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Händler an der New Yorker Börse

Die globalen Aktienmärkte stehen am Donnerstag unter Druck.

(Foto: AP)

Dax-Turbulenzen Der Dax auf Jahrestief – Warum Anleger Trump ignorieren sollten

Die politische Unberechenbarkeit des US-Präsidenten setzt den Dax unter Druck. Anleger sollten diszipliniert bei der eingeschlagenen Strategie bleiben.
Update: 06.12.2018 - 13:08 Uhr 2 Kommentare

FrankfurtDer Dax hat mit dem Abrutschen unter die Marke von 11.000 Punkten erneut Schwäche gezeigt – und seine Abhängigkeit von der US-Börse, die zuletzt eingeknickt war. Ausschlaggebend sind dafür einige längerfristige Faktoren.

Die lange Zeit starke Konjunktur in Deutschland und im Euro-Raum schwächt sich ab, was aber ein normaler Vorgang ist. Die US-Notenbank hat ihre Politik des leichten Geldes aufgegeben und stützt den Aktienmarkt damit nicht mehr. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Geldschleusen zwar noch nicht geschlossen, aber für den weltweiten Kapitalmarkt hat sie letztlich nur zweitrangige Bedeutung.

Doch dazu kommt ein Faktor, der wahrscheinlich auch längerfristig die Börsen begleiten wird, aber immer wieder ganz neue Impulse hergibt: Das politische Drama, das US-Präsident Donald Trump inszeniert.

Es ist keine Komödie, wenn die Aufführung auch hin und wieder an absurdes Theater erinnert. Es ist bisher auch noch keine Tragödie – schließlich läuft die Weltwirtschaft rund und billigere Aktien bieten Einstiegschancen. Aber beunruhigend ist, dass diesem Drama ein klares Drehbuch fehlt. Ein Drama, bei dem kein Ende abzusehen ist: Der Vorhang fällt frühestens mit dem Abgang des US-Präsidenten.

Trump hat seit den Parlamentswahlen im Herbst keine klare Mehrheit mehr. Deswegen bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich auf Themen zu konzentrieren, die er weitgehend allein beherrscht. Dazu zählen die Außen- und die Handelspolitik.

Hinzu kommt, dass Trump seinen politischen Erfolg nicht besonders durchdachten Konzepten, noch nicht einmal einer ausreichend großen, festen Wählerbasis verdankt. Sondern seiner Fähigkeit, Öffentlichkeit, Medien, seine Anhänger und damit letztlich die gesamte Wählerschaft beständig außer Atem zu bringen.

Stillstand, Langeweile, wie sie Bundeskanzlerin Angela Merkel manchmal ganz gut bekommen ist, wäre bei dieser Art von Präsidentschaft gefährlich. Sie lebt vom Drama. Daher ist es kein Zufall, dass ein „Gipfel“, den nächsten jagt, meist gefolgt von neuen Tweets, die alles wieder infrage stellen.

Die Verhaftung einer prominenten chinesischen Managerin, die das Finanzressort des Netzwerkausrüsters Huawei verantwortet, ist Teil dieses Dramas. Sie setzt zugleich ein deutliches Signal: Amerika drückt nicht nur Unternehmen weltweit die eigenen Gesetze auf – in dem Fall die Iran-Sanktionen – sondern zieht auch einzelne Personen in die Auseinandersetzung hinein.

Perfekte Bühne für Trump, aber nicht für Investoren

Es ist ein Unterschied, ob einem Unternehmen Strafzahlungen drohen – daran hat sich die Welt schon fast gewöhnt –, oder ob Wirtschaftslenker auf einmal im Gefängnis landen. Die Welt wird so unsicherer: Eine perfekte Bühne für Trump, aber nicht für Investoren.

Anleger müssen jetzt Disziplin bewahren. Wer kurzfristig agiert, kann aussteigen, wenn es abwärts geht, muss dann aber auch sehr schnell wieder einsteigen, wenn es nach oben geht. Die Gefahr einer solchen kurzfristigen Strategie ist, beide Male zu zögern und damit billig zu verkaufen und teuer zurückzukaufen. Wenn die Börse noch tiefer einknickt, kann es danach Phasen geben, wo sie sich recht unspektakulär erholt – und erst im Nachhinein wird klar, dass die besten Einstiegskurse schon wieder vorbei sind.

Wer langfristig anlegt, sollte wahrscheinlich nur aussteigen, wenn er oder sie einen ganz tiefen Crash, das Platzen einer Blase oder eine neue Finanzkrise befürchtet. Solche Ergebnisse sind schwer vorherzusehen – und zurzeit auch tatsächlich nicht absehbar. Wahrscheinlich ist es auch für Anleger dieses Typs besser, alles laufen zu lassen und eventuell später billiger zuzukaufen.

Sally Krawcheck, Ex-Finanzvorständin der Citibank, hat gerade darauf hingewiesen, dass einige der besten Finanzanlagen diejenigen waren, die ihre Besitzer einfach vergessen hatten. Für die Nerven ist es ohnehin besser, sich nicht jeden Tag über die Kurse aufzuregen.

„Die Rezession in Deutschland wird definitiv in den nächsten Monaten kommen“

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2 Kommentare zu "Dax-Turbulenzen: Der Dax auf Jahrestief – Warum Anleger Trump ignorieren sollten"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @Frank Wiebe
    Die Situation ist gut beschrieben, die Unternehmen machen schöne Gewinne und zahlen schöne Dividenden - Aktien sind günstig zu haben. Die schönen Dividenden entschädigen den Aktionär für die volatilen Kurse und die damit verbundenen Schmerzen:
    Dividenden sind das Schmerzensgeld für Trump-Tweets.

  • Ein kluger Artikel. Danke.

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