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Dax-Umfrage „Feierlaune ist angesagt“

Die Marke von 11.000 Punkten rückt in greifbare Nähe, die Stimmung der Anleger ist so gut wie lange nicht, zeigt eine exklusive Umfrage. Was normalerweise als Warnsignal gilt, lässt nun auf eine nachhaltige Rally hoffen.
EZB-Präsident Mario Draghi löste mit nur einem Satz ein kleines Kursfeuerwerk an der Frankfurter Börse aus. Quelle: dpa
Feuerwerk in Frankfurt

EZB-Präsident Mario Draghi löste mit nur einem Satz ein kleines Kursfeuerwerk an der Frankfurter Börse aus.

(Foto: dpa)

DüsseldorfSo gut wie in der vergangenen Woche lief es an der Frankfurter Börse schon lange nicht mehr. Die Hoffnung auf noch mehr billiges Geld der Notenbanken ließ Anleger jubeln und den Dax um fast sieben Prozent zulegen – so stark wie seit Februar 2011 nicht mehr. Mit den Kursen stieg auch die Stimmung der Anleger.

„Feierlaune ist angesagt“, kommentiert Stephan Heibel vom Analysehaus AnimusX, der regelmäßig die wöchentliche Dax-Umfrage des Handelsblatts zur Stimmung unter den Anleger auswertet. Und die aktuelle Umfrage zeigt ganz klar, die Laune der Anleger ist gut, aber nicht überschwänglich. Wären die Investoren nämlich zu euphorisch, wäre das ein Warnsignal. Doch so weit ist es noch nicht. 44 Prozent der Teilnehmer betrachtet die aktuelle Marktsituation als Aufwärtsimplus – das ist immerhin ein Plus von 22 Prozent gegenüber der Vorwoche. Nur noch sechs Prozent sehen einen Abwärtsimpuls, ein Rückgang um 14 Prozent.

EZB-Präsident Mario Draghi löste mit nur einem Satz ein kleines Kursfeuerwerk aus. „Der EZB-Rat ist gewillt und in der Lage zu handeln, indem er alle Instrumente nutzt”, hatte er gesagt und der Dax hob ab. Für manchen Marktteilnehmer war das bereits der Startschuss für die Jahresendrally.

In die neue Woche ist der Dax zwar verhaltener gestartet, der deutsche Leitindex pendelt am Montag um seinen Vorwochenschluss. Doch damit hatten viele Marktteilnehmer gerechnet. Selbst kurzfristige Gewinnmitnahmen schließen sie nicht aus. „Vor dem US-Zinsentscheid am Mittwoch dürften die Investoren lieber auf Nummer sicher gehen und Kasse machen“, befürchtet NordLB-Analyst Tobias Basse. „Die Unsicherheit über das Vorgehen der Fed ist einfach zu groß.“

In welcher Zyklusphase befinden sich die Märkte Ihrer Meinung nach aktuell?


Es heißt also erst einmal durchatmen nach der extrem positiven Woche. Super Draghi, wie der EZB-Chef scherzhaft genannt wird, hatte am Donnerstag angekündigt, bei der Ratssitzung der Zentralbank im Dezember werde geprüft, ob die Geldpolitik die Konjunktur ausreichend ankurbelt. Aus Sicht vieler Experten sind weitere expansive Maßnahmen damit so gut wie sicher.

Die Zuversicht ist hoch

18 Aktien für Anlage-Rebellen

BOX INC. REGISTERED SHARES A DL -,0001

WKN
ISIN
US10316T1043
Börse
L&S

+0,01 +0,09%
+15,35€
Chart von BOX INC. REGISTERED SHARES A DL -,0001
Box
1 von 18

Die Credit Suisse hat eine Liste von 18 Aktien erstellt, mit denen sie gegen den Investorenstrom schwimmen. Die Titel haben in der Regel deutlich an Wert verloren und weichen von den Analysteneinschätzungen deutlich ab. Nun aber sollen diese Aktien Potenzial für Gewinne besitzen. Eine diese Aktien ist Box. Das US-Unternehmen hat sich auf Cloud-basierte Mobilanwendungen spezialisiert. Seit Jahresanfang haben die Aktien über 45 Prozent verloren.

Kursentwicklung (seit 1. Januar 2015): - 45,1 Prozent

BOYD GAMING CORP. REGISTERED SHARES DL -,01

WKN
ISIN
US1033041013
Börse
L&S

-0,10 -0,42%
+23,82€
Chart von BOYD GAMING CORP. REGISTERED SHARES DL -,01
Boyd Gaming
2 von 18

Das US-Unternehmen Boyd Gaming ist vor allem in Nevada vorzufinden – konkret in Las Vegas. Dort betreibt der Konzern Spielautomaten in zahlreichen Kasinos. Die Papiere konnten im laufenden Jahr zwar mehr als 35 Prozent zulegen und Analysten sind hinsichtlich der Prognosen vorsichtig. Doch die Experten der Credit Suisse sehen noch Potenzial für Boyd Gaming. Für weiteren Aufschwung dürften verstärkte Investitionen in Las Vegas sorgen.

Kursentwicklung: + 36,2 Prozent

CF INDUSTRIES HOLDINGS INC. REGISTERED SHARES DL -,01

WKN
ISIN
US1252691001
Börse
L&S

-0,04 -0,11%
+42,38€
Chart von CF INDUSTRIES HOLDINGS INC. REGISTERED SHARES DL -,01
CF Industries
3 von 18

Der Düngemittelkonzern CF Industries konnte im laufenden Jahr an den Aktienmärkten nicht wirklich überzeugen. Auf Jahressicht haben die Papiere über drei Prozent verloren. Allein in den vergangenen drei Monaten rutschten die Aktien 16,1 Prozent ins Minus. Laut Credit-Suisse-Analyst Arbin Sherchan ist deswegen genau jetzt der richtige Zeitpunkt für einen Einstieg.

Kursentwicklung: - 3,6 Prozent

INGREDION INC. REGISTERED SHARES DL -,01

WKN
ISIN
US4571871023
Börse
L&S

-2,14 -2,89%
+71,41€
Chart von INGREDION INC. REGISTERED SHARES DL -,01
Ingredion
4 von 18

Beim US-Lebensmittelkonzern Ingredion haben viele Analysten hinsichtlich des Engagements in den Emerging Market große Bedenken. Besonders wegen der Geschäfte in Brasilien und Argentinien rechnen sie kurzfristig mit Kursverlusten – nicht so die Credit Suisse. Laut der Schweizer Bank hält sich Ingredion in diesen Ländern wacker und könnte kurzfristig noch von positiven Tendenzen aus den USA profitieren.

Kursentwicklung: + 5,8 Prozent

L-3 Communications

WKN
ISIN
Börse

Chart von L-3 Communications
L-3 Communications
5 von 18

Beim Rüstungskonzern L-3 Communications läuft es derzeit nicht rund, das erkennt man auch an der Kursentwicklung der Aktien. Seit dem 1. Januar haben die Papiere rund dreizehn Prozent an Wert verloren. Für Verluste sorgen Umstrukturierungsprozesse. Sherchan von der Credit Suisse empfiehlt die Aktie dennoch zum Kauf.

Kursentwicklung: - 13,2 Prozent

LaSalle Hotel

WKN
ISIN
Börse

Chart von LaSalle Hotel
LaSalle Hotel
6 von 18

Lasalle Hotel investiert als Investmentgesellschaft vornehmlich in Unternehmen aus der Hotelbranche. Anfang 2015 besaß LaSalle Hotel 45 Hotels mit circa 11.300 Zimmern. Die Aktie weist im laufenden Jahr eine negative Performance vor.

Kursentwicklung: - 25,2 Prozent

Nationstar Mortgage Holdings Inc

WKN
ISIN
US63861C1099
Börse
NYSE

0,00 0,00%
0,00€
Chart von Nationstar Mortgage Holdings Inc
Nationstar Mortgage
7 von 18

Nationstar Mortgage Holdings ist ein Immobilienkonzern in den USA. Anleger müssen dabei Rebound spekulieren, denn die Aktie hat sich in diesem Jahr etwas mehr als halbiert. Die Aktie sei nun attraktiv bewertet, meinen die Analysten von Credit Suisse.

Kursentwicklung: - 51,1 Prozent

Seit März pumpen die EZB und die nationalen Notenbanken Monat für Monat rund 60 Milliarden Euro in das Finanzsystem. Bis September 2016 ist so ein Gesamtumfang von 1,14 Billionen Euro vorgesehen.

Das billige Geld fließt also weiter in Strömen. Kein Wunder, dass auch die Zuversicht der Umfrage-Teilnehmer auf hohem Niveau verharrt. Für die kommenden drei Monate erwarten sie nach wie vor mehrheitlich weiter steigende Kurse. Einen Aufwärtsimpuls erwarten 38 Prozent (minus vier Prozent), nur 16 Prozent (plus zwei Prozent) fürchten einen Abwärtsimpuls. „Während der Rally von November 2014 bis März 2015 war die Zuversicht durchweg negativ, die Kurse stiegen an einer Wand der Angst“, erinnert sich Heibel. Das ist heute anders.

Nicht nur die EZB sorgte für die gute Stimmung, sondern auch die chinesische Notenbank. Sie senkte den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 4,35 Prozent, um die Konjunktur anzukurbeln.

Fed-Chefin Janet Yellen schlägt in den USA einen ganz anderen Weg ein als ihre Kollegen in Europa und Asien. Sie will die Geldpolitik in den USA deutlich straffen. Eine Zinswende in diesem Monat halten viele Experten nach zuletzt eher enttäuschenden Konjunkturdaten allerdings für unwahrscheinlich.

Haben sich Ihre Erwartungen zum Dax in der vergangenen Woche erfüllt?


Ebenfalls ungewiss ist, ob die Fed die letzte Möglichkeit in diesem Jahr nutzt und die Zinsen Mitte Dezember erhöht. „Die Kommunikation der US-Notenbank verläuft in den letzten Wochen zusehends unkoordiniert und widersprüchlich“, urteilt Commerzbank-Analyst Bernd Weidensteiner.

Viele Börsianer sehnen sich eine Entscheidung der Fed inzwischen dringend herbei: Die Ungewissheit über den Zeitpunkt der ersten Zinserhöhung sorge schließlich schon seit Wochen für Unruhe am Markt, sagte ein Händler. Und Ungewissheit mögen Börsianer bekanntlich gar nicht.

Anleger sollten auf der Welle mitschwimmen

Nichtsdestoweniger greifen Anleger wieder verstärkt zu Aktien, wie die Minirally der vergangenen Woche zeigt. Heibel überrascht das nicht. „Wer in dieser Phase der Konjunkturstimulation lieber Anleihen anstatt Aktien ins Depot legt, riskiert starke Kaufkraftverluste“, sagt er.  Konjunkturschwäche werde nicht mehr als Gefahr für Unternehmen gesehen, sondern als Herausforderung für die Notenbanken. Verschnaufpausen oder gar stärkere Rückschläge am Aktienmarkt würden daher als Kaufgelegenheiten gesehen. Die Rally ist und bleibt überwiegend liquiditätsgetrieben.

Für die nächsten Wochen ist der Sentiment-Experte nun positiv gestimmt. „Die Rally dürfte weiterlaufen“, sagt er. Doch so fulminant sie sich auch entwickeln mag, negative Nachrichten würden umgehend zu entsprechend heftigen Korrekturen führen. „Dunkle Wolken könnten meiner Einschätzung nach den geopolitischen Spannungen entwachsen“, warnt Heibel. Europa habe eine existentielle Krise zu meistern und finde nur einen sehr kleinen gemeinsamen Nenner. Der Tonfall zwischen Russland und den USA werde schärfer. Viele arabische Völker würden sich als Spielball imperialer Mächte sehen und nach Wegen der Selbstbestimmung suchen.  

Doch erst einmal läuft die Rally rund. „Ich halte es für Anleger für ratsam, auf dieser Welle mitzuschwimmen, bei Rückschlägen nachzukaufen, aber sämtliche Positionen mit großzügigen Stop-Loss-Kursen zu sichern“, sagt Heibel. Laut Umfrage haben das auch viele Anleger vor. Denn die Investitionsbereitschaft ist groß. Immerhin mehr als jeder Dritte will in den kommenden zwei Wochen Aktien kaufen (ein Plus von sieben auf 34 Prozent).

Welche Zyklusphase erwarten Sie in drei Monaten?


Mit dem stattlichen Wochenplus von sieben Prozent ist der Dax übrigens über das von Heibel in der vergangenen Woche ausgegebene Ziel von 10.500 Punkten hinausgeschossen. Eine kurzfristige Übertreibung sieht er aber nicht.

Werden Sie in den nächsten beiden Wochen handeln?


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