Dax-Vorschau Dax-Anleger hoffen auf neue Impulse

Die Börsenparty ist vorerst vorbei – kommt jetzt die große Korrektur? Während die Nervosität unter vielen Investoren steigt, geben sich Marktstrategen weiter zuversichtlich. Was Anleger in der nächsten Woche erwartet.
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Bange Blicke auf dem Parkett in Frankfurt. Wie es mit dem Dax in der kommenden Wochen weiter geht ist unklar. Quelle: dpa

Bange Blicke auf dem Parkett in Frankfurt. Wie es mit dem Dax in der kommenden Wochen weiter geht ist unklar.

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FrankfurtNach dem herben Einbruch an den weltweiten Börsen werden Aktienanleger wohl noch einige Tage für die Erholung brauchen. „Der Schock sitzt tief und muss erst einmal verarbeitet werden“, sagt Marktstratege Tobias Basse von der NordLB. „Ich erwarte keinen neuerlichen Absturz der Märkte, aber neue Höchststände werden wohl nicht mehr so zackig aufeinanderfolgen.“ Die Geldflut der Notenbanken werde die Börsen aber weiter stützen.

Am Donnerstag war der japanische Aktienmarkt um mehr als 1000 Punkte und damit so stark wie zuletzt nach der Atomkatastrophe von Fukushima abgerutscht. Auslöser waren pessimistisch stimmende Industriedaten aus China, der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft. Die Börsen rund um den Globus wurden von der Talfahrt in Tokio mitgerissen. Der hiesige Leitindex fiel um mehr als 200 Punkte, nachdem er in den Tagen zuvor auf immer neue Rekorde gestiegen war.

Auf Wochensicht hat der Dax damit rund einen Prozent verloren. Zuvor hatte er vier Wochen in Folge gewonnen und war in der Spitze bis auf ein Rekordhoch von 8557,86 Punkten gestiegen. Auch dem EuroStoxx50 und dem US-amerikanischen Dow-Jones-Index hat der Rutsch am Donnerstag die Wochenbilanz verhagelt. Beide Indizes waren bis dahin ebenfalls vier Wochen in Folge auf Rekordjagd. Der Dow-Jones hatte am Mittwoch ein Allzeithoch von 15.542,4 Punkten markiert.

Marktstrategen bleiben für die kommenden Wochen optimistisch. „Investoren sind nach dem Zwischenfall jetzt sehr nervös, aber letzten Endes war der Einbruch ein Warnschuss vor den Bug zur richtigen Zeit“, sagt Basse. „Er hat gezeigt, dass der Aktienmarkt keine Einbahnstraße ist.“ So lang die globalen Notenbanken die Märkte weiter mit Geld fluten, sei allerdings kein allzu starkes Verlustrisiko auszumachen. Alternativen zu Aktien seien schwer zu finden.

Schwierig wird es nach Einschätzung von Marktstratege Carsten Klude von MM Warburg für die Börsen erst, wenn die Notenbanken den Fuß vom Gaspedal nehmen. „Ich fürchte, dass die negativen Konsequenzen für die Konjunktur sehr dramatisch zu spüren sein werden“, sagt der Experte und verweist auf die heftige Marktreaktion, nachdem Fed-Chef Ben Bernanke eine straffere US-Geldpolitik für die kommenden Monate angedeutet hatte. „Wir sind auf Gedeih und Verderb auf das niedrige Zinsniveau angewiesen. Die Probleme sind mit viel Geld zugedeckt“, so Klude. Die Notenbanken müssten aufpassen, dass es ihnen nicht ähnlich ergehe, wie seinerzeit Goethes Zauberlehrling: „Herr, die Not ist groß! Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los.“

Wie ist es um die US-Wirtschaft bestellt
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7 Kommentare zu "Dax-Vorschau: Dax-Anleger hoffen auf neue Impulse"

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  • Der Unterschied zwischen Gold und Rohöl ist doch, dass Rohöl tatsächlich verbraucht wird. Gold bleibt hoffentlich erhalten.

    Das Argument von mir hat aber mit der Kraufkraft nicht so viel zu tun, sondern eher damit, dass Gold erst seit kurzem an Beliebtheit gewonnen hat. Es ist auf jeden Fall nicht so, dass die Inflation und Kaufkraftverlust in den letzten 50 Jahren einen Wertsteigerung um das rund 20-fache rechtfertigen könnte. Nimmt man eine Inflationsrate von 2% so bräuchte man dafür gut 150 Jahre. Sehr viel höher sind die Inflationsraten nicht.

    Abgesehen davon spielt es keine Rolle, ob die Währung gedeckt ist oder nicht. Das gleiche Problem hat man nämlich mit Gold auch. Mit Gold kann man nichts anfangen, außer, dass es glänzt. In kleinen Mengen wird es für technische Anwendungen gebraucht. Es hat nur diesen Wert, weil die Menschen Gold einfach haben wollen. Es ist sinnvoller in Kupfer zu investieren als in Gold. Gold ist eigentlich genauso sinnlos, wie seltenes Papier.

    Abgesehen davon ist von der Geldschwämme (leider) nicht so viel im Kreislauf, wie erhofft. Das Zentralbankgeld bleibt zwischen Privatbanken und EZB. Nur die Privatbanken sind für die Geldschöpfung verantwortlich und diese vergeben im Moment leider viel zu wenig Kredite. Die Angst vor Inflation oder Geldmengenexplosion ist im Moment überhaupt nicht real.

  • Wenn schon dann muss man bei einem historischen Vergleich nicht den absoluten Dollarwert, sondern die Kaufkraft eines Dollars zu dieser Zeit vergleichen. Rohöl hat bis zur Jahrtausendwende auch unter 20$ gekostet. Es glaubt jawohl niemand, dass der Preis wieder dorthin fällt!

    Wie lange das nur mit Schuldversprechen von bereits insolventen Staaten aufrecht erhaltene Vertrauen in die Kaufkraft dieser ungedeckten Fiatwährungen ist äußerst fraglich. Während die ungedeckten Fiatwährungen, wie das draghische Eurogeld, in nie dagewesenen Summen die Welt überfluten, ist Gold eine begrenzte Währung und damit bestens geeignet zum Werterhalt ohne große Risiko aus Sicht des Kaufkrafterhalts.

  • Auf Edelmetalle zu setzen ist mir im Moment viel zu riskant. Ich meine damit beide Richtungen (Short/Long).
    Wenn man sich mit Gold beschäftigt, wundert man sich dann irgendwann doch, dass hier Preise von über 1000 Dollar bezahlt werden.

    1861 war der Goldpreis für die Feinunze bei rund 20 Dollar. Über hundert Jahre später, ich glaube 1969, lag der Goldpreis bei ca 39 Dollar. Erst in den letzten Jahren ist der Preis so in höhe geschossen. Ich persönlich würde für die Feinunze höchstens 400 Dollar bezahlen. Das ist ungefähr das Niveau um das Jahr 2001.

    Im Moment ist Silber auch nicht so beliebt, wie es sein müsste, wenn die Aktienpessimisten recht hätten. Eine Blase ist das auf dem Aktienmarkt sicherlich nicht. Ich erinnere da mal an die Stimmung und Bewertungen um die Jahrtausendwende. Das ist überhaupt kein Vergleich.



  • Für eine andere Meinung muss man sich nicht entschuldigen;) Natürlich ist der Aufschwung da und es ist offensichtlich so, dass Geld allein nichts behebt. Das war aber nicht mein Punkt.

    Der Punkt ist: Kann die Fed es riskieren, Verwerfungen zu erzeugen, bei denen Unternehmen schweren Schaden nehmen können. Da ist meine Antwort nein, im Moment sind die Unternehmen nicht darauf vorbereitet. Selbstverständlich 'führen niedrige Zinsen in die Irre', es ist aber auch so, dass ohne niedrige Zinsen die Lage noch schlimmer bis aussichtslos wäre.

    Was natürlich stimmt ist, dass Niedrigqualifizierte in diesen ca. 7,5 % Arbeitslosen überproportional enthalten sind. Nicht umsonst hat die Fed die Bedingung ihres QE an die Arbeitslosenzahl geknüpft. Mit anderen Worten: Solange nicht auch diese Niedrigqualifizierten untergebracht sind, wird auch nichts gekürzt.

  • Tut mir leid,Das sehe ich nicht so.Der Aufschwung ist da.Ich bin selbst öfters drüben-ein Großteil meines Bekannten- und Verwandtenkreises lebt in den Staaten,queer übers Land verteilt.Was man sagen kann ist,überall fehlen gute, qualifizierte Fachkräfte,ich meine Fachkräfte mit guter Ausbildung,besonders Facharbeiter und Techniker.Man muss es doch mal so sehen,dass von den 7,5% der Arbeitslosen,die wenigsten eine gute Ausbildung haben.Früher konnten die irgendwo joben,aber diese Jobs wurden größtenteils in´s Ausland verlagert.Diese Jobs kommen auch nicht wieder.Das hat Obama selbst gesagt.Die FED selbst sagte jetzt,dass der wahre Grund für Langzeitarbeitslosigkeit,fehlende Qualifikation und Flexibilität der Arbeitslosen und nicht die Konjunktur ist.Dort müsste der Hebel angesetzt werden-bei der Qualifizierung und Ausbildung der bildungsfernen Arbeitslosen .Niedrige Zinsen allein führen in die Irre.Sie führen zu Fehlspekulationen und Fehleitungen des Kapitals.Das haben wir doch im vergangenen Jahrzehnt zweimal erleben müssen.Wenn dann wieder die Blase platzt,ist diesmal kein Geld mehr da,um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen.Denn anders als in den Jahren vorher,haben die USA diesmal, die Schuldentragfähigkeit mit über 110% Gesamtverschuldung gemessen am BIP schon fast erreicht.

  • Die Asset Inflationsblase mit viel wertlosen Fiatgeld scheint wohl bald zu platzen und gleichzeitig deutet sich langsam ein gewaltiger Shortsqueeze bei der physischen Goldwährung an - Papiergold Shorts auf neuen Hochs und gleichzeitig explodiert die physische Goldnachfrage weltweit. Goldbörse Hongkong (HKMEx) liefert kein Gold mehr, ABN stopt physische Goldauslieferung, bei vielen Goldhändlern gibt es schon längere Lieferzeiten und Aufschläge für kleiner Münzen.

    Es raucht und zwar immer deutlicher und wo Rauch ist, gibt es auch Feuer!

  • Kann es sich die Fed tatsächlich leisten, dieses Jahr schon 'mit dem Fuß vom Gas' zu gehen? Wohl kaum. Dafür ist das Wirtschaftswachstum bei weitem noch zu fragil.

    Die Anleihekäufe werden dieses Jahr in mindestens(!) der selben Höhe weiter gehen, wie jetzt auch. Eine Reduktion der Ankäufe hat in der Realwirtschaft aufgrund der Marktreaktion Wertkorrekturen zur Folge, die sie nicht so schnell abfangen kann. Unternehmen z.B. können sich dann nicht mehr so billig finanzieren oder müssen gar ihre Sicherheiten bei Gläubigern erhöhen. Erst wenn ein sehr solider Aufschwung und dies nicht nur in den USA zu erwarten ist, wird die Fed tatsächlich handeln. Und das passiert nicht vor 2014.

    Die Fed versucht lediglich, den Optimismus etwas zu bremsen, damit es nicht 2014 zu extremen Markteinbrüchen kommt. Bernanke wird also in nächster Zeit immer und immer öfter den Rückzug aus den Anleihekäufen ins Spiel bringen - handeln kann er allerdings nicht.

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