Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Dow Jones, Nasdaq, S&P 500 S&P 500 schließt mit Rekordhoch – Nike-Aktien legen 15 Prozent zu

Gute Geschäftszahlen und eine geringere Inflationsrate sorgen für positive Stimmung bei den US-Anlegern. Star-Ökonom Mohamed El-Erian rät, investiert zu bleiben.
25.06.2021 Update: 25.06.2021 - 23:12 Uhr Kommentieren
Blick in den Handelssaal der New York Stock Exchange. Quelle: dpa
Händler an der Börse New York

Blick in den Handelssaal der New York Stock Exchange.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Ermutigende Geschäftszahlen von Nike haben die US-Anleger am Freitag erneut in Kauflaune versetzt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,7 Prozent höher auf 34.433 Punkten. Der technologielastige Nasdaq gab dagegen 0,1 Prozent auf 14.360 Punkte nach. Der breit gefasste S&P 500 legte 0,3 Prozent auf 4280 Punkte und damit auf eine neue Bestmarke zu.

Für Erleichterung bei den Börsianern sorgte auch eine weniger stark als erwartet gestiegene Teuerungsrate für Mai. Die anziehende Inflation hatte zuvor die Furcht der Anleger vor einem schnelleren Abebben der Notenbank-Gelder genährt. „Die Daten lassen die Investoren durchatmen und geben ihnen das Gefühl, die Inflationsängste könnten etwas übertrieben sein“, sagte Marktexperte Thomas Hayes vom Vermögensverwalter Great Hill Capital in New York.

Bei den persönlichen Ausgaben ohne Berücksichtigung der Energie- und Nahrungsmittelkosten zog die Teuerungsrate per Jahresfrist um 3,4 Prozent an. Die US-Notenbank Fed, die auf Vollbeschäftigung und stabile Preise hinarbeitet, strebt eigentlich einen Wert von zwei Prozent an. Fed-Chef Jerome Powell hält den starken Preisauftrieb aber für ein vorübergehendes Phänomen und will daher auf absehbare Zeit am Niedrigzins festhalten.

Nach der Unruhe durch Äußerungen mehrerer Fed-Notenbanker zum künftigen Zinspfad sei wieder mehr Ruhe eingekehrt, sagte Hayes. „Es gab diese divergierenden Meinungen von Fed-Mitgliedern, und was jeder zu vergessen scheint, ist, dass der Vorsitzende Powell am Steuer sitzt und den Fuß auf dem Gas hat.“

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Der US-Notenbanker Eric Rosengren hält nach eigenen Angaben eine Zinserhöhung der Fed im kommenden Jahr für denkbar. Zwar werde die wirtschaftliche Entwicklung maßgebend sein, sagte der Präsident der Fed in Boston am Freitag Yahoo Finance. „Aber es würde mich nicht überraschen – basierend auf den aktuellen Hochrechnungen zu den uns vorliegenden Daten – wenn dieses Kriterium bereits Ende kommenden Jahres erfüllt werden könnte.“ Für das kommende Jahr sagte Rosengren eine Inflation etwas über zwei Prozent voraus. Ende dieses oder Anfang kommenden Jahres könnten die USA Vollbeschäftigung erreichen.

    Zumindest kurzfristig weiteres Wachstum

    Mohamed El-Erian, ökonomischer Chefberater der Allianz, glaubt, dass die Märkte zumindest kurzfristig weiter steigen. In einem Interview mit dem TV-Sender CNN sagte El-Erian, dass Anleger sich auf drei Faktoren stützen könnten:

    1. Das Wachstum bleibe stark, vor allen in Europa.
    2. Die Notenbanker glaubten, dass die hohen Inflationsraten nur ein vorübergehendes Phänomen sei.
    3. Die Notenbanken würden die Wirtschaft weiter unterstützen.

    „Solange die Anleger an diese drei Dinge glauben, wie sie es heute tun, werden die Märkte steigen“, sagte El-Erian. Allerdings sollten Anleger vorsichtig vorgehen und „die aktuelle Welle taktisch weiterreiten“. Denn er beobachte, dass nicht nur übermäßig viele Risiken eingegangen würden, sondern auch verantwortungslose.

    Dabei bezog er sich unter anderem auf das sogenannte Margin Debt. Das ist der Teil eines Investments, den Anleger nicht selbst bezahlen, sondern Broker vorfinanzieren. Der Marktwert des Depots dient dabei als Sicherheit. Der Wert dieser kreditfinanzierten Käufe lag laut den aktuellsten Daten der US-Aufsichtsbehörde Finra im Mai bei 861 Milliarden Dollar – ein Rekord. Seit März 2020 ist dieser Wert um knapp 80 Prozent gestiegen. Der S&P 500 hat im selben Zeitraum um rund 65 Prozent zugelegt. El-Erian warnte deshalb: „Wenn wir einmal auf die aktuelle Zeit zurückblicken, wäre ich sehr überrascht, wenn wir uns nicht fragen, warum das System so viel Risiko eingegangen ist.“

    Zudem ist El-Erian beim Thema Inflation anderer Sicht als die US-Notenbank. Diese glaubt, dass der aktuelle Preisauftrieb ein vorübergehendes Phänomen ist, das mit der Wiedereröffnung der Wirtschaft nach der Krise zusammenhängt. Sie will daher auf absehbare Zeit am Niedrigzins festhalten.

    „Ich verstehe nicht, woher dieses Vertrauen kommt, dass die Inflation vorübergehend sein wird. Ich würde es vorziehen, dass die Zentralbanker offener sind“, sagte El-Erian. Auch die Ökonomen der Bank of America prognostizieren, dass das Inflationsniveau noch über zwei bis vier Jahre erhöht bleiben und dabei zwischen zwei und vier Prozent pendeln wird.

    Börsenexperte Markus Koch: Rekordjagd an der Wall Street

    Blick auf die Einzelwerte:

    Nike: Die überraschend positiven Zahlen geben dem Sportartikel-Hersteller Auftrieb. Die Titel von Nike stiegen um mehr als 15 Prozent auf den Rekordstand von 154,59 Dollar.

    Tesla: Die Tesla-Aktien büßten anfängliche Gewinne ein und gaben am Ende um gut ein Prozent nach. Der japanische Elektronikkonzern Panasonic hatte sein milliardenschweres Aktienpaket am Elektroautobauer und Batteriepartner zu Geld gemacht. Die Partnerschaft mit Tesla bleibt aber bestehen. Die Firmen betreiben zusammen Teslas Batterie-Gigafabrik im US-Bundesstaat Nevada.

    Virgin Galactic: Eine umfassende Fluglizenz der US-Luftfahrtaufsicht gab Virgin Galactic Auftrieb. Die Aktien der Raumfahrtfirma stiegen um mehr als 38 Prozent. Die FAA erweitert die Frachtlizenz und erlaubt dem Unternehmen künftig auch den kommerziellen Transport von Passagieren.

    FedEx: Ein Gewinnziel unter Markterwartungen schickt FedEx auf Talfahrt. Die Aktien des Paketdienstes fallen um 3,6 Prozent. Dank seiner Preissetzungsmacht werde das Unternehmen seine Margen in den kommenden Jahren aber steigern, prognostizieren die Analysten der Credit Suisse. Ihre Kollegen von JPMorgan rechnen damit, dass FedEx ähnlich wie Rivale UPS die Aufschläge in Stoßzeiten weiter anheben wird.

    Solarfirmen: Nach der Einigung in Washington auf das billionenschwere Infrastrukturpaket stiegen Solarstromfirmen in der Gunst der Anleger. Ein Teil der Gelder soll in nachhaltige Energien fließen. Aktien von Enphase Energy, ReneSola, Canadian Solar und Sunrun legen zwischen 2,7 und 4,5 Prozent zu.

    CarMax: Auch der Gebrauchtwagenhändler CarMax lockte die Anleger mit überraschend starken Umsatzzahlen an. Die Titel kletterten um 6,7 Prozent.

    Banken: Großbanken in den USA müssen derweil ihr Geld nicht weiter zusammenhalten. Die US-Notenbank Federal Reserve hält das angesichts der starken finanziellen Lage der Institute nicht mehr für nötig. Zuvor hatten sich die Banken angesichts der ungewissen Aussichten wegen der Corona-Pandemie an weitreichende Auflagen zur Schonung der Kapitalausstattung halten müssen. Nun rechnen Experten mit einer einer Fülle von Ankündigungen über Dividendenanhebungen und Aktienrückkäufe. Vor diesem Hintergrund gewannen die Anteilscheine von JPMorgan ein Prozent und die der Bank of America rund zwei Prozent.

    Mehr: Anleger wollen lieber verkaufen als kaufen – Stimmung am Bitcoinmarkt ist komplett eingebrochen

    Startseite
    Mehr zu: Dow Jones, Nasdaq, S&P 500 - S&P 500 schließt mit Rekordhoch – Nike-Aktien legen 15 Prozent zu
    0 Kommentare zu "Dow Jones, Nasdaq, S&P 500: S&P 500 schließt mit Rekordhoch – Nike-Aktien legen 15 Prozent zu"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%