Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Dow Jones, Nasdaq, S&P 500 Fed-Chef öffnet Tür für Zinssenkung – Wall Street im Auftrieb

Anleger an der Wall Street setzen auf eine Lockerung der Geldpolitik. Die wichtigsten Indizes schlossen am Dienstag deutlich im Plus.
Update: 04.06.2019 - 23:18 Uhr Kommentieren
Händler an der Wall Street. Quelle: dpa
Börse in New York

Händler an der Wall Street.

(Foto: dpa)

New YorkSpekulationen auf eine baldige Zinssenkung der US-Notenbank Fed haben der Wall Street Auftrieb gegeben. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stieg bis zum Handelsschluss in New York um 2,1 Prozent auf 25.332 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 rückte um 2,1 Prozent auf 2803 Zähler vor. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verbesserte sich um 2,7 Prozent auf 7527 Punkte.

Genährt wurden die Spekulationen durch die Entscheidung der australischen Notenbank, den Schlüsselsatz auf ein Rekordtief zu senken. „Der Markt fordert niedrigere Zinsen als Schutz gegen etwaige konjunkturelle Schwäche“, sagte Commerzbank-Analystin Antje Praefcke. „Damit steigt auch der Druck auf die Fed, die Zinsen zu senken.“ Vor diesem Hintergrund kündigte US-Notenbankchef Jerome Powell eine „angemessene Reaktion“ auf Auswirkungen des Zollstreits zwischen den USA und China an.

Die Fed beobachte die Entwicklungen rund um die Handelsstreitigkeiten genau, sagte er am Dienstag auf einer Notenbank-Konferenz in Chicago. „Wir wissen nicht wie oder wann diese Angelegenheiten gelöst werden“, fügte er hinzu. Wie immer werde die Fed „angemessen reagieren“, um den Aufschwung zu stützen.

Zugleich ließ die kurze Erklärung des Fed-Präsidenten aufhorchen, da er bislang gebräuchliche Schlüsselwörter für den Zinskurs wegließ. So hatten die Währungshüter sich zuletzt auf die Formulierung festgelegt, dass sie es bei den Zinsen „geduldig“ angehen lassen wollen. Zuvor hatte Fed-Bankers James Bullard gesagt, dass eine Zinssenkung bald notwendig sein könnte. Powell habe die Tür für eine Zinssenkung in den kommenden Quartalen eindeutig geöffnet, schriebt BMO Capital Markets-Analyst Jon Hill in einer Notiz.

An den Märkten wird mittlerweile fest damit gerechnet, dass die Notenbank spätestens im Dezember, womöglich aber bereits im Sommer die Zinsen senkt. Der Leitzins liegt derzeit in einer Spanne von 2,25 bis 2,5 Prozent. Die US-Währungshüter hatten ihn 2018 wegen der guten Konjunktur mehrfach angehoben und wollten dies eigentlich auch 2019 tun. Angesichts des Handelsstreits und der schwächeren Weltwirtschaft schwenkten sie dann aber um und drückten die Pausetaste.

Darüber hinaus gebe es Hoffnungen, dass der US-Senat die von Präsident Donald Trump angedrohten Strafzölle auf mexikanische Waren verhindern werde, sagte Scott Brown, Chef-Volkswirt des Vermögensberaters Raymond James. Der mexikanische Außenminister Marcelo Ebrard äußerte die Hoffnung, bei den Streit-Themen Einwanderung und Zölle zu einer Einigung zu kommen.

Einzelwerte im Fokus

Navistar: Zu den Favoriten an der Wall Street gehörte der Lkw-Bauer Navistar mit einem Kursplus von rund neun Prozent. Umsatz- und Betriebsgewinn der Volkswagen-Beteiligung lägen über den Markterwartungen, schrieb Analyst Stephen Volkmann von der Investmentbank Jefferies. Navistar hob außerdem seine Ziele für das Gesamtjahr an.

Box: Gesenkte Gesamtjahresziele drückten Box deutlich ins Minus. Die Aktien des US-Anbieters von Online-Speicherplatz sackten mehr als vier Prozent ab. Angesichts eines schleppenden Geschäfts rechnet das Unternehmen für 2019 nur noch mit einem Umsatz von 688 bis 692 statt 700 bis 704 Millionen Dollar. Im abgelaufenen Quartal blieben die Erlöse mit 118,4 Millionen Dollar hinter den Markterwartungen zurück. Die Papiere des Rivalen Dropbox büßten 2,1 Prozent ein.

Apple: Der Tech-Riese stellte bei seiner Entwicklerkonferenz unter anderem eine Funktion vor, die den Google- und Facebook-Logins bei Apps und Internetseiten Konkurrenz machen soll. Im Unterschied zu den Funktionen der werbefinanzierten Internetkonzerne sollen dabei aber keine Daten des Nutzers weitergegeben werden. Apple setze sich auf diese Weise von seinen Rivalen ab, schrieben die UBS-Experten, die zum „Kauf“ der Aktien raten. Die Aktie lag zuletzt 3,66 Prozent im Plus.

In der Hoffnung auf einen Wachstumsschub durch Zinssenkungen der großen Notenbanken stiegen Anleger auch in europäische Aktien ein. Der Dax legte am Dienstag 1,5 Prozent auf 11.971,17 Punkte zu und der EuroStoxx50 gewann ein Prozent auf 3333,49 Zähler.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 930 Millionen Aktien den Besitzer. 2883 Werte legten zu, 709 gaben nach und 228 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,34 Milliarden Aktien 2368 im Plus, 745 im Minus und 163 unverändert.

Die US-Kreditmärkte gaben in Erwartung höherer Zinsen dagegen nach. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 11/32 auf 102-9/32. Die Rendite stieg auf 2,1193 Prozent. Der 30-jährige Bond verringerte sich um 1-5/32 auf 105-21/32 und rentierte mit 2,6018 Prozent.

  • rtr
Startseite

Mehr zu: Dow Jones, Nasdaq, S&P 500 - Fed-Chef öffnet Tür für Zinssenkung – Wall Street im Auftrieb

0 Kommentare zu "Dow Jones, Nasdaq, S&P 500: Fed-Chef öffnet Tür für Zinssenkung – Wall Street im Auftrieb"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote