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Dow Jones, Nasdaq, S&P 500 Größter Tagesverlust des Jahres: Dow bricht um 800 Punkte ein

An den US-Märkten macht die Angst vor einer Rezession die Runde. Vor allem die Entwicklungen am Anleihemarkt gelten als Indikator für einen bevorstehenden Einbruch der Konjunktur.
Update: 14.08.2019 - 23:03 Uhr Kommentieren
Rezessionsängste lassen die Kurse erneut sinken. Quelle: AFP
NYSE

Rezessionsängste lassen die Kurse erneut sinken.

(Foto: AFP)

New York An den US-Börsen hat sich der Optimismus vom Dienstag nach der vorübergehenden Entspannung im Handelsstreit zwischen China und den USA wieder verflüchtigt. Die größten US-Indizes schlossen am Mittwoch deutlich im Minus. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte beendete den Handel 3,05 Prozent tiefer bei 25.479 Punkten, verlor also 800 Punkte – was den größten Tagesverlust in diesem Jahr bedeutet.

Der breiter gefasste S&P 500 verlor 2,9 Prozent auf 2840 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab drei Prozent auf 7774 Punkte nach. Auch an der Frankfurter Börse gaben die Kurse deutlich nach.

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Grund für den starken Einbruch an den US-Aktienmärkten ist die US-Zinskurve. Zum ersten Mal seit der Finanzkrise brachten zweijährige US-Staatsanleihen vorübergehend mehr Rendite ein als zehnjährige Papiere.

In der Vergangenheit war dieses Phänomen ein verlässlicher Indikator für einen bevorstehenden Konjunktureinbruch. Besorgte Investoren flüchten sich verstärkt in langfristige Staatsanleihen und drücken damit die Rendite.

„Die Uhr für den Aktienmarkt ist abgelaufen, wenn die Zinskurve sich umdreht“, schreibt Stephen Suttmeier von der Bank of Amerika. Das letzte Mal ereignete sich die umgekehrte Zinskurve im Dezember 2005, zwei Jahre vor der Finanzkrise.

„Historisch gesehen bedeutet die Umkehrung der Zinskurve, dass wir nun irgendwann zwischen sechs und 18 Monaten eine Rezession erwarten müssen“, schreibt Tom Essaye, Gründer des „The Sevens Report“.

Laut Angaben von Credit Suisse hat sich die Zinskurve seit 1978 fünfmal gedreht, und jedes Mal folgte eine Rezession – wenn auch mit einiger Verspätung. Im Durchschnitt dauerte es 22 Monate, bis die Rezession tatsächlich eintrat. Der S&P-500-Index hat 18 Monate danach noch durchschnittlich 15 Prozent zugelegt.

Das heißt, dass es durchaus noch weiter bergauf gehen kann in den kommenden Monaten, dass aber irgendwann das jähe Ende kommt. Unklar ist nur noch, wann.

Mit den verunsicherten Märkten steigt auch erneut der Druck auf die US-Notenbank Fed. Ihr größter Kritiker, der US-Präsident Donald Trump, kritisierte auf Twitter, die Fed sei „sehr, sehr spät“ dran, die Zinsen zu senken. Fed-Chef Jerome Powell bezeichnete er als „clueless“ – jemand, der keine Ahnung hat.

Auch der Chefstratege von Credit Suisse, Jonathan Gloub, glaubt, dass die Fed einschreiten kann und muss. „Die Fed hat absolut die Macht, diese Dynamik zu ändern, und der Markt sagt, dass sie das tun soll“, sagte Gloub gegenüber Bloomberg Fernsehen.

Einzelwerte im Fokus

Am Mittwoch haben vor allem die Bank-Aktien an Wert verloren. Sie können mit den gesunkenen Renditen nicht mehr so gut verdienen und sind damit direkt von den Ereignissen an den Anleihemärkten betroffen. Die Aktien von Bank of America und Citigroup haben bis zu fünf Prozent verloren. JP Morgan verlor mehr als vier Prozent.

Auch die Energie-Aktien haben deutlich an Wert verloren, da mit der Angst vor einer Rezession auch der Ölpreis gefallen ist. Exxon Mobil waren im Dow mit einem Abschlag von vier Prozent unter den größeren Verlierern. Titel der Branchendienstleister Halliburton und Schlumberger fielen im S&P 500 um knapp beziehungsweise deutlich mehr als sechs Prozent.

Am breiter gefassten Markt sorgten vor allem die Papiere der Kaufhauskette Macy’s für Gesprächsstoff. Sie brachen nach vorgelegten Quartalszahlen um mehr als 13 Prozent auf den tiefsten Stand seit 2010 ein. Der Betreiber von mehr als 800 Warenhäusern in den USA hatte das Gewinnziel für das laufende Jahr gekappt und so branchenweit die Anleger verstimmt. Beim Wettbewerber JC Penney ging es für die Aktien um fast fünf Prozent bergab.

Bei Viacom und CBS trieben kritische Analystenkommentare die Anleger nach der am Vortag erfolgten Einigung auf die Fusionsbedingungen in die Flucht. Die meistgehandelten Aktiengattungen der beiden Medienkonzerne sackten jeweils um mehr als acht Prozent ab. Das Analysehaus Bernstein hatte die Bewertung von CBS wegen der Fusion gleich um zwei Stufen gesenkt. Analyst Todd Juenger geht davon aus, dass die Synergien erblassen werden im Vergleich zu den strukturellen Problemen, die die CBS-Aktionäre mit Viacom erbten.

Im Pharmabereich versetzen offenbar laufende Ermittlungen gegen Teva und Mylan die Anleger in Unruhe. Die Aktien büßten 10,5 Prozent beziehungsweise 8,5 Prozent ein, nachdem es hieß, ihnen werde vom US-Senator Bernie Sanders und dem US-Abgeordneten Elijah Cummings eine „offensichtlich koordinierte Marktbehinderung“ vorgeworfen.

Erst nach der Schlussglocke veröffentlichte Cisco Systems Ergebnisse für das vierte Geschäftsquartal, für die Aktien ging es am Mittwoch im Vorfeld davon um 4 Prozent bergab.

Mehr: Zweijährige US-Staatsanleihen werfen erstmals seit 2007 mehr Rendite ab als zehnjährige Papiere. In der Vergangenheit war das ein verlässlicher Krisenindikator.

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