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Dow Jones, Nasdaq, S&P 500 Strafzölle auf Brasilien-Stahl dämpfen Kauflaune an US-Börsen

Wirtschaftspolitische Entscheidungen haben am Montag den US-Handel bestimmt. Zu den Verlierer bei den Einzelwerten gehören Händler wie Amazon.
Update: 02.12.2019 - 23:34 Uhr Kommentieren
Ein Händler auf dem Börsenparkett. Quelle: dpa
Wall Street

Ein Händler auf dem Börsenparkett.

(Foto: dpa)

Frankfurt, Bangalore Die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Strafzölle auf argentinischen und brasilianischen Stahl haben am Montag die US-Börsen auf Talfahrt geschickt. Auch der beschleunigte Abwärtstrend der US-Industrie hielt die Anleger von Käufen am Aktienmarkt ab.

Die Nachrichten aus der Wirtschaftspolitik und Konjunktur dominierten das Börsengeschehen, sagte Peter Cardillo, Chef-Marktökonom bei der New Yorker Anlagefirma Spartan Capital Securities. Einzelhändler wie Amazon könnten deshalb am sogenannten „Cyber Monday“ nicht von der Erwartung auf Rekordumsätze im Internet profitieren.

In den USA trübte sich die Industriestimmung ein. Der ISM-Indikator, der als gute Richtschnur für das gesamtwirtschaftliche Wachstum gilt, fiel im November wieder in Richtung seines im Spätsommer erreichten zehnjährigen Tiefstands. Zudem fielen die Bauausgaben im Oktober überraschend und deutlich.

Zu den Zolldrohungen Trumps sagte Marktanalyst Jochen Stanzl von CMC Markets: „Die Angst der Anleger ist wieder zurück, dass die alte Spirale aus unberechenbaren Drohungen, Sanktionen und Gegenmaßnahmen – auch gegen China – per Twitter wieder über sie hereinbricht.“

Trump warf den beiden lateinamerikanischen Staaten vor, ihre Währung zu manipulieren, und erhöhte die Abgaben auf Stahl und Aluminium. Die Verhandlungen im Handelskonflikt der USA mit China sind einem Medienbericht zufolge unterdessen ins Stocken geraten. Schließlich räumte Trump ein, dass die Washingtoner Hongkong-Politik die Gespräche mit den Chinesen nicht leichter mache.

Die wichtigsten Indizes im Überblick

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss ein Prozent schwächer bei 27.783 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 büßte 0,9 Prozent auf 3114 Zähler ein. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank um 1,1 Prozent auf 8568 Stellen. In Frankfurt war der Dax zwei Prozent schwächer bei 12.965 Punkten aus dem Handel gegangen.

Einzelwerte im Fokus

Auf Unternehmensseite ging es insgesamt eher ruhig zu. Der „Cyber Monday“, der nun auf den „Black Friday“ folgte, lenkte den Fokus auf die Online-Handelsbranche – allerdings am Montag ohne Kursauswirkungen, denn noch lässt sich nicht absehen, wie gut die Geschäfte liefen.

Die Aktien des Online-Handelsgiganten Amazon gaben im Zuge der insgesamt schwachen Tech-Branche um 1,1 Prozent nach.

Im Dow zogen die Anteilsscheine von Boeing Aufmerksamkeit auf sich. Als Index-Schlusslicht gaben sie um rund drei Prozent nach. Im Laufe dieses Monats soll nun der Chef der Luftfahrtbehörde der USA (FAA), Stephen Dickson, erstmals vor dem Kongress zu den Sicherheitsproblemen der Boeing 737 Max befragt werden. Es werde dabei zunächst um die Rolle der FAA bei der Zertifizierung dieses Flugzeugtyps gehen, der bereits zwei Mal abgestürzt ist und insgesamt 346 Menschen in den Tod riss.

Die Anteile von ExxonMobil zählten indes zu den Favoriten im Dow mit plus 0,4 Prozent. Chevron stemmten sich mit minus 0,3 Prozent gegen den deutlich negativeren Markttrend. US Steel legte vier Prozent zu, bei AK Steel betrug das Plus 4,7 Prozent.

Der Ölpreis erholte sich etwas von seinem jüngsten Preisrutsch. Coca Cola setzten sich an die Spitze im Leitindex mit plus 0,7 Prozent. Die US-Bank Morgan Stanley empfiehlt das Papier laut Händlern als „Top Pick“ im US-Getränkesektor.

Unter den Nasdaq-Werten zeigten sich Netflix schwach mit minus 1,5 Prozent. Wie KeyBanc-Analyst Andy Hargreaves schrieb, könnten die Abo-Trends sich angesichts der machtvollen Konkurrenz durch Walt Disneys Streaming-Video-Service Disney+ weiter eintrüben.

Biogen gaben um 2,5 Prozent nach. Sie litten unter einer negativen Studie des Analysehauses Baird, das das Papier des Biotechunternehmens auf „Underperform“ abgestuft hat.

Am US-Rentenmarkt fielen richtungsweisende zehnjährige Staatsanleihen um 14/32 Punkte auf 99 9/32 Punkte und rentierten mit 1,83 Prozent. Der Euro bewegte sich im US-Handel nach einem deutlichen Anstieg am frühen Abend in Frankfurt nur noch wenig. Zum Börsenschluss an der Wall Street kostete die Gemeinschaftswährung 1,1080 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1023 (Freitag: 1,0982) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9071 (0,9105) Euro.

Mehr: Aktien bleiben die einzigen Hoffnungsträger für das Jahr 2020.

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