Rakete kommt noch der massiv Short-provozierte Breakdown, weil die vielen Bargeldhorter nur bei niedrigem Kurs einsteigen werden.

  • Schaut euch mal den spanischen Aktienmarkt an. Hier explodieren die Kurse. Ein Zeichen dafür, dass die 300 Milliarden der EZB zur Stützung spanischer Banken sofort verzockt werden.

  • Nur bei Fluchtgeschwindigkeit und danach sieht es heute mal wieder nicht aus. Ich warte auf den Buffet, bis der erkennt, dass es sein Papiergeld schnellstens wieder loswerden muss - aber der Groschen fällt nur in Pfeningen (oops) ;-)

  • Boah, bin ich satt...

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%